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Tochter will zurück in die Heimat - nachgeben oder ablehnen?

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 29.6.2015

Ursprungsanfrage
Hallo Sorgenteam,

lange war ich alleinerziehend, bin vor zwei Jahren wieder mit dem Vater zusammengezogen, von der Stadt ins Dorf. Seither ist unsere Tochter (13) furchtbar traurig, will zurück in die Heimat, hat sogar geritzt. Jetzt werden wir uns trennen, der mittellose Vater zieht zurück in die Stadt - die Tochter will auch und provoziert mich ständig. Der Druck auf allen Seiten ist groß, denn eigentlich will ich nicht umziehen, liebe den Platz statt kleiner, teurer Wohnung. Soll ich es ihr zuliebe dennoch tun? Oder folgt dann das nächste, was sie von mir fordern wird?
Juliane
Guten Tag,
vielen Dank für das Vertrauen in das Team des Sorgentelefon.
Ihre Tochter ist in der Pubertät und setzt sich zusätzlich auch mit den familiären Veränderungen auseinander. Das ist für Sie sicher schwer zu greifen. Die Entscheidung des Umzuges sollten Sie nicht an Ihrer Tochter festmachen. Wichtig ist, dass Sie einen engen Kontakt zu ihr halten und stets gesprächsbereit belieben. Regelmäßige "Konferenzen" ohne Druck und frei von Vorwürfen auf beiden Seiten helfen das Zusammenleben positiv zu beeinflussen.
Hat Ihre Tochter auf dem Land Freunde gefunden? Vielleicht gibt es Möglichkeiten, wie Reiten oder eigene Tiere, die Ihrer Tochter helfen sich mit dem Wohnort außerhalb der Stadt zu arrangieren?
Bezüglich der Selbstverletzung ist es wichtig, dass Sie Ihre Tochter mehr zu sich hinziehen, und vielleicht speziell etwas für sie mit ihr gemeinsam unternehmen. Dennoch könnte es nötig werden professionelle Hilfe vor Ort in Anspruch zu nehmen. Das kann ein Schulsozialarbeiter oder eine Familienberatungsstelle sein. Sie sollten jedoch nicht alles auf einmal angehen, weil Ihre Tochter möglicherweise das Gefühl hätte, dass etwas nicht stimmt und das, wie es in dem Alter häufig der Fall ist, auf sich beziehen würde.
Die Stärkung des Zusammenhalts steht meiner Meinung nach erst einmal im Vordergrund.
Ich hoffe Ihnen vorerst weitergeholfen zu haben. Gern können Sie mich weiterhin kontaktieren, wenn Sie Rat suchen oder eine beratende Begleitung wünschen.
Bis dahin verbleibe ich mit besten Grüßen,
Beraterin Juliane
Ratsuchende(r)
Hallo Juliane,

vielen Dank für die freundliche Antwort!
Leider findet meine Tochter keinen Anschluss hier auf dem Land, wird sogar 
sehr fies gemobbt und ausgegrenzt in der Klasse - und ich kann schwer 
einschätzen, ob das unter Pubertierenden normal ist. Tatsächlich aber sind 
die Kinder hier anders, wesentlich verwöhnter und sehr ich-bezogen, wenig 
sozial. Das zeigt sich sowohl im Sportverein als auch in der Kirchengruppe. 
Leider gibt es keine Beratungsmöglichkeit an der Schule und auch sonstige 
Hilfe mag sie nicht in Anspruch nehmen, also keine Chance auf ein Gespräch 
mit einem Profi. Gesprächskultur ist bei uns in der Familie zudem äußerst 
schwierig, sogar ein Familienrat wird komplett abgelehnt (auch vom Vater). 
Nun hat das Mädchen aber eine verbliebene, gute Freundin in der Stadt, wo 
sie fast jedes Wochenende ist - und auch unter Druck gesetzt wird, wieder 
dort hin zu ziehen. Das ist mein Zwiespalt: Dort war sie tatsächlich 
glücklich. Allein: seit sechs Monaten finde ich dort keine Wohnung und bin 
schon müde und mürbe. Am liebsten würde ich den Vater sofort rauswerfen, 
aber auch er findet keine Wohnung. Zugleich fühlt sich das Kind hin und her 
gerissen und fragt, ob sie sich zwischen uns entscheiden müsse (natürlich 
nicht).
Ich finde einfach keine Lösung, was für Sie jetzt sicher auch schwierig ist. 
Dennoch freue ich mich über diesen Kontakt - um mich nicht ganz so 
pädagogisch allein zu fühlen. Vielen Dank!
fraustri

Juliane
Guten Tag,
die Situation ist momentan sowohl für Sie, als auch für Ihre Tochter sehr schwierig, gerade dann, wenn der Vater, trotz Trennung, noch im Haus wohnt. Das ist für Ihre Tochter nicht eindeutig und verwirrend. Vielleicht haben Sie besssere Möglichkeiten mit Ihrer Tochter in Kontakt zu kommen, wenn Sie mit ihr allein sind. Das soll jetzt nicht heißen, dass Sie Ihren ehemaligen Partner hinauswerfen sollten. Wenn er wirklich nach Wohnung sucht, dann ist der Zeitpunkt des Auszuges greifbar. Sie sollten mit Ihrer Tochter darüber reden, damit sie weiß, dass sich in naher Zukunft definitiv etwas ändern wird.
Wenn es massive Probleme in der Schule gibt, so wie Sie es hier beschreiben, dann wäre ein Gespräch mit der Lehrerschaft und/oder des Direktors der Schule angezeigt. So bekommt Ihre Tochter das Gefühl, dass Sie sich um ihre Bedürfnisse kümmern und sich hoffentlich auch etwas ändert.
Die Freundin aus der Stadt sollte Ihre Tochter nicht noch zusätzlich unter Druck setzen, sondern ihr freundschaftlich beistehen. Sicher ist das schwierig, dennoch besteht die Freundschaft ja weiterhin, was auch nicht unbedingt immer so ist. Die Mädchen sollten sich glücklich schätzen, dass sie sich noch immer haben. Vielleicht können Sie mit den beiden, oder nur mit der Freundin, reden?
Wenn Sie auf dem Land bleiben möchten, dann wäre es gut alles daran zu setzen das Leben für alle dort angenehmer zu gestalten. Dabei entwickelt sich oft eine Eigendynamik, die eine tolle Familienstruktur zur Folge hat.
Es sind jetzt sicher erst einmal viele Baustellen und Gespräche, die zu führen sind, aber es wird sich sicher lohnen, damit sich Ihre Tochter wohl fühlt und sich stabilisiert. Die Pubertät steht ja eigentlich noch bevor, was noch mal viel Kraft von allen abverlangt. Da ist eine harmonische Atmosphäre innerhalb der Familie sehr förderlich.
Beste Grüße,
Beraterin Juliane
Ratsuchende(r)
Hallo Juliane,

tja, das mit der harmonischen Athmosphäre bleibt eben allein an mir hängen - der Vater ist inzwischen suizidgefährdet, lehnte es aber ab, von seiner Psychologin in eine stationäre Unterbringung verwiesen zu werden. Zumindest 
kriegt er jetzt Pillen, die ihn ruhig stellen. Und ich hoffe dennoch, dass er eine Wohnung findet, damit sich hier mal irgendwas beruhigen und 
stabilisieren kann. Unterdessen mache lustige, ablenkende Witze mit dem Kind - und habe noch "ganz nebenbei" einen Job, der nicht zu unterschätze ist, weil ich die Haupternährerin der Familie bin. Also drücken Sie mit gern 
weiterhin die Daumen!
Lieber Gruß,
fraustri
Juliane
Guten Abend,
schön wieder von Ihnen zu hören.
Wie ist denn Suizidgefährdung Ihres ehemaligen Partners aufgefallen? Ist denn etwas vorgefallen?
Wenn er sich nicht helfen lassen möchte ist das sehr schwierig.
Sie sollten sich nach wie vor auf sich selbst und Ihre Tochter konzentrieren!
Versuchen Sie in der Schule etwas für Ihre Tochter zu erreichen, damit eine belastende Seite sich schnell ändert. In Ihrer Situation wäre es vielleicht gut einen Therapeuten aufzusuchen, der Ihnen in der Problemlage mit Ihrem ehemaligen Partner weiterhelfen können.
Sie sollten dennoch versuchen klare Grenzen zu ziehen. Etwa ein eigens Zimmer für den Vater Ihrer Tochter, sodass er nicht ständig anwesend sein muss. Also ihn aus dem Familienleben ausschließen, gerade unter dem Gesichtspunkt, dass er eine mögliche Eigengefährdung aufweist. Das ist weder für Sie, noch für Ihre Tochter zumutbar, gerade weil er keine Hilfe annimmt. Die Trennung so hartnäckig behandeln, dass Ihre Tochter dies merkt, dass eben Vater nur noch da ist weil er noch keine Wohnung gefunden hat. Gibt es eventuell die Möglichkeit mit ihm zusammen den Therapeuten aufzusuchen und ihm die Situation zu schildern?
Bis ein Auszug wirklich spruchreif ist scheint es ja noch eine ganze Weile zu dauern.
So sollten Sie immer versuchen mit Ihrer Tochter eine Familienkultur aufzubauen. Das beginnt mit allen kleinen Dingen, die Sie beide näher zusammen bringen könnten. Vielleicht ergibt sich etwas in der Vorweihnachtszeit, die gerade auf dem Land sehr anheimelnd sein kann und wo viele gemütliche Veranstaltungen stattfinden.
Bezüglich der Finanzen sollte Ihr ehemalige Partner etwas zusteuern, schließlich wohnt er noch bei Ihnen. Finanzielle Möglichkeiten der Unterstützung, wenn er nicht arbeiten gehen kann, gibt es viele. Das hängt von der individuellen Situation ab.
Ich hoffe Sie können einen der vielen Wege einschlagen um wieder Familie und Zusammensein genießen und Ihre Tochter unterstützen zu können!
Beste Grüße,
Beraterin Juliane
Ratsuchende(r)
Hallo Juliane,

nun will ich doch noch ein kleines Feedback geben, nachdem mein Partner vor drei Tagen ausgezogen ist. Alles noch ungewohnt, die Tochter vermisst ihn und schaut mich vorwurfsvoll an, weil sie ja auch in die Stadt ziehen will. Aber jetzt müssen wir uns erstmal eingewöhnen... und zusehen, wie ich das hier alles bezahlen kann. Jedenfalls ist es für mich jetzt ein pampiges Gesicht weniger. Ich hoffe, alles wird ein bisschen leichter, wenn auch die Pubertät voll zuschlägt...
Ganz herzliche Grüße zum Jahresstart!
Juliane
Guten Tag,
schön wieder von Ihnen zu hören. Es freut mich außerdem, dass Sie inzwischen etwas Ruhe in Ihr Leben und das Ihrer Tochter bringen konnten und eine günstigere Lebensstruktur erreicht haben. Das wird Ihnen beiden längerfristg gut tun und helfen Probleme zu bewältigen.
Wichtig ist sicherlich Ihrer Tochter, als nächsten Schritt, zu helfen sich besser in der Schule behaupten zu können. Haben Sie diesbezüglich schon einen Ansprechpartner finden können?
Genießen Sie die Zeit mit Ihrer Tochter und versuchen Sie viel mit ihr zu unternehmen. Das muss nicht immer Geld kosten, weil Sie dieses Thema ansprachen. Ein Spiele- oder DVD- Abend, vielleicht mit Freunden Ihrer Tochter, schweißt genauso zusammen.
Bezüglich der Kosten, die Sie regelmäßig zu stemmen haben, empfehle ich Ihnen zu prüfen welche Unterstützungsmöglichkeiten Ihnen zustehen. So könnte eventuell Wohngeld in Frage kommen. Wenn Ihr Gehalt zu gering ist, dann könnten Sie möglicherweise auch unterstützendes Harz IV beantragen. Dann stünde Ihrer Tochter auch das Bildungs- und Teilhabe-Paket zu, womit sich Ausflüge mit der Schule, das Mittagessen oder die Klassenfahrt finanzieren lassen. Die Kosten für Kinder diesen Alters werden ja auch nicht weniger. Wie sind denn die Besuchs- und Kontaktzeiten des Vaters zur Tochter geregelt? Stehen, bezüglich der Trennung, noch weitere Schritte an?
Ich wünsche Ihnen vorerst alles Gute für die Übergangszeit nach dem Auszug Ihres Partners und verbleibe mit besten Grüßen,
Beraterin Juliane

Ihr(e) Berater(in)

Juliane

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