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Tochter schreibt ins Tagebuch, dass sie sich umbringen möchte?!

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 26.08.15

Ursprungsanfrage
Liebes Beratungsteam,

ich bin momentan sehr aufgelöst und verzweifelt, da ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll.

Folgendes macht mir riesige Sorge:

Meine Tochter ist fast 15 Jahre alt. Ich habe in ihrem Tagebuch gelesen (jaja... ich weiß, das macht man nicht; macht man aber doch, wenn man sich Sorgen macht). Meine Tochter schreibt wörtlich: " Ich werde keine 18 Jahre alt. Was mich vom Selbstmord abhält? Dass ich ihn überleben könnte. " Weiter schreibt sie sinngemäß: " Ich verstehe nicht, wie er (Freund) mich lieben und anfassen kann, wo er doch 1000 Andere haben könnte ... ich bin das dickste Mädchen (170 cm groß, ca. 55 kg Körpergewicht) der ganze Schule."
Hinzukommt, dass sie mich - die Mutter - hinsichtlich des Körpergewichtes als Konkurrenz sieht.

Ich möchte ihr gern zur Seite stehen, mit Ihr darüber reden. Ich bin aber total verunsichert, ob ich dies überhaupt tun soll und wenn ja, wie es ist es am besten für mein Kind?

Mit vielen Grüßen

MF
Juliane
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Offenheit und das Vertrauen in das Team des Sorgentelefon. Bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort.
Die Zeit der Pubertät ist in den meisten Fällen für Eltern und für die betroffenen Kinder schwierig. Solch Informationen, wie Sie sie hier schildern, sind beängstigend. Dennoch sind sie meist nicht so gemeint, wie sie von Eltern verstanden werden. Da Kinder meist noch keine genauen Vorstellungen haben äußern sie sich einfach. Zudem ist vielen nicht klar was sie eigentlich an ihrem Leben stört. Die Gefühle sind so gegensätzlich, dass es schwer fällt sich diesbezüglich verständlich auszudrücken.
Gerade in dieser Phase ist ein beständiges Elternhaus wichtig. Sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihrer Tochter so oft wie möglich Kontakt haben. Unternehmen Sie etwas gemeinsam, damit Sie die Gedanken und Vorstellungen Ihrer Tochter näher kennen lernen. Meist sind Situationen, in denen jemand als Konkurrenz empfunden wird, ein Missverständnis, weil das Wissen der Kinder über Unterschiede noch zu gering ist. Ebenfalls ist die Wahrnehmung, gerade bei Mädchen, in dieser schwierigen Situation der Pubertät etwas verschoben und demnach nicht stabil. Sie sollten versuchen Ihre Tochter zu bestärken und ihr verständlich machen, dass es unterschiedliche Konstitutionstypen gibt. Wenn sie massive Probleme mit ihrem Gewicht hat, dann können Sie ihr, in Form von leichtem Sport, effektiven Trainingseinheiten, etwa mit einem Flexiband, und eine ausgewogenere Ernährung, helfen ihren Körper etwas mehr zu definieren. Wenn sie versteht, dass sie selbst etwas für ihren Körper tun kann, dann ist das gut, denn somit lernt sie Verantwortung für sich zu übernehmen.
In erster Linie sollten Sie natürlich der Persönlichkeit Ihrer Tochter mit Ernst begegnen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Kinder merken sehr schnell, wenn ihnen nicht genau zugehört wird und sind dann schwer enttäuscht. Gerade in ihren aktuellen Situationen, die oft verwirrend sein können, benötigen sie Bestätigung oder echte Hilfe. Das könnte unter Umständen das Verhältnis schwächen. Aber genau das Gegenteil ist jetzt angesagt.
Wie kamen Sie auf die Idee in das Tagebuch Ihrer Tochter zu schauen?
Gab es einen aktuellen Anlass, der zur Sorge berechtigte?
Wenn dann ist es sinnvoll gleich das direkte Gespräch zu suchen und Ausflüchte nicht zu dulden.
Wenn Sie bei Ihrer Tochter massive Probleme sehen oder sie sich Ihnen öffnet, dann gibt es die Möglichkeit die Hilfe einer Sozialarbeiterin der Schule hinzu zu ziehen. Vorher ist ein Gespräch mit dem Klassenleiter anzuraten. Auch eine ambulante Gesprächstherapie bei einem Therapeuten ist eine Möglichkeit Ihrer Tochter zu helfen. Leider sind die Wartezeiten auf einen Termin hier sehr lang. Vielleicht warten Sie ein Gespräch mit Ihrer Tochter ab, um zu sehen, was hinter diesen Gedanken steht. Wenn es eine Mobbing-Situation, vielleicht wegen ihres Gewichtes, gibt, dann ist die Schule der erste Ansprechpartner.
Ich hoffe Ihnen vorerst weitergeholfen zu haben. Gern können Sie mich weiterhin kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder eine begleitende Beratung wünschen.
Beste Grüße,
Beraterin Juliane

Ihr(e) Berater(in)

Juliane

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