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Schlappheit, Tränen und Lustlosigkeit

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 14.04.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe gerade durch Zufall diese Seite entdeckt, vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen. Bin seit einiger Zeit nervlich oder auch psychisch ziemlich am Ende, konnte mich aber noch nicht überwinden, einen Psychotherapeuten anzurufen für ein Beratungsgespräch. Seit längerer Zeit habe ich an nichts mehr Freude, ich stehe morgens auf und könnte heulen, gehe mit meinem Hund spazieren und könnte heulen... Ja, sogar auf der Arbeit braucht es nur die kleinste Kritik und schon kommen die Tränen. Zudem bin ich superschlapp, kann mich zu nichts mehr aufraffen. Selbst simple Pfannkuchen für meine beiden Kids sind manchmal schon so schwer, dass ich mich hinterher fühle, wie nach einem 3 Gänge-Menü. Ich mag keinen Sport mehr machen und bin froh, wenn ich einfach nur zu Hause sein kann und keine Verpflichtungen oder Termine habe. Es kommt nur noch so selten vor, dass ich lachen kann und einfach Spass am Leben habe. Habe zwei schon etwas größere Kids, einen Job, einen Hund, einen Garten, eigentlich doch alles schön und bin trotzdem in einem so tiefen Loch, aus dem ich einfach nicht wieder rauskomme, aber auch nicht die Überwindung finde, mit jemandem, den ich so gar nicht kenne, über alles zu sprechen.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
vielen Dank für Ihre Offenheit und dass Sie Ihre Symptome so detailliert beschreiben. Sie haben ja schon selber bemerkt, dass die Lustlosigkeit und die Motivationslosigkeit, die Sie seit einiger Zeit haben, nichts mehr zu tun haben mit einer normalen Stimmungsschwankung, die man ja besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit schon einmal hat. Jeder kennt das im Frühjahr ( Frühjahrsmüdigkeit ) oder gerade zur Zeit, wenn es kaum noch richtig hell wird, dass man ein wenig müde ist und dass man sich oftmals aufraffen muß, um irgendetwas zu tun. Jeder merkt aber, ob das eine "normale" Stimmungsschwankung ist und vor allem ist es dabei meist so, dass man wieder Freude an etwas bekommt, wenn man die kurzfristige Müdigkeit überwindet. Dann ist alles wie immer und man freut sich, dass man sich aufgerafft hat zu etwas.
Bei Ihnen aber ist es anders, und das haben Sie selbst schon bemerkt. Sie können Ihre Müdigkeit und Ihre Motivationslosigkeit nicht mehr mit dem Willen beeinflussen, denn wahrscheinlich ist es bei Ihnen keine jahreszeitlich oder hormonell bedingte Stimmungsschwankung.
Deshalb wäre mein dringender Rat, dass Sie sich schnell einen Termin bei Ihrem Hausarzt machen, der eine körperliche Ursache ausschliesst und einen Check bei Ihnen macht ( Blutuntersuchung und ähnliches, denn es kann auch schon mal an der Schilddrüse liegen, wenn man sehr müde und lustlos ist ), und der Sie dann eventuell zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten überweist, um festzustellen, ob bei Ihnen eine depressive Phase oder eine Depression vorliegt.
Es ist sehr wichtig, dass Sie keine Angst davor haben, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, denn zunächst einmal werden Sie dort eine genaue Diagnose bekommen und vor allem, wenn es eine Form der Depression sein sollte, kann diese sehr gut behandelt werden.
Eine Depression kann unterschiedliche Ursachen und Auslöser haben.. Es gibt Depressionen, die werden durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst ( Tod eines nahestehenden Menschen, Trennung, Scheidung ) oder es gibt auch Depressionen, die entstehen durch traumatische Erfahrungen oder Ereignisse ( etwa in der Kindheit ). Es gibt aber auch Formen der Depression, die entstehen ohne sichtbaren äußeren Anlass ( endogene Depression ), und bei allen Formen ist es so, dass der Stoffwechsel bestimmter Neurotransmitter im Gehirn gestört ist. Dieser Hintergrund ist wichtig, damit Sie verstehen, dass es nicht an der mangelnden Motivation liegt, dass der Betroffene sich zu nichts mehr aufraffen kann, sondern dass ihm wichtige Botenstoffe fehlen, die dafür sorgen, dass wir uns wohlfühlen und Motivation haben. Es bringt also nichts, zu warten und sich zwingen zu wollen, den Alltag wieder bewältigen zu können, der Betroffene kann aus sich heraus diese Phase nicht überwinden. deshalb gehen Sie bitte zu einem Facharzt und wenn wirklich eine Form der Depression festgestellt wird, dann kann man das gut behandeln. Sie werden zunächst Medikamente bekommen, die den gestörten Stoffwechsel bestimmter Neurotransmitter normalisieren und die darauf abzielen, den Spiegel der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin zu erhöhen. Diese Medikamente machen nicht abhängig und sie verändern auch nicht die Persönlichkeit. Das wird zwar manchmal noch von vielen Menschen angenommen, aber die Medikamente, die heutzutage verordnet werden, haben kein Abhängigkeitspotential mehr. Der Arzt wird Ihnen das geeignete Medikament verschreiben und er wird auch entscheiden, ob eine begleitende Psychotherapie anzuraten ist, denn es ist immer auch wichtig, die Ursache für diese Depression zu ergründen und dann zu bearbeiten. Das alles erfolgt aber Schritt für Schritt und Sie brauchen keine Sorge zu haben, dass Sie das überfordert. Sie sind unter ärztlicher Aufsicht und der Arzt wird die Therapie genau auf Sie abstimmen.
Ich schreibe Ihnen die Hintergründe, damit Sie verstehen, wie wichtig es ist, sich in Behandlung zu begeben und nicht abzuwarten, bis es von alleine besser wird - wenn es eine Form der Depression ist, dann wird es von alleine nicht besser und wenn es vielleicht eine Störung der Schilddrüse ist, was ja auch möglich wäre, dann muß auch das behandelt werden, von alleine wird sich das nicht regeln.
Die Medikamente bei einer Depression wirken nicht sofort, aber nach einiger Zeit merkt der Betroffene, dass es ihm spürbar besser geht, manche Patienten beschreiben das so, als wenn sie wie aus einem langen, kalten Winter wieder auftauchen und Farben und Wärme wieder wahrnehmen. Die Tabletten sorgen dafür, dass Botenstoffe im Gehirn, die aus dem Gleichgewicht geraten sind, wieder richtig arbeiten und das führt dazu, dass der Betroffene wieder Gefühle wahrnimmt und wieder in der Lage ist, zu handeln, denn das ist in einer depressiven Phase kaum möglich.
Überwinden Sie sich bitte und denken Sie daran, dass Ihnen das nur helfen kann, und Sie brauchen keine Sorge zu haben, dass irgendetwas gemacht wird, das nicht mit Ihnen abgestimmt wird. Sie entscheiden letztlich selbst und Sie können auch Ihrem Therapeuten frei wählen. Wenn Sie mit einem Arzt nicht zurechtkommen, dann können Sie auch durchaus einen zweiten Therapeuten wählen, denn es ist schon Vertrauen erforderlich, wenn man sich auf eine Therapie einlässt, und nicht zu jedem Menschen kann man Vertrauen aufbauen, ganz unabhängig von der fachlichen Kompetenz der Arztes.
Wenn es wirklich eine Depression bei Ihnen sein sollte und wenn es Ihnen durch die Tabletten besser geht, dann werden Sie in der Therapie auch Gelegenheit haben, zu ergründen, wo die Ursachen dafür liegen könnten. Auch das wird Ihnen vielleicht ganz neue Erkenntnisse bringen und Sie werden vielleicht auch etwas ändern können in Ihrem Leben. Oftmals ist es einem gar nicht bewusst, dass einen etwas belastet, und die Auseinandersetzung damit kann auch sehr befreiend sein, und insofern ist eine solche Situation auch eine Chance, sich mit seinen Einstellungen auseinanderzusetzen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie sich überwinden, sich in Behandlung zu begeben. Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, was hinter Ihren Symptomen stecken könnte und dass es sehr gute Möglichkeiten gibt, Ihre Situation zu verbessern. Neben den Medikamenten gibt es auch noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, um den Therapieerfolg zu unterstützen, zum Beispiel können Sie ein Entspannungsverfahren erlernen ( Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung ) , es gibt die Möglichkeit der Lichttherapie und Sie werden auch lernen, mit Stress besser umzugehen.

Viele Grüße, und Sie können sich jederzeit wieder melden.

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 574 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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