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Panikattacken bestimmen mein Leben

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 05.04.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe ein Anliegen. Seit jetzt ungefähr einem Monat läuft wieder alles aus dem Ruder. Seit ich mich von meinem Freund getrennt habe (sind wieder zusammen), kriege ich wieder überall Panikattacken und mir wird auch immer ganz komisch draußen. Ähnlich wie Schwindel, kann es nicht so gut beschreiben. Benommenheit oder ähnliches und ganz wackelig auf den Beinen und alles verzerrt und wanke ständig. Das kommt immer einfach so.
Ich hab jetzt ein sehr starkes Problem, da ich erst meinen Abschluss nach Klasse 9 habe, kann jetzt doch nicht Ende sein. Aber ich traue mich nicht zur Schule, da dieses Gefühl, gleich einfach umzukippen oder sonst was, viel zu hoch ist. Selbst, wo ich das hier jetzt schreibe, wird mir wieder ganz komisch, als würde ich verrückt werden und einfach zusammenbrechen. Ich habe auch Angst, Zug zu fahren, da es immer solange dauert, bis die nächste Haltestelle kommt. Mittendrin bekomme ich dann Panik und verzweifle. Ich gehe zwar täglich dreimal am Tag spazieren, aber sonst liege ich die ganzen Wochen im Bett und mache nichts, hänge nur vorm PC und weiß langsam nicht mehr, was ich nur tun soll. Ich hoffe, Sie können mir vielleicht sagen, was das ist. Ob es weg geht oder ob es für immer bleibt. Wenn ja, dann weiß ich echt nicht mehr weiter...
Es ist wirklich sehr schlimm, da für mich auch kurz einkaufen ein starkes Problem ist, ohne zu taumeln oder dass einmal der Boden unter mir weg gerissen wird. Ich halte es einfach nicht mehr aus...
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
ich kann mir vorstellen, dass Sie am Ende Ihrer Kräfte sind, denn Sie leiden unter sogenannten Panikattacken bzw. Panikreaktionen, die scheinbar aus dem Nichts und ohne Ankündigung auftreten.
Solche Attacken haben zum Hintergrund, dass der Betreffende sich in einer Konfliktsituation befindet, mit der er nicht umgehen kann und für die er keinen Ausweg weiß. Er befindet sich in einer Krise, weiß aber keine Lösung dafür. Diese Krise kann verschiedene Ursachen haben, die vielleicht auch schon länger zurückliegen (es können Traumata sein, oder aber ein Schicksalsschlag oder eine Trennung, ein Todesfall) und der Betreffende kann damit nicht umgehen und entwickelt Ängste. Es sind meistens Menschen, die ein hyperaktives Nervensystem haben und schlecht abschalten können, die mit Konflikten schwer umgehen können und die alles perfekt machen möchten, was aber natürlich nicht möglich ist. Es können in Einzelfällen auch Krankheiten hinter diesen Attacken stecken und manche Medikamente können ebenfalls Ursache sein.
Diese Angst, die aus dieser Krise oder Streßsituation entsteht, sucht sich nun ein Ventil und daraus entstehen diese Panikattacken, meistens in Situationen, in denen der Betroffene meint, keine Kontrolle über die Situation zu haben, also etwa in engen Räumen oder im überfüllten Bus oder im Kino.
Wenn Sie diese Hintergründe verstehen, werden Sie es leichter haben, etwas gegen diese Panikreaktionen zu unternehmen, aber Sie müssen dafür professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, denn erstens müssen Sie die Ursache dieser Angst herausfinden, und daraufhin können Sie unter Anleitung, mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie, diese Panikattacken in den Griff bekommen.
Ich würde Ihnen also dringend raten, am besten zunächst Ihren Hausarzt aufzusuchen, damit eine körperliche Ursache ausgeschlossen wird und der Hausarzt wird Sie dann zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten überweisen (am besten jemand, der spezialisiert ist auf Angststörungen) und dort werden Sie lernen, mit Ihren Ängsten besser umzugehen.
Eine solche Angststörung, wie Sie sie offenbar haben, ist sehr gut behandelbar, Voraussetzung ist jedoch, dass Sie sich Hilfe suchen und sich in Behandlung begeben. Denn wenn Sie sich die Hintergründe dieser Störung vor Augen führen, dann verstehen Sie, wie kompliziert die Zusammenhänge sind, und dass Sie das nicht alleine in den Griff bekommen können.
Die Behandlung ist auch deshalb so wichtig, weil diese Attacken erstens sehr unangenehm sind und vor allem, weil Sie mit der Zeit Ängste vor diesen speziellen Situationen entwickeln werden und daraufhin vermeiden werden, in diese Situationen hineinzugehen. Das hat zur Folge, dass Sie immer mehr die sozialen Kontakte verlieren, weil Sie ja alle Situationen meiden müssen, in denen Sie mit Menschen zusammenkommen. Am Schluss bleibt dann nicht mehr viel übrig und Sie ziehen sich immer mehr zurück. Dieses Vermeidungsverhalten ist eine große Gefahr bei einer Angststörung.
Sie hatten ja gefragt, ob das von alleine verschwindet und da ist die Chance ohne Behandlung eher gering - mit Behandlung besteht eine sehr große Chance, dass Sie diese Panikattacken überwinden.
In der Therapie werden zunächst die Hintergründe und die Auslöser der ersten Panikattacke ergründet (welche Ängste stecken dahinter, mit welcher Situation in Ihrem Leben kommen Sie nicht zurecht, wo liegt der Hauptkonfliktpunkt, haben Sie Angst, nicht gut genug zu sein, zu versagen etc.) und dann bearbeitet.
Im nächsten Schritt lernen Sie mit einer sogenannten Konfrontationstherapie diesen Attacken zu begegnen, indem Sie bewusst in die angstmachende Situation hineingehen (meistens mit Unterstützung des Therapeuten) und diese Situation mit all ihren Begleiterscheinungen (Herzklopfen, Schweißausbrüche usw.) aushalten und Sie werden dann merken, dass Ihnen nichts passiert und dass der Stresspegel irgendwann zurückgeht, denn diese Ängste spielen sich ja nur in Ihrem Kopf ab, es gibt ja keinen konkreten Grund in dieser speziellen Situation. Wenn Sie das einige Male erlebt haben, nämlich dass Ihnen in dieser Situation nichts passiert, dann werden Sie Schritt für Schritt solche Situationen wieder aufsuchen können, ohne dass es zu dieser übertriebenen Reaktion kommt.
Das ist aber ein Prozeß und muß begleitet werden, und vor allem, es muß die Ursache erforscht werden, denn nur dann macht auch die Verhaltenstherapie Sinn. Wenn Sie den Konflikt, der hinter dieser Angst steckt und für den diese Panikattacken Ausdruck sind, erkannt und bearbeitet haben, dann werden Sie mithilfe der Verhaltenstherapie bald lernen, wieder in all diese Situationen hineinzugehen, in denen momentan noch solche Panikattacken auftreten.
Sie lernen in der Behandlung, wieder mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit aufzubauen, denn diese fehlt Ihnen wahrscheinlich momentan. Sie lernen, die Zusammenhänge zwischen Ihren Angstgedanken, Angstgefühlen und körperlichen Reaktionen zu erkennen und dass diese Panikattacken allein durch Ihre eigenen Gedanken und Phantasien erzeugt werden.
Sie werden im Zuge dessen auch ein Entspannungsverfahren lernen, etwa Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung, damit Sie nicht ständig unter Anspannung stehen, auch Atemübungen sind sinnvoll.
Deshalb sollten Sie sich möglichst bald in Behandlung begeben, aber sich auch sagen, dass Sie eine sehr gute Aussicht darauf haben, dass Ihre Störung verschwindet, denn das ist der Fall und sollte Ihnen Mut machen.
Bis zu dem Termin hilft es Ihnen vielleicht, sich in der Situation folgendes klarzumachen:
1. Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihre Angst durch Ihre eigenen Gedanken und Phantasien erzeugen und dass Sie aus diesem Grunde durch eine Veränderung Ihrer Phantasien die Angst auch wieder abbauen können.
2. Versuchen Sie nicht, die Situation, in der Sie solche Attacken bekommen haben, zu vermeiden, denn dadurch bestätigen Sie innerlich die falsche Annahme, dass Sie diese Situation nicht überstehen werden.
3. Beobachten Sie Ihre Gedanken, die Sie in der Situation haben: wenn Sie sich ausmalen, dass Sie diese Situation nicht überstehen werden, dann muß der Körper ja mit Herzklopfen reagieren. Versuchen Sie sich zu sagen, dass absolut kein Grund besteht, sich vor der Situation zu fürchten. Sagen Sie sich, dass Sie die Situation überstehen, dass es jetzt unangenehm ist, aber dass nichts passieren kann, atmen Sie tief durch, dadurch werden Sie ruhiger und das Herzrasen lässt nach.
Das sind aber nur kleine Hilfestellungen, es ist trotzdem wichtig, dass Sie das unter professioneller Anleitung machen und auch nachher mit dem Therapeuten besprechen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Sie können sich jederzeit wieder per E-Mail melden oder aber auch telefonisch beim Sorgentelefon, wenn Ihnen ein persönlicher Austausch lieber ist.

Viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.




Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 574 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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