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Nach zwei familiären Todesfällen kommen meine Töchter nicht mehr miteinander klar

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 06.04.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe vor 3 Jahren meinen Schwiegersohn durch Krebs verloren, vor 1,5 Jahren meinen Mann durch einen Motorradunfall und meine beiden erwachsenen Töchter können nicht miteinander zurecht kommen.
Jetz hat mir die eine gesagt, dass sie Weihnachten nicht feiern möchte, wenn ihre Schwester dabei ist.
Ich kann einfach nicht mehr und würde am liebsten bei meinem Mann sein.
Kann ich etwas tun, um diese Phase zu überwinden?
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
ich kann Ihre Verzweiflung gut nachvollziehen und es ist verständlich, dass Sie sehr traurig über die Situation sind, wie sie sich im Moment darstellt.
Sie haben zwei Ihnen nahestehende Menschen in kurzer Zeit verloren und so ein Verlust muß verarbeitet werden. Ich weiß nicht, wie das Verhältnis zu Ihren Töchtern in der Vergangenheit war, aber es ist für alle Familienmitglieder ein schwerer Einschnitt, nahestehende Menschen zu verlieren. Jeder geht damit anders um und jeder hat seine individuelle Art der Trauerbewältigung.
Haben Sie sich nach dem Tod Ihres Mannes, der ja sehr plötzlich kam, Zeit für diese Trauerbewältigung genommen ? Hatten Sie die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen oder hatten Sie so viel zu tun, dass Sie ständig abgelenkt waren, was ja auch kurzfristig ein Schutz sein kann ? Ich stelle Ihnen diese Frage, weil es oftmals so ist, dass Menschen nach dem Tod eines Partners zur "Normalität" zurückkehren, weil erstens so viel zu tun ist und keine Zeit bleibt, richtig zu trauern, aber auch, weil sie Angst haben vor den Gefühlen, die aufkommen könnten, wenn sie sich wirklich damit beschäftigen. Das soll nicht heißen, dass die Normalität wirklich einkehrt, denn eine solche Verdrängung der Gefühle ist ja nur scheinbar eine Bewältigung und die Rückkehr zum Alltag ist nur ein Schutz, aber es wäre wichtig, dass Sie das nachholen, wenn Sie den Eindruck haben, dass es bei Ihnen so gewesen sein könnte.
Es vergeht eine Zeit und scheinbar hat man sich mit dem Tod des Partners abgefunden, in Wirklichkeit aber sind die Gefühle nur unterdrückt worden und kommen dann irgendwann, nach einiger Zeit oder durch gewisse Erlebnisse oder Erinnerungen, wieder mit aller Macht zum Vorschein.
Ein solches Ereignis ist zum Beispiel Weihnachten, da treffen viele Erwartungen aufeinander und auch gefühlsmäßig ist der Mensch in einer speziellen Situation, es werden Erinnerungen wach und gerade bei dem Tod eines Menschen denkt man an die Vergangenheit zurück, und das tut oftmals weh.
So ist es jetzt auch bei Ihren Kindern. Sie müssen als erstes einmal sehen, dass auch Ihre Töchter den Vater und eine Tochter den Ehemann verloren haben, und das ist ein ganz großer Schicksalsschlag, mit dem jeder erst einmal klarkommen muß, vor allem in so jungem Alter. Jeder trauert anders und offensichtlich gibt es zwischen Ihren Töchtern etwas, das sie auseinandergebracht hat.
Es ist verständlich, dass Sie sich wünschen, mit Ihren Töchtern gemeinsam Weihnachten zu feiern, aber Sie müssen auch akzeptieren, dass Menschen sich verändern und dass manchmal Ereignisse auch das Verhältnis zwischen Menschen verändern können, was nicht heisst, dass Ihre Töchter sich nicht auch wieder annähern könnten - irgendwann.
Ich würde Ihnen in der momentanen Situation folgendes raten:
Sie sollten sich nun erst einmal um sich selbst und um Ihre eigenen Gefühle kümmern und beginnen, den Verlust dieser beiden Menschen zu verarbeiten. Vielleicht suchen Sie sich eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die einen Partner oder nahestehende Personen verloren haben, dort werden Sie sehen, dass es vielen anderen Menschen ähnlich geht wie Ihnen, sie können sich austauschen, werden verstanden und kommen auch einfach wieder mit Leuten zusammen, ohne dass Sie Ihre Gefühl verbergen müssen. Solche Selbsthilfegruppen gibt es in jeder Stadt und eine Liste finden Sie in Ihren örtlichen Gesundheitsamt.
Wenn Sie merken, dass Ihnen das allein nicht genügt, dann können Sie auch einmal einen Termin bei einem Psychologen machen ( vielleicht suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt auf, der Sie dann überweist ), und dort können Sie Gespräche führen, damit Sie einen Weg finden, mit Ihre Gefühlen besser umzugehen.
Auch kann es helfen, dass Sie sich ein Hobby suchen - etwas, das Sie immer schon gerne getan haben, und vielleicht besuchen Sie einen entsprechenden Kurs, wo Sie mit anderen diesem Hobby nachgehen können, etwa Malen, eine Sportaktivität oder eine Handarbeit - es gibt bestimmt etwas, das Ihnen Spaß macht.
Es geht darum, dass wieder am Leben teilhaben und wieder Freude am Leben finden und sich mit anderen austauschen.
Bezüglich des Weihnachtsfestes könnten Sie sich doch mit Ihren Töchtern so einigen, dass Sie an jedem der Feiertage jeweils mit einer Tochter einen schönen Tag verbringen, am ersten Feiertag treffen Sie sich mit der einen, am zweiten mit der anderen Tochter. So haben Sie Weihnachten mit beiden Töchtern gefeiert, aber es kommt nicht zum Streit, auch wenn es für Sie schade ist, nicht beide gemeinsam bei sich zu haben. Sie müssen aber akzeptieren, dass Ihre Töchter erwachsene Menschen sind und nun mal ein Problem miteinander haben - was auch immer der Grund dafür sein mag - da macht es keinen Sinn, irgendetwas zu erzwingen, das müssen Ihre Töchter unter sich ausmachen.
Sie können in einer ruhigen Situation natürlich mit jeder Ihrer Töchter reden und der einen wie der anderen jeweils sagen, dass Sie das sehr belastet und dass es vielleicht doch eine Möglichkeit geben könnte, miteinander zu reden. Jeder könnte dann seine Gefühle dem anderen nahebringen und vielleicht liegt es auch an mangelnder Kommunikation oder an einem Mißverständnis, dass man sich auseinanderdividiert hat. Aber das sollten Sie in Ruhe angehen und Sie sollten akzeptieren, wenn Ihre Töchter das ablehnen, und vor allem sollte ein solches Gespräch nicht ausgerechnet an Weihnachten stattfinden.
Versuchen Sie, ein wenig zu vermitteln, aber nehmen Sie auch zu Kenntnis, wenn Ihre Töchter das nicht möchten, auch damit müssen Sie klarkommen. Das ändert ja nichts daran, dass Sie persönlich mit jeder Tochter ein gutes Verhältnis haben können. Behalten Sie auch immer im Hinterkopf, dass Ihre Töchter auch viel zu verarbeiten haben und dass jeder Mensch eben unterschiedlich damit umgeht, der eine zieht sich ehr zurück und möchte keinen Kontakt haben, der andere reagiert völlig anders. Lassen Sie Ihren Töchtern Ihre Art der Bewältigung und versuchen Sie, für sich nun etwas zu tun und aus dem Tief herauszukommen, dann wird es Ihnen auch leichter fallen, das Verhältnis Ihrer Töchter so stehenzulassen, wie es ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Sie können sich jederzeit wieder per E-Mail melden, oder aber auch telefonisch über unser Sorgentelefon, wenn Ihnen ein persönlicher Austausch lieber ist.

Viele Grüße und alles Liebe

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 574 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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