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Nach meinem Auslandaufenthalt ist zuhause nichts mehr, wie es war

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 04.02.16

Ursprungsanfrage
Guten Abend,

eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich lese die anderen Beiträge und denke mir "und du beschwerst dich!", aber es lässt mich einfach nicht los.

Wir sind eine ganz "normale" Familie. Ab und zu mal Streit und Krach, dann ist wieder alles in Ordnung und wir sind froh einander zu haben. Bloß in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass es einfach nicht mehr so ist, wie vorher. Ich bin 19 und war 9 Monate im Ausland und habe das Gefühl, dass sich eventuell auch dadurch etwas geändert hat.

Ich beginne einfach mal mit meiner älteren Schwester (23). Es ist so, dass ich immer etwas besser in der Schule war als sie und ich habe das Gefühl, dass sie bis heute vielleicht eifersüchtig ist oder sich schämt, wenn es um bestimmte Dinge geht und sie jemanden fragen muss. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin für sie da und das weiß sie eigentlich auch. Sie kann mich jederzeit fragen, ohne sich blöd vorzukommen, ich bin ein Mensch, der wirklich gerne anderen hilft, aber ich komme einfach nicht an sie heran. Meine Mutter weiß auch nicht weiter. Sobald sie ihr sagt "warum machst du es nicht so?" fühlt sich meine Schwester angegriffen und macht dicht. Natürlich gibt es dann auch noch zusätzlich Eigenschaften, die uns an ihr nerven, was meine Mutter dann auf die Palme bringt und meine Schwester vielleicht wieder denken lässt "nie mache ich was richtig" und schließlich sind alle wieder stink sauer und "leben weiter", wie bisher. Dazu kommt, dass meine Schwester einfach oft nur halbwegs zuhört und liest. Ich kann also kaum eine lange Diskussion beginnen, ohne dass sie abschweift. Habe daran gedacht einen Brief zu schreiben, aber weiß nicht, ob sie den lesen wird.

Meine Eltern streiten sich zur Zeit auch oft. Vielleicht liegt es am großen Altersunterschied (12 jahre). Ich dachte eigentlich schon, dass sie sich noch lieben, aber vor ein paar Wochen ist mir der Gedanke gekommen, dass es vielleicht auch nicht so ist und das fand ich sehr erschreckend. Ich möchte dazu aber nichts fragen, da mir das peinlich ist und meine Eltern in diesem Sinne noch nie große Redner waren (damit meine ich, was Ehe und Co. angeht).
Oft merke ich auch, dass sehr viel an meiner Mutter hängen bleibt. Ihr fällt das erst jetzt so richtig auf, denn wir Kinder sind auf dem besten Wege alleine durch die Welt zu gehen und sie hat einfach keine Lust mehr, jedem hinterher zu rennen. Vielleicht hat sie auch Angst etwas falsch gemacht zu haben. Wahrscheinlich macht sie sich einfach nur Sorgen um unsere Zukunft.
Mein Vater ist das alles aber so gewohnt (Frau schmeißt Haushalt und Mann arbeitet. Er hilft schon oft mit, aber meine Mutter fühlt sich nicht genug verstanden.)
Das alles sind Kleinigkeiten, die mich einfach fertig machen und mir immer mehr zusetzen. Es scheint keiner mehr so richtig arg glücklich zu sein und das vermisse ich. Wenn ich das aber erwähne, versteht mich wieder keiner, weil jeder denkt "jetzt spricht wieder die 'Abiturientin', die zu viel ausholt und alles besser weiß", dabei möchte ich nur helfen.

Womit wir zu mir kommen: dem eigentlichen Problem?
Ich bin wieder Zuhause aus meinem Auslandsaufenthalt und weiß nicht, wohin mit mir. Alle meine Freunde finden sich langsam zurecht und wissen schließlich auch, wohin mit ihrem Leben. Ich würde (das meine ich ernst) wahnsinnig gerne Regie oder Drehbuch studieren. Was wieder wahnsinnig schwierig ist, denn entweder man "rutscht" hoffentlich in den Beruf hinein oder studiert an einer teueren Fachhochschule. Meine Eltern unterstützen mich sogar und vertrauen mir. Sie sind nicht sehr begeistert, wollen natürlich auch, dass ich eine sichere Zukunft habe, aber trotzdem Freude am Beruf, aber langsam kommen mir Zweifel. Wir sind nicht wirklich wohlhabend. Nur eine durchschnittliche Familie, die alle zwei Jahre in den Urlaub geht. Es macht mir Angst, dass ich mit meiner Entscheidung falsch liegen könnte und das Geld sich nicht gelohnt hat. Das möchte ich aber keinem sagen, sonst sind alle enttäuscht von mir, dass ich das nicht schon eher wusste und alle mich von der FH abbringen wollen.

Das ist der Stand der Dinge. Es hört sich banal an, aber irgendwie hat mich das heute so mitgenommen, dass ich erst einmal weinen musste (was sehr selten vorkommt).

Ich würde gerne mit Freunden darüber reden können, aber ich hab Angst, dass sie dann schlecht von mir denken (das hört sich lächerlich an...aber ist trotzdem wahr). Außerdem ist meine Mutter oft mein Ansprechpartner und das klappt hier natürlich nicht.

Es tat echt gut das niederzuschreiben und ich hoffe, ihr habt ein paar Tips für mich.
Ein riesengroßes Dankeschön fürs Lesen!
Marion Lampert-Gruber
Hallo, vielen Dank für deine Anfrage und dein Vertrauen!

Nach deinem Auslandsaufenthalt hast du dich verändert und deine Familie auch. Durch den gewonnenen Abstand hast du einen ganz neuen Blick auf die Dinge. Da ist es hilfreich mal alle Gedanken aufzuschreiben, um den Kopf frei zu bekommen.

Du machst dir sehr viele Gedanken um andere und möchtest möglichst keine Fehler machen. Da kann es schon einmal passieren, dass einem alles über den Kopf zu wachsen droht. Eure Familie ist in einer klassischen Umbruchsituation. Bevor sich da alles neu sortiert und geordnet hat, herrscht zunächst gefühltes Chaos. Gut möglich, dass auch deine Eltern sich jetzt erst wieder neu finden müssen. Das ist allerdings nichts, was du wirklich beeinflussen kannst.

Wenn deine Schwester sehr oft gute Ratschläge bekommt, dann fühlt sie sich klein. Auch sie muss ihre Erfahrungen und Fehler machen, um daran zu wachsen und ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Als Schwester kannst du ihr zeigen, was du an ihr besonders schätzt und sie darin ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Deine beruflichen Wünsche sind schon da, aber das Gerüst dazu ist noch etwas wackelig. Offensichtlich hast du viel Freude am Lesen und Schreiben. Das ist eine gute Grundlage für viele Berufe. Risikofreudig bist du wohl auch, sonst wärst du nicht alleine ins Ausland gegangen. Eine gute Richtschnur für Entscheidungen sind unsere Werte. Dir scheint zum Beispiel deine Familie noch sehr wichtig zu sein. Und auch finanzielle Sicherheit. Darauf möchtest du Rücksicht nehmen, ohne deinen Berufswunsch aus den Augen zu verlieren, richtig?

Wie wäre es, wenn Regie und Drehbuch schreiben dein langfristiges Ziel bleibt, du es aber in mehrere Schritte aufteilst? Dann könntest du überlegen, ob es eine Ausbildung gibt, die dir zunächst eine gewisse Sicherheit bietet, nicht so teuer ist, aber schon einmal eine gute Grundlage für deinen späteren Berufswunsch darstellt. Hast du dich in die Richtung schon einmal beraten lassen?

Wenn du deine berufliche Laufbahn so aufbaust, step by step, dann brauchst du auch keine Angst haben, einen riesen Fehler zu machen. Du wächst dann sozusagen in deinem Tempo, in deinen Berufswunsch hinein.

Abschließend hätte ich noch einen Buchtipp für dich: Was soll ich studieren? Ein Leitfaden für zweifelnde Studenten und die, die es nie werden möchten. Autor: Robert Kraxner
Der Autor befasst sich in diesem Buch mit genau den Fragen, die du dir gerade stellst. Vielleicht schaust du mal rein.

Nun bin ich gespannt auf deine Rückmeldung und hoffe, dir ein wenig geholfen zu habe. In jedem Fall wünsche ich dir für deine Zukunft alles Gute!

Herzliche Grüße
Marion Lampert-Gruber




Ihr(e) Berater(in)

Marion Lampert-Gruber

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