Das Sorgentelefon

kompetente Lebensberatung und psychologische Beratung

1,79 € / Min. (mobil höher)
min. 1 Berater telefonisch verfügbar!
kostenfrei
derzeit nicht möglich
Das Sorgentelefon ist ein Dienst für psychologische Beratung mit ausgebildeten und qualifizierten Beratern. Eine neutrale Stimme zeigt oft neue Lösungen. Lass dir Mut machen, dich stärken und dir neue Wege aufzeigen. Du hast es dir verdient, dass dir jemand zuhört. Genau in diesem Augenblick stehen ein einfühlsame Berater bereit.

Meine Mutter macht mir das Leben schwer

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 16.12.15

Ursprungsanfrage
Hallo,
im Moment bin ich sehr verzweifelt und sehe keinen Ausweg, daher habe ich mich dazu entschlossen, Ihnen zu schreiben. Es geht um das Verhältnis zu meiner Mutter, zuvor jedoch ein wenig zur Vorgeschichte. Ich (weiblich, 26 Jahre alt) wohne aktuell noch bei meiner Mutter, da ich noch studiere. Hinzu kommt, dass ich unter starken gesundheitlichen Problemen leide (u.a. Morbus Crohn und dadurch Untergewicht, Nebennierenschwäche, Mangelzustände, zahlreiche Allergien, leichte Depression), wodurch ich meinen Nebenjob an der Uni aufgeben musste und mein Studium sich nun etwas verzögert hat. Meine Mutter (58) leidet unter ähnlichen gesundheitlichen Problemen, wir sind jedoch beide seit Dezember 2014 in der Behandlung einer Heilpraktikerin und machen allmählich gesundheitliche Fortschritte.
Das Verhältnis zu meiner Mutter war immer sehr eng, wir konnten über alles sprechen, wir wussten alles voneinander und haben uns bis auf kleinere Streitigkeiten immer ganz gut vertragen. Dieses enge Verhältnis rührt daher, dass mein Vater Alkoholiker war, woran er letztendlich gestorben ist. Meine Mutter hat in der Vergangenheit sehr viele Schicksalsschläge durchlebt und hat dadurch ein extremes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, das sich manchmal auch gegen mich richtet. Zudem verfügt sie über ein recht aufbrausendes Temperament, sie ist recht schnell gereizt und als Kind habe ich auch schon mal die ein oder andere Ohrfeige abbekommen, aber keine schlimmere Gewalt. Sie sagt, ich hätte sie durch mein Verhalten zu sehr gereizt, ich kann es rückblickend nicht mehr beurteilen, da ich aber ein sehr ruhiger und sensibler Mensch bin, sind mir diese Ohrfeigen doch sehr schmerzlich in Erinnerung geblieben. Einmal hat sie meinetwegen sogar einen Stuhl an der Wand zerschlagen, da war ich 10 Jahre alt und habe das als sehr bedrohlich empfunden.
Hinzu kommt, dass sie mir heute noch manchmal sagt, dass ich als Kind wohl nie ihre Nähe gesucht habe und dass ich sie anscheinend nicht liebe. Im Gegenzug hat sie mir aber auch schon häufig gesagt, dass meine Geburt nicht geplant war und sie mich zu Beginn nicht wollte. Häufig weiß ich nicht, warum sie meine Zuneigung nicht spürt, ich tue so viel, um ihr keine Sorgen zu bereiten? Wir sprechen sehr viel, kein übermäßiges Feiern, keine Drogen, kein Alkohol, in der Uni nur Noten mit 1,0. Sie ist meiner Studienwahl nicht wirklich glücklich und beklagt regelmäßig, dass wir nicht die gleichen Interessen hätten. Es fallen dann Sätze wie: Andere Töchter interessieren sich viel mehr für die Hobbys der Mutter oder Ich habe in der Erziehung alles falsch gemacht oder In deinem Alter habe ich schon 10 Jahre gearbeitet. Solche Sätze verletzen mich, da ich wirklich alles versuche, obwohl ich momentan unter meinen gesundheitlichen Problemen leide. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich kann es ihr nicht recht machen.
Nun hat es sich in den letzten Wochen so entwickelt, dass meine Mutter durch kleine Streitigkeiten heftige cholerische Anfälle bekommt. Heute wollte sie beispielsweise einen Vogelkäfig aufbauen und ich sollte ihr helfen. Ich hatte aber in dem Moment keine Lust. Ich weiß, dass das nicht richtig war und ich ihr öfter helfen müsste. Sie wird dann aber sofort beleidigend und sagt mir Dinge wie: Du tickst ja nicht ganz richtig,
Bist du bescheuert?? Ich kann mich in dem Moment nicht zusammenreißen und fange häufig an zu diskutieren, weil ich nicht beleidigt werden möchte und weil ich versuchen möchte, die Situation zu klären. Sie macht dann sofort dicht, spricht nicht mehr und schickt mich weg. Ich möchte mich aber wegen solcher Kleinigkeiten nicht heftig streiten, sage ihr das auch und versuche einfach, meine Situation darzulegen, worauf sie regelrecht ausrastet. Zuerst schreit sie mich heftig an, ich solle ruhig sein und dann fängt sie an zu weinen. Ich wollte gehen, darauf hat sie mir noch gesagt, ich müsse nun ausziehen und sie würde keinen Cent für mich zahlen, sie ließe sich von mir nicht kaputt machen. Ich habe nur gesagt, dass ich das nicht wollte, aber auch nicht immer beleidigt werden möchte, worauf sie vollends ausgerastet ist. Sie hat geweint, geschrien, hyperventiliert und wie vor Schmerzen gestöhnt und da ich von ihrer Nebennierenerschöpfung weiß, habe ich große Panik bekommen und sie angefleht, sich zu beruhigen. Inzwischen hat sie sich beruhigt, spricht aber kein Wort mehr mit mir. Ich vermute, dass dieses Verhalten von ihrer gesundheitlichen Situation herrührt und meine Sorge ist nun, dass ihre Wutausbrüche immer heftiger werden. Ich versuche mich daher, zurückzunehmen, aber mir fällt es sehr schwer, alles zu schlucken, wenn sie wieder beginnt, zu sticheln oder mich zu beleidigen. In Wahrheit mache ich mir gewaltige Sorgen und bin zugleich traurig, so abgelehnt zu werden. Nun suche ich nach einer Lösung, vielleicht wäre es das Beste, wenn ich wirklich ausziehe, allerdings bin ich gesundheitlich noch nicht so stabil, dass ich mich problemlos neben dem Studium alleine um einen Haushalt kümmern kann und ich verdiene noch kein eigenes Geld. Ich müsste demnach mein Studium kurz vorm Master abbrechen. Falls sich meine Mutter wieder beruhigt und ich doch Zuhause wohnen bleiben kann, weiß ich nicht, wie ich solche Konflikte in Zukunft verhindern kann. Ehrlich gesagt, habe ich sogar Angst, dass sie handgreiflich wird. Ein Gespräch in einer ruhigeren Situation bringt leider nichts, das haben wir schon versucht. Sobald wir sprechen, sagt sie, ich würde nur sinnlos diskutieren wollen. Ich will versuchen, mich noch mehr zu bessern, bin aber im Moment einfach nur verzweifelt. Haben Sie einen Rat für mich?...
Marion Lampert-Gruber
Hallo, vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Vertrauen!

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Beziehung zu Ihrer Mutter emotional äußerst belastend für Sie ist. Und ich finde es eher normal, dass Töchter in Ihrem Alter sich nicht zwingend für die Hobbies Ihrer Mütter interessieren. Das ist an sich die Aufgabe der Ehepartner und nicht der heranwachsenden Kinder. Zwischen Ihnen und Ihrer Mutter ist scheinbar einiges durcheinander geraten. Soweit ich es von Außen betrachten kann, gehen viele Vorwürfe gar nicht an Sie, sondern sind noch aus der Vergangenheit Ihrer Mutter mit dem verstorbenen Mann. Sie als Tochter dienen heute zum Teil als Projektionsfläche.

Doch Schuldgefühle, Angst und Erniedrigung führen zu einem sehr ungesunden Klima der Abhängigkeit. Ich möchte Sie darin ermutigen, Ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Mutter braucht Hilfe, aber Sie können Ihr nicht das geben, was Ihr fehlt. Wäre es für Sie denn möglich, unter vier Augen mit Ihrer Heilpraktikern über diese Dinge zu sprechen? Ich könnte mir vorstellen, dass Sie bei ihr Verständnis finden würden. Und im Rahmen der Schweigepflicht dürften Sie sich auch geschützt fühlen. Sie wollen Ihrer Mutter ja nicht schaden, aber Sie brauchen Unterstützung!

Wenn Sie nicht alleine wohnen können, wie wäre es dann mit einer WG oder einem Studentenwohnheim? An den meisten Hochschulen gibt es Anlaufstellen für solche Fragen, auch was die Finanzierung angeht. Dafür müssen Sie Ihr Studium doch nicht zwingend aufgeben. Sicher gibt es hier einiges zu bedenken und im ersten Moment auch viele Wenn und Abers. Vielleicht schreiben Sie mir zunächst einmal, wie meine Sichtweise auf Sie wirkt und ob etwas davon hilfreich für Sie ist. Dann können wir diese Aspekte noch mehr miteinander vertiefen.

Für heute möchte ich Ihnen gerne ein Zitat aus dem Film WIE IM HIMMEL mitgeben, das mir beim Lesen Ihrer Zeilen sofort eingefallen ist: Wenn ich mit Schuldgefühlen rumlaufe, bin ich nicht in der Lage mich selbst zu lieben. Und niemanden anders. Man sollte kein Haus betreten, in dem einem gesagt wird, man sei schlecht. Man sollte in ein Haus gehen, in dem einem gesagt wird: Du bist wunderbar!

Herzliche Grüße
Marion Lampert-Gruber





Ihr(e) Berater(in)

Marion Lampert-Gruber

Tel. 09001 - 445 401 195 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 118 eingeben.

Möchtest du auch eine kostenlose, schriftliche Beratung? Psychologische Beratung kostenlos nutzen
Oder möchtest du lieber anrufen?
Tel.: 09001 - 445 400 195
ODER wähle einen Berater von dieser Liste
1,79 € / Min. (mobil höher)
Oder ohne 0900 ab 1,20€/Min. auf Festnetz anrufen
(empfohlen wenn du vom Handy anrufst):