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Meine Freundin hat in der Reha mit einem anderen rumgemacht

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 17.03.16

Ursprungsanfrage
Liebes Team vom Sorgentelefon,

ich habe heute eine Nachricht bekommen, die mich aus den Schuhen gehauen hat! Ich bin momentan echt am Boden zerstört und realisiere gerade erst so richtig, was eigentlich passiert ist.

Meine Freundin ist in Reha und nimmt starke Medikamente, wegen denen sie eigentlich keinen Alkohol trinken darf. Wir sind erst ein paar Monate zusammen, haben aber eine sehr innige und tiefe Verbindung zueinander. Wir lieben uns wirklich sehr und ich bezeichne sie auch als meine große Liebe. Das beruht bei uns auf Gegenseitigkeit. Wir telefonieren täglich und schreiben auch sehr viel, weil wir uns so selten sehen können.

Sie ist wirklich niemand, den man als unschön bezeichnen würde, was dazu führt, dass sie oft angemacht wird. So auch in der Reha.
Letztens wurde sie von jemanden festgehalten und angefasst, sodass ihr ein anderer zur Hilfe kommen musste und sie ihn wegen sexueller Belästigung gemeldet hat. Dummerweise ist der, der ihr geholfen hat, auch genau der, der es als nächstes versucht hat.

Heute wollte ich sie eigentlich besuchen. Gestern war sie mit der Truppe noch in einer Bar und hat dummerweise etwas Alkohol getrunken. Sie schrieb mir zu hause noch, dass sie jetzt gut angekommen sei und sie sich schon auf mich freut. Ich schrieb ein paar Minuten nach dieser Nachricht zurück, bekam aber keine Antwort mehr.
Ich dachte, dass sie halt schon ins Bett gegangen sei, hatte aber trotzdem ein seltsames Gefühl im Magen. Und ich sollte leider recht behalten. Denn ein paar Minuten später, ist etwas dummes passiert.

Heute Morgen rief sie mich an und sagte, dass es wohl nichts wird. Sie hätte ganz schlimme Magenkrämpfe und hätte die Nacht auch nur drei Stunden geschlafen. Sie würde mich im Laufe des Tages noch anrufen.

Und heute rief sie mich dann an und sagte, dass sie mir etwas beichten müsste. Gestern, als sie nach Hause kam und duschen ging, kam der, der ihr geholfen hatte, ziemlich betrunken, einfach in ihr Zimmer. Sie war leider auch nicht nüchtern und er hat... naja... eins kam zum anderen. Sie sind aber nicht zum Äußersten gegangen, weil sie ihn weggeschickt hat, weil ihr plötzlich bewusst geworden ist, was sie da eigentlich tut.

Unter Tränen hat sie mir dies gestanden und gesagt, dass sie auch nicht weiß, warum sie das getan hat. Sie war für einen Moment einfach schwach und hat mitgemacht, aber es noch abgebrochen, bevor es zum Äußersten gekommen ist. Sie hat mich um Verzeihung angefleht und mir geschworen, dass ihr das nichts bedeutet hat und der Typ ihr auch überhaupt nichts bedeutet. Sie kann sich einfach nicht erklären, warum sie das gemacht hat und würde sich wünschen, dass das nie passiert wäre. Daher auch die Magenkrämpfe. Sie hat sich wohl sogar so oft übergeben, bis sie Blut erbrochen hat.

Ich liebe sie wirklich sehr und hab ihr verziehen.

Ich weiß, wann sie die Wahrheit sagt und das war definitiv aufrichtig. Mein Problem ist jetzt nur, dass ich diese verdammten Bilder nicht aus meinem Kopf bekomme. Ich muss mir jetzt die ganze Zeit vorstellen, wie meine Liebe mit einem anderen Mann rummacht. ich weiß nicht, was ich dagegen machen soll. Vor allen Dingen will ich ihr wirklich vergeben und das vergessen, weil ich sie unendlich liebe!

Und ich mache mir jetzt auch die ganze Zeit Vorwürfe. Warum ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe und sie gewarnt habe? Was sie betrifft, weiß ich immer, ob etwas nicht stimmt, selbst wenn ich nicht mit ihr rede und einige Stunden nichts von ihr gehört habe. Es ist einfach so, dass ich manchmal so etwas wie eine Eingebung habe, wenn man das so nennen kann und weiß, dass gerade etwas passiert ist. Bei dem, der sie festgehalten hatte, hatte ich diese Ahnung und bei diesem Vorfall genauso.

Wie soll ich jetzt damit umgehen und wie bekomme ich diese Bilder weg?
Ich habe zu ihr gesagt, dass ich nach unserer Aussprache am liebsten so schnell wie möglich zum Alltag zurück kehren möchte, um dieses Ereignis hinter uns zu lassen und in die Zukunft zu blicken. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, Dinge kurz und klein zu reden, weil man es so immer wieder aufwärmt. Oder liege ich da falsch? Ich würde es mit ihr zusammen einfach so gerne hinter uns lassen.

Viele Grüße von einem Hilfesuchenden
Christian Geinitz
Hallo "Maik",

Sie haben da etwas sehr Unschönes erlebt und ich verstehe, dass Sie sehr betroffen sind und gewisse Bilder nicht aus dem Kopf kriegen. Zunächst finde ich es sehr schön, dass Sie Ihrer Freundin verziehen haben. Das ist für Ihre Beziehung und Liebe sehr wichtig. Meiner Meinung nach haben Sie vollkommen recht, dass Sie die Angelegenheit nicht zerreden. Ich würde versuchen, sehr oft mit Ihrer Freundin zu sprechen - nicht über "das" Thema, sondern über Sie beide, Ihre Liebe, Ihre Zukunftspläne und möglichst viel Zuversicht verbreiten. Ihr auch immer wieder zu verstehen geben, dass Sie ihr beistehen und für sie da sind. Vielleicht schaffen Sie es doch, Sie ein wenig öfter zu besuchen, solange sie in der Reha ist. Und wenn das nicht möglich ist, ist das auch nicht so schlimm, wenn Sie so oft telefonieren und sich schreiben. Ich habe den Eindruck, dass Sie alles richtig machen - auch nach diesen Vorfällen. Wenn die Gedanken daran auftauchen (ich glaube aber, dass sie von selbst mit fortschreitender Zeit nachlassen) und Sie vielleicht sogar zu grübeln anfangen, dann versuchen Sie sich abzulenken mit Arbeit, Sport oder Tätigkeiten, die Sie gern machen, und treffen Sie sich mit Bekannten und Freunden. Möglichst wenig allein sein. Wenn Sie aber allein sind, versuchen Sie diese Gedanken "wegzupusten" und sagen sich, dass Ihre Freundin Sie liebt und nur weil Sie wahrscheinlich betrunken war, es zu dieser Szene kam, die sie dann ja abgebrochen hat (was ihr ja auch positiv anzurechnen ist). Nehmen Sie Ihre Freundin gedanklich in den Arm und machen Sie sich klar, dass Sie Ihr geliebter Freund sind und wirklich kein anderer. Jeder Mensch macht Fehler und wenn Sie sich das immer wieder sagen, können Sie die schlechten Gedanken eher vertreiben. Übrigens, Vorwürfe, dass Sie sie nicht gewarnt haben, brauchen Sie sich wirklich nicht zu machen, denn dass Ihr Bauchgefühl sich als berechtigt erwies, konnten Sie wirklich nicht wissen. Versuchen Sie die ganze Geschichte abzuhaken und sich auf eine schöne gemeinsame Zukunft zu freuen (in der es aber auch immer mal wieder Aufs und Abs geben kann - so ist nun mal das Leben).
Ich wünsche Ihnen, dass Sie bald keine schlechten Gedanken mehr haben und alles Gute auch für Ihre Freundin.
Selbstverständlich können Sie sich wieder melden auch telefonisch.
Beste Grüße
Christian Geinitz

Ihr(e) Berater(in)

Christian Geinitz

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