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Meine Frau ist durch unsere Kinder und den Alltag bei mir in Vergessenheit geraten

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 04.04.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe folgendes Problem:
Ich bin seit 2006 verheiratet, unser erstes Kind kam 2010, das zweite Kind 2013.
2013 habe ich vom Schichtdienst in den normalen Tagdienst gewechselt. Seitdem habe ich mich dann abends vermehrt um die Kinder gekümmert.

Dabei ist etwas von meiner Arbeit, die ich hätte zu Hause machen sollen, liegen geblieben. Das Wichtigste jedoch ist, dass ich meine Frau seit dem Zeitpunkt zwar nicht vergessen habe, jedoch vergessen habe, dass ich noch eine Frau habe. Ich habe nicht mal mehr gemerkt, wenn sie krank war, dass ich mich um sie kümmern muss, sondern sie musste sich aufraffen, um den Kindern ein Essen zu machen. Dies nur so als Beispiel. Auch habe ich ihr nicht mehr gesagt, wie sehr ich sie doch liebe.

Vor ca. einer Woche hatten wir eine Aussprache. Dabei sagte sie, dass sie keine Gefühle mehr für mich hat. Und ob sie wieder welche bekommen werde, weiß sie nicht.
Aufgrund der Aussprache bin ich voll von den Socken gefallen, da ich nicht wusste, wie ich meine Frau in den letzten zwei Jahren so verletzt habe. Ich bereue natürlich alles.

Seit Wochen muss ich schon auf der Couch schlafen, da sie keine Zärtlichkeiten von mir mehr will.

In der Aussprache habe ich auch gefragt, ob ich ausziehen soll, sagte aber auch, dass ich um sie kämpfen werden, denn ich liebe sie noch genauso, wie bei unserer Hochzeit. Sie sagte auch sofort, dass ich nicht ausziehen soll, glaubt mir aber momentan nicht, dass ich sie noch so liebe.

Momentan weiß ich wirklich nicht mehr weiter, da ich mich sofort ändern will, bzw. auch getan habe. Ich sage ihr immer wieder, dass ich sie liebe. Sie glaubt mir aber nicht so wirklich. Ich will sie auch nicht gleich "überfallen", jedesmal, wenn ich ein Gespräch suche. Ich habe es mal versucht, ob wir nicht gemeinsam mit den Kindern ein paar Tage weg fahren, damit wir aus dem täglichen Trott herauskommen und sie sich nicht gleich wieder um das "Kochen", "Haushalt" etc. kümmern muss. Sie meinte, dass ich ein Wochenende mal mit meinen Kollegen in ein Sporttrainingslager (war bereits so geplant) fahren soll.

Vielleicht haben Sie einen Tipp, wie ich meine Frau wieder davon wirklich überzeugen kann, wie sehr ich sie doch noch liebe und weiterhin unsere Ehe als das Wichtigste sehe. Soll ich ihr Zeit geben, kann man sagen, wie lange das andauert? Vielen Dank für Ihre Rückantwort.
Susanne Bodin
Lieber Ratsuchender,

Sie befinden sich wirklich in einer schwierigen Situation, aber den ersten, richtigen und wichtigen Schritt haben Sie ja bereits gemacht: Sie haben sich mit Ihrer Frau ausgesprochen und ihr signalisiert, dass Sie sie lieben und dass Sie in Zukunft etwas verändern möchten.
Ich denke, das wichtigste Problem bei Ihnen beiden und der Grund dafür, dass die Situation so eingetreten ist, wie sie momentan besteht, ist die mangelnde Kommunikation.
Sie müssen ja folgendes sehen : Sie schreiben, dass Sie sich um die Kinder gekümmert haben und auch mit der Arbeit ziemlich viel Stress hatten ( Umstellung der Arbeitszeit usw. ) und dass Sie dabei Ihre Frau "vergessen" haben - natürlich nicht wirklich, sondern äußerlich. Es geht aber auch um Sie, denn bitte überlegen Sie doch auch einmal, was Sie alles getan haben - Sie waren ja nicht untätig, Sie haben gearbeitet, sich um die Kinder gekümmert und das ist auch eine Leistung und Belastung. Vielleicht stellen Sie sich selbst die Frage, warum Sie Ihre Frau nicht mehr wahrgenommen haben, denn das wäre wichtig, um auch innerlich eine Veränderung einzuleiten. es geht ja bei allem auch um Sie und Sie dürfen sich nicht die alleinige "Schuld" an der Situation geben.
Wenn es in einer Beziehung kriselt, sind immer beide Partner beteiligt. Es ist nie nur ein Partner, der dazu beiträgt, und gerade in Ihrem Fall ist es ja nicht so, dass Sie zum Beispiel einfach weggegangen wären und sich um nicht mehr gekümmert hätten - im Gegenteil, Sie haben ja auch einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Familie geleistet, aber offensichtlich waren Sie eben auch einfach überfordert.
Da könnte man auch anfügen, dass Ihre Frau genauso gut einmal das Gespräch mit Ihnen hätte suchen können und Sie vielleicht hätte fragen können, ob Sie Streß in der Arbeit haben und warum Sie sie nicht mehr wahrnehmen. Sie sollten sich nicht die alleinige "Schuld" geben, auch der Partner kann durch sein Verhalten signalisieren, dass etwas schiefläuft.
Was ist denn aus Ihrer Sicht die Ursache dafür, dass Sie Ihre Frau nicht mehr wahrgenommen haben - haben Sie eine Idee ? Waren Sie schlicht überfordert oder hätten Sie vielleicht auch gerne mal mit ihr über Ihre Situation gesprochen ?
Das wäre doch der erste Ansatzpunkt : Sie müssen beide lernen, wieder miteinander zu kommunizieren, und Sie müssen sich gegenseitig sagen, was Sie fühlen, welche Bedürfnisse Sie haben und was Sie sich vom anderen vielleicht wünschen.
In der jetzigen Situation ist es natürlich gut, dass Sie Ihrer Frau signalisieren, dass es Ihnen leidtut, aber Sie sollten sich nicht als der alleinige Verursacher fühlen, sondern Sie beide gemeinsam sind verantwortlich für das Gelingen Ihrer Partnerschaft. Sie können einmal überlegen, ob Sie in Zukunft einen Abend in der Woche für Sie beide freihalten, und an diesem Abend darf jeder reihum entscheiden, was er gerne unternehmen möchte, vielleicht ist es ein Kinobesuch, oder Sie kochen gemeinsam. Dabei können Sie in Ruhe miteinander reden und Sie können vereinbaren, daß jeder jeweils eine bestimmte Zeit ( 10 Minuten ) über seine eigenen Gefühle und Wünsche sprechen darf - was hat er erlebt, wie geht es ihm, was wünscht er sich vom anderen. Sie dürfen sich aber gegenseitig nicht unterbrechen, sondern müssen den anderen diese 10 Minuten ausreden lassen. Auf diese Weise erfahren Sie wieder vom anderen, wie es ihm überhaupt geht und was in ihm vorgeht, und Sie können sich wieder annähern.
Das alles braucht Zeit, Sie können Gefühle nicht erzwingen, aber wenn Sie beide lernen, wieder miteinander zu reden, dann wird sich eine Veränderung einstellen, und Sie werden in Zukunft früher merken, was bei dem anderen nicht stimmt. Sagen Sie Ihrer Frau auch ganz ehrlich, wo Sie die Gründe dafür sehen, dass Sie sie nicht mehr wahrgenommen haben, das ist wichtig, denn es geht ja auch um Sie. Sie möchten ja auch wahrgenommen werden und haben genauso das Recht darauf, überfordert zu sein und sich jemandem anvertrauen zu dürfen, Sie waren auch alleine mit Ihren Gefühlen.
Geben Sie Ihrer Partnerschaft Zeit, und vor allem kommunizieren Sie miteinander, und akzeptieren Sie auch, dass nicht alles von heute auf morgen wieder harmonisch werden kann. Dass Sie Ihre Frau lieben, haben Sie ihr gesagt, und das ist schon ein ganz wichtiger Schritt, und dann warten Sie ab, was sich verändert, wenn Sie wieder mehr und vor allem ehrlicher miteinander reden und umgehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Sie können sich jederzeit wieder per E-Mail melden oder aber auch telefonisch beim Sorgentelefon, wenn Ihnen ein persönliches Gespräch lieber ist.

Viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.


Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 092 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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