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Meine Depression war fast weg, doch jetzt habe ich wieder ständig Angst

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 02.03.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe gerade so unheimliche Angst. Ich weiß nicht, wovor ich denn genau Angst habe, aber es geht mir gerade ziemlich schlecht. Ich habe seit ungefähr drei Jahren eine Depression, habe bis März diesen Jahres Medikamente dagegen genommen, auch gegen die Ängste und letzten Sommer war ich zwei Monate in ener Klinik und habe eine Therapie gemacht. Eigentlich ging es mir seit ein paar Monaten besser, aber in den letzten Wochen hat es wieder angefangen. Ich fühle mich so einsam und habe ständig diese Angst, vor allem in der Nacht. Ich würde sowas normalerweise auch nicht hier im Internet schreiben, nur ich weiß gerade echt nicht weiter... Vielleicht hilft es ja, mit euch zu reden. Wäre euch sehr dankbar
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

zunächst erst einmal vielen Dank für Ihr Vertrauen in das Sorgentelefon und für Ihre Offenheit. Es ist gut, dass Sie Ihre Probleme nicht mit sich selbst auszumachen versuchen, sondern sich Hilfe holen, und Sie wissen ja, dass Sie hier anonym sind.
Sie haben ja geschrieben, dass die Diagnose Depression bei Ihnen gestellt worden ist und dass Sie auch Medikamente genommen haben, allerdings habe ich es so verstanden, dass Sie seit März diesen Jahres die Medikamente nicht mehr einnehmen.
Eine Depression ist eine Krankheit, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und auch unterschiedliche Auslöser haben kann. Die Glückshormone, die der Mensch normalerweise ausschüttet und die für eine gleichmäßige Stimmung sorgen, werden bei einer Depression nicht mehr in genügendem Maße gebildet und deshalb ist es erst einmal wichtig, dass man Medikamente nimmt, um den Gehirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Stimmung zu stabilisieren. Danach kann man den Ursachen der Depression auf den Grund gehen, und das haben Sie ja auch getan, indem Sie eine Psychotherapie gemacht haben, die ja auch erfolgreich war. Es gibt ganz unterschiedliche Facetten der Krankheit Depression, manchmal steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund, manchmal liegt der Schwerpunkt auf der Bearbeitung der auslösenden Faktoren, die in traumatischen Erlebnissen in der Kindheit oder auch später liegen können, das ist ganz individuell. Es ist aber immer wichtig, dass die Medikamente konsequent eingenommen werden. Die heutigen Medikamente machen nicht mehr abhängig und sind auch meistens sehr gut verträglich.
Deshalb würde ich Sie gerne fragen, warum Sie die Medikamente nicht mehr einnehmen? Haben Sie das mit Ihrem Therapeuten besprochen oder haben Sie das für sich entschieden? Ich würde Ihnen raten, mit dem Therapeuten zu sprechen und er wird Ihnen wahrscheinlich auch sagen, dass es wichtig ist, die Medikamente weiter zu nehmen, denn die Ängste, die Sie haben, können Sie nicht mit Ihrem Willen beeinflussen, so sehr Sie das auch wollen. Sie werden sehen, wenn Sie einige Zeit die Medikamente wieder nehmen, werden Sie auch die Angstattacken nicht mehr so heftig und häufig haben, denn Sie haben ja gesehen, dass es eine Zeit lang sehr viel besser war.
Eine Depression ist eine längerfristige Krankheit, aber man kann sie sehr gut in den Griff bekommen und man kann auch langfristig gut damit leben, wenn man gelernt hat, damit umzugehen. deshalb dürfen Sie nicht ungeduldig werden. Es ist ein langer Prozeß, aber Sie haben erfolgreich begonnen, sich der Krankheit zu stellen und Sie werden das auch weiterhin schaffen.
Überlegen Sie sich, ob Sie wieder die Medikamente nehmen wollen, und machen Sie auch wieder einen Termin bei Ihrem Therapeuten. Manchmal ist es gut, wieder eine Zeit lang Gespräche zu führen, und manchmal kommt man wieder gut alleine klar. Das ist aber auch überhaupt nicht schlimm, Sie merken ja die Anzeichen, wenn es wieder stimmungsmäßig schwieriger wird, und Sie können dann sofort aktiv werden.
Wie leben Sie denn Ihren Alltag? Es wäre auch wichtig, dass Sie auf sich achten, dass Sie sich mit Freunden treffen, und dass Sie sich immer eine Auszeit nehmen und sich um Ihre seelischen Bedürfnisse kümmern. Können Sie das in Ihren Alltag integrieren? Vielleicht haben Sie ja auch in der Klinik ein Entspannungsverfahren gelernt, auch das kann unterstützend wirken, wenn man viel Stress hat und angespannt ist.
Das alles ersetzt aber nicht die Medikamenteneinnahme und die professionelle Begleitung, das sollten Sie bedenken.
Haben Sie einmal überlegt, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen? Es gibt in jeder Stadt solche Selbsthilfegruppen für Depressionen, man kann beim Gesundheitsamt eine Liste bekommen und sich dann dort melden. Sie werden dort sehen, dass Sie nicht alleine sind mit Ihrer Krankheit, dass es ganz viele Menschen gibt, die damit leben müssen und man kann sich mit den Menschen austauschen, die die gleichen Symptome und Probleme haben und sich wertvolle Tipps holen, möglicherweise auch Bekanntschaften schließen.
Haben Sie denn mal überlegt, ob es einen bestimmten Auslöser gab, der dazu geführt haben könnte, dass es Ihnen in letzter Zeit wieder schlechter geht? Es muß aber auch nicht immer ein besonderes Ereignis sein, das dazu geführt hat, denn es gibt immer Phasen, in denen es einem nicht so gut geht, aber Sie sind natürlich durch die Krankheit empfänglicher für solche Stimmungsschwankungen und spüren sie heftiger. Wenn es aber doch einen Auslöser gab, dann können Sie vielleicht dort ansetzen und überlegen, wie Sie die Situation verbessern können - sei es privater oder beruflicher Art.

Ich hoffe, Sie können einige der Anregungen verwerten und können sich dazu durchringen, die Medikamente wieder zu nehmen oder zumindest einen Termin bei Ihrem behandelnden Arzt zu machen, um das zu besprechen. Wenn irgendetwas ist und Sie reden möchten, können Sie sich auch gerne telefonisch beim Sorgentelefon melden und Sie können mir natürlich jederzeit wieder schreiben.

Viele Grüße und alles Gute für Sie!

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 574 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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