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Mein Mann trinkt und behandelt mich nicht gut

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 21.03.16

Ursprungsanfrage
Mein Mann trinkt. aber nicht zu Haus, sondern wenn er seinen Freizeitaktivitäten hat, danach. Dann kommt er irgendwann nach Haus, klingelt mich wach und beschimpt mich aufs Äußerste, wurde auch schon handgreiflich, nächsten Tag gibt es keine Entschuldigung, sondern nur: Ich bin schuld.
Arbeite in Schichten. Er ist Rentner, wir sind 36 Jahre verheiratet. Sexuell geht es bei ihm auch nicht mehr. Am liebsten würde ich mich trennen. Habe auch versucht, mit ihm ganz nomal zu reden. Dann meint er nichts dazu, aber auch, du kommst finanziell gar nicht klar. Ich bin Geringverdiener, er ist sehr uneinsichtig und meint, ist doch nicht so schlimm. Ich brauche auch meinen Schlaf und Ruhe, um am nächsten Tag arbeiten zu gehen. Es interessiert ihn aber nicht, denn er meint, er habe genug gearbeitet. Ich finde ihm fehlt der Respekt. Habe versucht, mit ihm normal zu reden, geht nicht. Dann seine Aussage: Musst du es machen, wenn du meinst. Kriegste eh nicht hin...
Es muss doch für mich einen Weg geben, auch wenn ich nicht viel Geld habe. Ach so, getrennte Konten haben wir auch, weil er meint, ich bin zu dumm, alleine zu wirtschaften. Habe ihm immer den Rücken freigehalten, damit er seine ehrenamtliche Arbeit ausüben kann, ist aber selbstverständlich für ihn.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Vertrauen in das Sorgentelefon.
Sie befinden sich zweifellos in einer schwierigen Situation. Es ist immer sehr schwer für Angehörige, wenn der Partner ein Alkoholproblem hat, denn einerseits möchte man demjenigen helfen, andererseits muß man aber auch an sich selbst und an die eigene Lebensqualität denken.

Aber ich denke, bei Ihnen geht es nicht nur um das Alkoholproblem Ihres Mannes, sondern Sie machen sich insgesamt Gedanken, wie es mit Ihrer Ehe weitergehen könnte.
Ihr Mann benimmt sich Ihnen gegenüber nicht gut, er beleidigt Sie und geht nicht fair mit Ihnen um. Überlegen Sie doch einmal, ob das immer schon so war oder ob das erst in der letzten Zeit so geworden ist, und dann wäre zu fragen, ob Sie einen Grund dafür finden können.
Sie sollten sich auch fragen, warum Sie sich so etwas sagen lassen von ihm und warum Sie sich so beleidigen lassen. Sie sind seine Ehefrau, und Sie haben das Recht, gut behandelt zu werden, das sollten Sie sich immer wieder sagen, zumal Sie ja auch einiges für ihn getan haben, wie Sie schreiben.
Es gibt für Sie in der jetzigen Situation zwei Möglichkeiten:
Die erste Überlegung ist, ob Sie überhaupt noch Gefühle für Ihren Mann haben und ob Sie sich vorstellen können, noch einmal einen Versuch zu starten, die Ehe aufrecht zu erhalten oder zu retten. Sie müssen das nicht sofort entscheiden, fragen Sie sich ganz in Ruhe, ob Ihnen noch etwas an der Beziehung liegt und ob Sie dafür kämpfen wollen, ob Sie die Kraft dazu haben.
Wenn es so ist, dann würde ich Ihnen vorschlagen, in einem ruhigen Moment mit Ihrem Mann zu reden. Sie sollten ihm aber keine Vorwürfe machen, sondern ihm sagen, wie Ihre Gefühle sind. Wie fühle Sie sich, wenn er sich Ihnen gegenüber so verhält und wenn er Sie beleidigt ? Sagen Sie ihm das, am besten in der Ich-Form. Sagen Sie ihm auch, dass Sie sich Sorgen um ihn machen wegen des Alkohols, und dass auch Sie gesundheitlich nicht in der Lage sind, das noch lange durchzuhalten. Schlagen Sie ihm vor, dass Sie ihn begleiten zu einem Arztbesuch und dass Sie ihn unterstützen, wenn er sich entschliesst, das Alkoholproblem anzugehen. Sie können auch vorschlagen, dass Sie mal wieder etwas gemeinsam unternehmen, um sich anzunähern, vielleicht haben Sie ja auch ein gemeinsames Hobby.
Sie können auch überlegen, eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen, aber nur unter der Voraussetzung, dass auch beide bereit sind, für die Weiterführung der Beziehung etwas zu tun, und wenn Ihnen wirklich wichtig ist, die Beziehung aufrecht zu erhalten.
Ich denke, das wäre ein Weg, um noch einmal einen Schritt auf Ihren Mann zuzugehen, damit Sie sich nicht vorwerfen müssen, dass es vielleicht doch noch eine Chance gegeben hätte.

Falls Sie aber sagen, dass Sie die Kraft nicht mehr haben, für die Ehe zu kämpfen, und dass Sie auch keine Chance mehr sehen, noch einmal Gefühle zu Ihrem Mann aufzubauen, dann sollten Sie sich überlegen, sich Unterstützung zu suchen und sich zu erkundigen, wie eine Trennung aussehen könnte.
Sie müssen und können sich nicht von heute auf morgen trennne, ich kann mir vorstellen, dass das viele Ängste auslöst, gehen Sie das ganz ruhig an und machen Sei sich einen Plan.
Zunächst könnten Sie zu einem Anwalt gehen oder zu einem Fachmann, der Ihnen hilft, herauszufinden, wie es finanziell bei Ihnen weitergehen könnte. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, mit einer Bekannten zusammenzuziehen oder in eine WG zu gehen oder vielleicht fällt Ihnen irgendetwas ein, was in Ihren Rahmen fallen könnte. Vor allem versuchen Sie, in Ihrem Bekanntenkreis Unterstützer zu finden, die Ihnen helfen, mit der Situation klarzukommen, die Ihnen Tipps geben können und mit den en Sie auch einfach nur reden oder Zeit verbringen können.
Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein, weil Sie Ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und weil Sie dann merken, dass Sie möglicherweise auch allein zurechtkommen könnten.
Und es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Ihr Mann "aufwacht", wenn er merkt, dass Sie wirklich ernsthaft die Schritte zur Trennung in die Wege leiten. Er wird sich dann auch fragen, wie er alleine zurechtkommen will und wird sich Gedanken machen.
Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn er wieder Ihnen gegenüber äußert, dass Se das "sowieso nicht hinbekommen" oder ähnliches. Verfolgen Sie weiter Ihren Weg und bleiben Sie ganz ruhig, lassen Sie sich nicht provozieren. Je mehr Ihr Mann merkt, dass Sie sich distanzieren und dass er Sie nicht mehr beleidigen kann, umso mehr wird er sich überlegen, wie er sich verhält und ob es richtig ist, was er Ihnen gegenüber tut.
Sie werden sehen, dass allein schon die Beschäftigung damit, wie Ihr weiterer Lebensweg aussehen könnte, Ihr Selbstbewusstsein stärkt und wie viele Möglichkeiten es gibt, die Sie vielleicht im Moment noch gar nicht absehen können. Überlegen Sie sich, welche der beiden Möglichkeiten für Sie in Betracht kommt, also ob Sie noch einmal einen versuch starten wollen, die Ehe zu retten, oder ob Sie in Richtung Trennung etwas unternehmen wollen. Und dann gehen Sie ganz in Ruhe Schritt für Schritt, machen sich einen Plan, wie der nächste Schritt aussehen könnte und lassen sich nicht entmutigen, wenn nicht alles sofort funktioniert.
Sie können mir gerne auch schreiben, in welche Richtung Ihr Weg gehen könnte, oder Sie können auch unser telefonisches Angebot nutzen, wenn Sie möchten.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie aktiv werden, um Ihren weiteren Lebensweg selbst zu gestalten und zu bestimmen.

Viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Habe mir alles durchgelesen. Aber mit meinem Mann kann man nicht reden. Er sieht kein Problem, sondern, dann ist es so und basta. Habe ihm auch schon den Vorschlag gemacht, da wir 36 Jahre verheiratet sind und im grossen und ganzen jeder sein Ding macht, zum grössten Teil macht er es. Komm, wir setzen uns zusammen. Er sagt, was Sache ist, ob er noch mit mir zusammen sein will, bekomme ich zur Antwort, muss ich entscheiden. Also, er drückt sich und ist feige vor der Verantwortung und Konsequenz.
Ich fühle mich alleine gelassen, darf arbeiten gehen, den Haushalt komplett erledigen und dann ist die Leere. Also, ich komme mir überflüssig vor. Dann habe ich Frust und kaufe mir was, das er nicht gut heißt und sagt dann, ich kann nicht mit Geld umgehen. Hilfe von Bekannten habe ich nicht, bin in dieser Sache auf mich alleine gestellt. Manchmal fragt man sich, wofür?
Schönen Abend.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
Sie haben sich, wie ich aus Ihrer erneuten E-Mail herauslese, im Grunde für die zweite Möglichkeit entscheiden, die ich Ihnen als Vorschlag ausgeführt hatte. Ich kann gut verstehen, dass Sie sich alleingelassen fühlen, aber es nutzt Ihnen nichts, in dieser Situation zu verharren, sondern Sie müssen etwas unternehmen und den ersten Schritt tun, damit sich etwas ändert und damit Sie wieder Lebensfreude und eine Perspektive bekommen.
Wenn Sie sich innerlich entschieden haben, mit Ihrem Mann nicht mehr zusammenbleiben zu wollen und da ja auch offenbar kein erneutes Gespräch mit Ihrem Mann möglich ist, könnten Sie als erstes einen Anwalt oder eine Beratung aufsuchen und sich in der Hinsicht beraten lassen, wie es finanziell bei Ihnen aussieht und welche Möglichkeiten Sie haben. Das kann nur ein Fachmann entscheiden, und vielleicht gibt es ja Optionen, die Sie noch gar nicht bedacht haben oder die Sie gar nicht in Erwägung ziehen. Machen Sie sich ein Bild von der Situation und möglicherweise stehen Ihnen ganz neue Wege offen.
Sie könnten auch versuchen, eine Selbsthilfegruppe zu finden, in der sich Angehörige von alkoholkranken Menschen treffen, um sich auszutauschen und um sich gegenseitig zu unterstützen. Auf diese Weise würden Sie wieder in Kontakt mit anderen Menschen kommen und sehen, dass es vielen anderen ähnlich geht wie Ihnen und dass Sie gar nicht so alleine mit Ihrem Problem sind. Bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt gibt es Informationen über solche Zusammenkünfte und meistens auch eine Liste mit Selbsthilfegruppen.
Dort bekommen Sie bestimmt viele Vorschläge, wie eine Trennung aussehen könnte und Sie werden den Mut aufbringen, eine Trennung in Angriff zu nehmen und den ersten Schritt zu gehen.
Sie können Ihre Situation nur verändern, indem Sie aktiv werden, auch wenn das viel Kraft erfordert und mühsam ist. Sie wollen in Zukunft wieder ein Leben mit Freude und schönen Erlebnissen führen und um das zu erreichen, sollten Sie jetzt diesen Weg gehen, denn wenn Sie alles so lassen wie bisher, dann wird sich von selbst nichts ändern.
Ich kann gut verstehen, dass Sie verzweifelt sind und ein Gefühl der Ausweglosigkeit haben, und es steht Ihnen auch zu, traurig zu sein, denn immerhin waren Sie 36 Jahre mit Ihrem Mann zusammen und das kann man nicht so einfach verarbeiten.
Versuchen Sie aber, aus dieser Passivität herauszukommen und sich Informationen zu beschaffen, wie es weittergehen könnte. Überlegen Sie auch, was Sie sonst für sich tun können, damit Sie wieder Freude empfinden. Haben Sie ein Hobby, tun Sie etwas gerne oder gibt es etwas, was Sie schon lange nicht mehr getan haben? Dann tun Sie das wieder, auch wenn es nur ein Spaziergang ist oder eine Handarbeit, die Sie wieder beginnen oder etwas in der Richtung. Auch in dieser Hinsicht könnten Sie sich einer Gruppe anschließen, es gibt Sport- oder Handarbeitsgruppen, die sich treffen und wo Sie mal über etwas anderes nachdenken und reden könnten.
Auf diese Weise bekommen Sie wieder den Bezug zu anderen Menschen und können Schritt für Schritt aus Ihrer Situation herauskommen. Denken Sie jetzt an sich, Sie haben ja Ihrem Mann immer den Rücken freigehalten, wie Sie erwähnt haben, und nun sind Sie an der Reihe und sollten für sich sorgen, damit es Ihnen wieder besser geht.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie sich dazu entschließen, den ersten Schritt zu gehen.

Viele Grüße

Ihre Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 574 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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