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Mein Mann ist plötzlich verstorben und hat mir Schulden hinterlassen

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 08.03.16

Ursprungsanfrage
Hallo!
Mein Name ist Rena, ich habe sehr viele und große Sorgen, ich weiß nicht mehr weiter. Ich wünsche mir, es kann mir jemand helfen...
Susanne Bodin
Liebe Rena,

es ist gut, dass Sie sich an uns wenden und dass Sie mit Ihren Sorgen nicht mehr allein sein wollen. Manchmal ist man in einer so verzweifelten Lage, dass man denkt, es könne einem niemand helfen, meistens kommen verschiedene Dinge zusammen und man weiß einfach nicht mehr weiter, ist an einem Punkt, wo das Fass förmlich droht, überzulaufen.
Damit ich Ihnen helfen kann oder damit wir gemeinsam überlegen können, was Sie konkret tun oder ändern können, bräuchte ich ein paar Informationen über Ihre Situation und über Ihre konkrete Problematik. Sie wissen ja, dass Sie hier anonym sind und deshalb können Sie ruhig schreiben, was Sie belastet und was Ihr Problem ist - natürlich nur grob und Sie müssen auch nicht alle Einzelheiten schildern, aber zumindest muß ich einen Anhaltspunkt haben, worum es bei Ihnen geht. Meinen Sie, Sie könnten mir ein wenig mehr schreiben, vor allem, was Sie im Moment am meisten belastet?
Wenn ich Ihnen allgemeine Ratschläge geben würde, dann würde Ihnen das in Ihrer konkreten Situation nicht wirklich weiterhelfen, denn jeder Mensch hat sein spezielles Problem, seine spezielle Geschichte und deshalb kann/muß man sehr individuell auf den einzelnen eingehen, um wirklich weiterführende Ratschläge zu geben, die Ihnen auch konkret etwas nutzen.
Sie können sich auch telefonisch an uns wenden, wenn Ihnen das lieber ist, das müssen Sie entscheiden.
Vielleicht ist es auch für Sie eine Erleichterung, Ihr Problem entweder schriftlich oder in einem Telefonat loszuwerden, das heißt, sich von der Seele zu schreiben oder zu reden.

Ich hoffe, Sie können sich dazu entschliessen, es gibt immer einen Weg, den man gehen kann, um eine problematische Situation besser oder anders zu bewältigen.

Alles Gute für Sie und viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Mein Mann ist am 22.05.14 plötzlich verstorben, er hat mich mit 15 jahren aus einen schrecklichen Elternhaus geholt (mein Vater machte Selbstmordversuche, wir waren 4 Mädchen und mußten alles mit ansehen. Meine Mutter wollte er mit einer Axt erschlagen...
Mein Mann und ich haben zwei wunderbare Töchter, mit der Wende haben wir uns selbstständig mit einem Bettenfachgeschäft gemacht, dazu gehört eine Bettfedernreinigung. Mein Mann hat alles schriftliche alleine gemacht, er sagte immer, wenn ich ihm helfen wollte, dass ist nichts für mich, es würde mich nur aufregen. Also, habe ich keine Erfahrung mit Buchhaltung. Ich muß aufhören, die Tränen laufen mir zu sehr. Mit dem Tod meines Mannes habe ich 120.000 Euro SCHULDEN geerbt. DerGgedanke macht mir schreckliche Angst, denn diese Summe schaffe ich nicht alleine. Ich arbeite täglich 11-12 Stunden und dann falle ich in mein Bett und bekomme kein Auge zu. Die Bank hat alles von uns, unser Wohnhaus, erbaut in den 80ger Jahren von meinem Mann und mir, da haben meine Schwiegereltern ein lebenslanges Wohnrecht eingetragen. Ich mußte mir eine kleine Wohnung suchen, da meine Schwiegermutter mich vom ersten Tag NICHT mochte, ich kannn nicht essen, ich kann nicht schlafen, ich habe schlimme Angst, dass ich mir etwas antue. BITTE HELFEN SIE MIR.
Susanne Bodin
Liebe Rena,

ich kann mir gut vorstellen, dass Sie nervlich am Ende sind und dass Sie die momentane Situation total überfordert. Das ist aber auch absolut nachvollziehbar, denn Sie mußten und müssen den Tod Ihres Mannes verarbeiten, Sie müssen sich in die Geschäftsbuchhaltung einarbeiten und, was noch schlimmer ist, Sie müssen mit der Enttäuschung leben, dass Ihnen Ihr Mann so viele Schulden hinterlassen hat und Sie nun auf diesem Schuldenberg sitzen.

Zunächst würde ich Ihnen raten, sich an eine Schuldnerberatungsstelle zu wenden. Das sind so komplexe Zusammenhänge, die Sie alleine gar nicht bewältigen können, zumal Sie auch vorher nie in der Buchhaltung des Geschäfts mitgearbeitet haben.
Sie brauchen keine Schamgefühle zu haben, wenn Sie sich diese Hilfe suchen, denn Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen plötzlich vor einem Schuldenberg stehen - sei es, dass sie durch Trennung oder Scheidung mit dieser Situation konfrontiert werden, oder durch den Tod des Partners, oder aber auch durch eine falsche Geschäftspoltitik. Manchmal merkt man das gar nicht oder ist sich der Tragweite gar nicht bewusst, wenn man ein Geschäft hat, und plötzlich wird klar, wie hoch der Schuldenbetrag ist. Also, versuchen Sie, einen klaren Kopf zu bewahren und sagen Sie sich, dass es jetzt so ist, und dass Sie schauen müssen, wie Sie mit der Situation zurecht kommen. Es wird Ihnen dort jemand helfen, das alles genau aufzuarbeiten und dann wird ein Konzept gemacht, wie Sie aus dieser Lage herauskommen - notfalls mithilfe einer Privatinsolvenz. Aber das können Sie nicht alleine machen, Sie brauchen Unterstützung. Fragen Sie doch auch mal Ihren Steuerberater, vielleicht hat der noch ein paar Tipps oder kennt nähere Einzelheiten. Wenn Sie diesen Schritt gemacht haben, dann haben Sie den Anfang gemacht, die Situation Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen.
Als nächstes würde ich Ihnen dringend raten, Ihren Hausarzt aufzusuchen und um eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten zu bitten, denn auch in dieser Hinsicht brauchen Sie dringend Unterstützung. Haben Sie einen Hausarzt, zu dem Sie Vertrauen haben? Es ist wichtig, dass Sie anfangen, sich mit dem Tod Ihres Mannes, Ihrer Trauer und den Gefühlen auseinanderzusetzen, die daraus entstanden sind, dass Sie von diesen vielen Schulden zu Lebzeiten Ihres Mannes ja gar nichts wussten. Das ist eine gefühlsmäßige Belastung, die Sie die ganzen Monate verdrängt haben und die Sie verdrängen mußten, weil Sie aufgrund der Arbeitsbelastung gar nicht in der Lage waren, sich damit auseinanderzusetzen. Sie hatten gar keine Zeit zum Trauern, und Sie merken, dass das langsam Ihre Kräfte übersteigt. Auch wenn Sie wenig Zeit haben, nehmen Sie sich bitte diese Zeit für Termine bei einem Fachmann/einer Fachfrau, denn dort können Sie über Ihre Gefühle, über Ihre Trauer und über Ihre möglicherweise entstandene Wut reden und Sie lernen, besser damit umzugehen. Auch kann man vielleicht vorübergehend ein leichtes Antidepressivum einsetzen, damit Sie innerlich ein wenig zur Ruhe kommen und auch wieder Lebensmut bekommen. Dese Mittel machen nicht mehr abhängig, da brauchen Sie keine Angst zu haben. Die Medikamente heutzutage sind ohne Abhängigkeitspotential und gerade in solchen schwierigen Situationen ist es oftmals sehr hilfreich, ein solches Mittel vorübergehend einzusetzen, gerade auch, um mal wieder durchschlafen zu können. Das wird aber der behandelnde Arzt entscheiden.
Langfristig könnten Sie noch überlegen, sich eine Selbsthilfegruppe für Menschen zu suchen, die einen geliebten Menschen verloren haben. In jeder Stadt gibt es solche Gruppen, oder auch in den Kirchengemeinden, die Trauergruppen anbieten. Dort sehen Sie, dass es ganz vielen Menschen so geht wie Ihnen, Sie können sich austauschen und merken, dass Sie nicht alleine sind. Auch können Sie vielleicht einmal etwas gemeinsam unternehmen, damit Sie wieder mit Menschen zusammen sind und auch etwas Schönes erleben, wieder am Leben teilnehmen.

Am wichtigsten ist momentan aber, dass Sie eine Schuldenberatung aufsuchen und dass Sie sich psychologische Hilfe suchen, denn Sie können so viele Probleme nicht alleine lösen, das kann niemand. Versuchen Sie, trotz der vielen Arbeit zwischendurch etwas für sich zu tun, und wenn es nur ein Spaziergang durch die Natur ist oder Sie nehmen ein Bad, um zu entspannen und um ein paar Momente für sich zu haben.
Wie ist denn das Verhältnis zu Ihren Töchtern? Können Sie Ihre Töchter vielleicht auch um ein wenig Unterstützung bitten, mit ihnen reden? Natürlich müssen auch Ihre Töchter mit dem Tod des Vaters klarkommen, aber manchmal hilft es, gemeinsam über alles zu reden und auch vielleicht darüber zu reden, was Sie alles an schönen gemeinsamen Erlebnissen in der Vergangenheit hatten. Auch das gehört zur Trauerbewältigung und Verarbeitung, und das hilft Ihnen sicherlich auch aus dem Tief heraus.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und versuchen Sie, Schritt für Schritt die einzelnen Probleme anzugehen. Sie werden sehen, wenn Sie den ersten Schritt gemacht haben, dann geht es immer weiter und Sie können sich neue Ziele setzen, auf die Sie hinarbeiten können. Das wird alles seine Zeit dauern, aber wenn der erste Erfolg sich einstellt, können Sie auch wieder nach vorn schauen. Momentan denken Sie, Sie stehen vor einem riesigen Berg, das ist auch ganz normal, aber Sie werden diesen Berg Schritt für Schritt bewältigen.

Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.

Ihre Beraterin Susanne B.



Ratsuchende(r)
Danke, für ihre schnelle Antwort, bei einer Schulnerberatung war ich. Die sagten mir, was ich denn wolle, ich solle doch alles verkaufen und dann wäre ich da raus. Wer kauft heute ein Haus mit 2 Personen darin, mietfrei auf Lebenszeit? Auch vor der Zukunft habe ich Angst, ich werde nie eine Rente bekommen .Wir hatten uns privat abgesichert, jeder von uns hatte 2 Versicherrungen mit einem sehr guten Auszahlbetrag, aber die Bank wollte alle 4 haben.Nun, was kann ich tun, ich weiß einfach nicht weiter. Ich bin sooo ratlos, Gibt es für mich noch einen Weg, um ein kleines bisschen glücklich zu sein???
Susanne Bodin
Liebe Rena,

natürlich stehen die finanziellen Probleme bei Ihnen momentan im Vordergrund - meinen Sie. Es ist wichtig, dass Sie dort nicht locker lassen, sondern sich noch einmal mit Ihrem Steuerberater besprechen und vielleicht noch einmal eine andere Schuldnerberatung aufsuchen, die Ihre Probleme auch ernst nimmt. Es ist manchmal etwas mühsam, den richtigen Ansprechpartner zu finden, aber Sie dürfen da nicht aufgeben.
Und dann lesen Sie noch einmal in Ruhe durch, was ich Ihnen geschrieben habe. Es war vielleicht etwas viel, aber es ist wirklich notwendig, dass Sie sich in ärztliche Behandlung begeben, damit gerade das, was Sie beschreiben, gelindert wird, nämlich das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Es wird nicht von heute auf morgen, plötzlich eine Lösung aller Probleme geben, aber Sie müssen erst einmal innerlich gestärkt werden, um diese ganzen Schwierigkeiten anzugehen.
Bitte vereinbaren Sie einen Termin und stellen Sie sich bei einem Psychologen bzw. Psychotherapeuten vor, damit Sie mit dessen Hilfe emotional stabil werden und damit Sie so weit gestärkt werden, dass Sie auch wieder Freude empfinden können. Gefühle lassen sich in Ihrer Situation nicht willentlich erzeugen, sondern Sie brauchen nach den vielen Schicksalsschlägen ein wenig Hilfe und Unterstützung, vielleicht auch mit Medikamenten, die Ihre Stimmung so stabilisieren, dass Sie wieder etwas klarer denken und handeln können.
Ich kann Ihre Verzweiflung nachvollziehen, aber es gibt nur diese Möglichkeit und die sollten Sie nutzen.
Können Sie sich vorstellen, das so zu machen? Ich hoffe, Sie springen über Ihren Schatten und geben sich einen Ruck.

Viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

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