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Mein Mann hat Gefühle für seine Kollegin

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 24.03.16

Ursprungsanfrage
Hi.
ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mein Mann und ich sind 19 Jahre zusammen,14 davon verheiratet. Bis vor Kurzem dachte ich, wir sind glücklich. Länger schon hab ich das Gefühl, dass er sich mit seiner Kollegin zu gut versteht. Ich hab im Handy geschnüffelt. Er hat alles gelöscht, ich konnte aber den Chat wiederherstellen und bin aus allen Wolken gefallen. Er hat dann gestanden, dass er Gefühle für sie hat. Das war vor zwei Wochen. Kurz darauf hat er sich aber für uns entschieden. Dann kamen aber bei ihr Gefühle für ihn hoch (sie hat einen Freund). Sie haben sich dann angeblich ausgesprochen, dass beide an ihren Beziehungen arbeiten.

Da sie Kollegen sind, sehen sie sich ja jeden Tag. Heute habe ich wieder ins Handy geguckt und gesehen, dass wieder etwas gelöscht wurde. Er sagte, dass sie darüber sprachen, dass er sie seit Neuesten zur Begrüßung drückt. Sie meinte, dass es mir bestimmt nicht gefallen würde und er meinte zu ihr, das macht er halt bei allen, die er mag. Früher hat er es halt nicht gemacht. Ich fühle mich heute wieder belogen. Er hätte es gelöscht, um mich nicht zu verletzen. Für ihn ist es alles nicht so schlimm...

Ich weiß echt nicht mehr, was ich machen soll oder wie ich reagieren soll. Er will mit ihr befreundet bleiben, damit komm ich aber nach alldem nicht klar.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

ich kann mir gut vorstellen, dass Sie sehr verunsichert sind, was das Verhalten Ihres Mannes angeht.
Sie und Ihr Mann kennen sich seit 19 Jahren und Sie schreiben ja, dass Sie bisher das Gefühl hatten, die Beziehung sei glücklich. Das beinhaltet,, dass Sie sich offenbar nicht sicher waren oder sich nicht viele Gedanken darum gemacht haben, wie es mit der Beziehung aussieht, alles war also bisher "normal".
Daß Ihr Mann Gefühle für eine andere Frau aufbringt, spielgelt wider, dass die Partnerschaft vielleicht doch nicht so glücklich ist wie Sie annehmen, oder dass sie vielleicht zu "normal", also ein wenig einförmig geworden ist und dass Ihr Mann versucht, aus dieser Einförmigkeit zu flüchten und etwas anderes zu erleben.
Es wäre gut zu wissen, welcher Art die Gefühle sind, die Ihr Mann für diese Frau aufbringt. Es muss ja gar nicht so sein, dass er Sie als Ehefrau nicht liebt, sondern es kann ja auch so sein, dass er Bedürfnisse hat, über die Sie beide bisher nie miteinander gesprochen haben. Viele Probleme resultieren daraus, dass die Partner nicht miteinander kommunizieren, sich nicht austauschen und sich nicht sagen, was sie einerseits aneinander gut finden und was sie vielleicht auch nicht so gut finden oder was ihnen fehlt.
Deshalb ist diese Erfahrung, die Sie jetzt machen, sicherlich sehr unangenehm für Sie, kann aber auch eine große Chance sein für Sie beide, nämlich über die Beziehung einmal nachzudenken und über die jeweilige Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen.
Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie in einem entspannten Moment das Gespräch mit Ihrem Mann suchen und ihm sagen, wie Sie fühlen, wenn er sich für eine andere Frau interessiert. Aber konfrontieren Sie ihn nicht mit Vorwürfen, sondern schildern Sie ihm Ihre Gefühle dabei, was Sie empfinden, denn dann fühlt er sich nicht gleich angegriffen, sondern kann anders reagieren. Es ist etwas anderes, wenn jemand das Gespräch mit den Worten: "Ich fühle mich ..." beginnt als wenn er "Du hast ..." sagt und den anderen mit Anschuldigungen konfrontiert. Und dann sollten Sie ihm die Frage stellen, was er in der Ehe möglicherweise vermisst, was er vielleicht nicht ausgesprochen hat oder welche Bedürfnisse er hat, die bisher nicht angesprochen wurden. Gleichzeitig können Sie auch einmal überlegen, was Sie in der Partnerschaft vielleicht ändern möchten, was Ihnen persönlich zu kurz kommt und was Sie möglicherweise vermissen, es geht ja auch um Sie und Ihre Gefühle. Auch das können Sie dann in das Gespräch einbringen und so kommen Sie zu der Kommunikation, die bisher gefehlt hat und über die Sie vielleicht neue Wege in Ihrer Ehe gehen können.
Dieser Austausch wird einen ersten Hinweis geben, was Sie verändern oder wieder neu aufleben lassen könnten.
Wenn Sie beide sich einig sind, noch Gefühle füreinander zu haben und an der Partnerschaft festhalten zu wollen, dann können Sie gemeinsam überlegen, was Sie tun können, um die Gefühle wieder aufleben zu lassen.
Nehmen Sie sich doch vor, einen Abend in der Woche etwas miteinander zu unternehmen, etwa einen Kinobesuch, einen Spaziergang oder ein schönes Essen, das Sie gemeinsam zubereiten. Dieser Abend gehört dann ganz Ihnen beiden und Sie planen ihn als festen Termin ein. Solche Verabredungen können die Partnerschaft wieder neu aufleben lassen, man zieht sich vielleicht schön an, freut sich auf den Abend und lässt sich nicht ablenken.
Über den Austausch miteinander fällt Ihnen sicherlich noch mehr auf, das in der letzten Zeit vielleicht zu kurz gekommen ist, und genau da können Sie ansetzen und der Beziehung wieder neue Impulse geben.

Nehmen Sie die Erfahrung die Sie momentan machen, doch eher als Warnschuss und als Chance wahr, über die Partnerschaft zu reflektieren und etwas zu verändern, denn Ihr Mann hat ja signalisiert, dass er durchaus an der Beziehung festhalten will.
Wenn Sie diese Schritte gegangen sind, also sich gegenseitig gesagt haben, was Sie momentan in der Partnerschaft stört, welch Bedürfnisse Sie beide haben, und dann, was Sie verändern könnten, werden Sie einen neuen Impuls in die Ehe bringen und ich denke, Ihr Mann wird dann gar nicht mehr das Bedürfnis haben, sich mit der anderen Frau auszutauschen. Wenn Ihre Ehe stabil ist, dann wird er auch mit dieser Frau als Kollegin zusammenarbeiten können, ohne dass Sie Sorge haben müssen, dass er Gefühle für diese Frau entwickelt. Zur Zeit projiziert er seine eigenen unerfüllten Bedürfnisse vielleicht auf eine andere Person, nämlich seine Kollegin, es könnte wahrscheinlich auch irgend eine andere Frau sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Mann, denn nur so können Sie eine Grundlage dafür schaffen, in Zukunft mehr miteinander zu kommunizieren, und überlegen Sie gemeinsam, welche Veränderungen Sie beide in die Wege leiten können.
Viellicht schreiben Sie mir auch, wie das Gespräch verlaufen ist und welche Anregungen Sie für sich mitnehmen konnten. Sie können sich jederzeit per E-Mail, aber auch telefonisch beim Sorgentelefon melden, wenn Ihnen ein persönliches Gespräch lieber ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Liebe Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Hallo Susanne.
Die Gespräche haben alle stattgefunden.Alles genau so wie du gesagt hast und wir waren uns einig,dass wir neu starten.mein problem ist,dass er sie weiter als Freundin behalten möchte.seit neuesten drückt er sie sogar,wenn er auf arbeit kommt.hat er vorher nicht gemacht.das hab ich auch nur wieder durch meine "Spionage" heraus bekommen.hätte er es mir selber gesagt wäre ich sicher nicht so sauer gewesen.er wollte ja ab jetzt auch ehrlich sein.sie schreiben auch weiterhin.ich komme mit dieser freunschadt nicht klar.
Anja
Susanne Bodin
Liebe Anja,
Sie schreiben, dass Sie mit Ihrem Mann Gespräche geführt haben, wichtig wäre aber dabei, dass Sie auch darüber gesprochen haben, wie Ihre Gefühle füreinander sind, was Ihnen beiden in der Partnerschaft fehlt, welche Bedürfnisse jeder hat und wie Sie beide etwas in der Ehe verändern können.
Wenn Sie sich etwas überlegt haben, um die Ehe "wiederaufleben" zu lassen, dann ist auch ein wenig Geduld erforderlich, denn diese Schritte müssen Sie beide ja auch erst einmal gehen und es muß sich langsam wieder eine Beziehung zueinander entwickeln.
Haben Sie sich vorgenommen, etwas gemeinsam zu unternehmen, vielleicht einen Abend in der Woche nur für Sie beide einzuplanen ? Auch da ist natürlich wichtig, dass Sie das eine Zeitlang tun und nicht zu viel auf einmal erwarten. Von ein paar Gesprächen und ein paar Unternehmungen gemeinsam kann nicht von heute auf morgen die Beziehung wieder stabil werden, das erfordert schon etwas Zeit und Geduld.
Ich denke, der wichtigste Punkt zwischen Ihnen beiden ist das Vertrauensverhältnis, das gestört zu sein scheint. Ihr Mann sagt Ihnen offen und ehrlich, was er denkt und fühlt, Sie spionieren ihm aber trotzdem nach. Das ist kein Vertrauensbeweis und das steht einer auf beiden Seiten glücklichen Beziehung im Wege. Wenn Sie daran arbeiten, wieder mehr Zeit miteinander zu verbringen und wenn das Verhältnis sich wieder verbessert, dann müssen Sei Ihrem Mann auch vertrauen und dann sollten Sie ihm nicht nachspionieren. Das kann ein Vertrauensverhältnis empfindlich stören und ein gutes Zusammenleben verhindern. Eifersucht ist keine gute Basis für eine funktionierende Beziehung.
Es kann ja durchaus so sein, dass Ihr Mann sich innerlich für Sie entschieden hat und dass es wirklich nicht zu bedeuten hat, wenn er mit der Frau in Kontakt bleibt. Es ist die Arbeitskollegin Ihres Mannes und er kann nicht von heute auf morgen so tun, als gäbe es sie nicht und sie ignorieren. Das Arbeitsklima ist ein wichtiger Punkt, und das sollte man schon aufrechterhalten, und in diesem Punkt sollten Sie auch an sich arbeiten und vermeiden, Ihre "Spionage", wie Sie es nennen, weiterzuverfolgen. Wenn Ihr Mann sich kontrolliert fühlt, dann wird er kein Vertrauen mehr aufbauen können und Sie beide werden sich immer weiter voneinander entfernen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Sie beide eine Ehe- oder Partnerschaftsberatung aufsuchen und mit professioneller Begleitung Gespräche führen und auch Vereinbarungen treffen, an die Sie sich dann beide auch halten müssen. Bei solchen Gesprächen wird oftmals erst deutlich, wo die "Knackpunkte" liegen und wie der andere über bestimmte Dinge denkt. Das Gespräch wird geleitet von einer neutralen Person und es wird Ihnen dort nichts vorgeschrieben, sondern es wird einfach nur darauf geachtet, dass beide zu Wort kommen und dass die Gespräche sich nicht im Kreis drehen.
Dabei ist wichtig, dass Sie Ihrem Mann ganz deutlich sagen, wie sehr es Sie verletzt, wenn Sie das Gefühl haben, er begehre eine andere Frau, und Ihr Mann hat die Möglichkeit, Ihnen zu sagen, dass er womöglich keine ernsthaften Gefühle für diese Frau hat, aber nun mal weiter mit ihr zusammenarbeiten muß. Sie können dann einen Kompromiss finden, indem er Ihnen zusichert, den Kontakt auf das Arbeitsverhältnis zu beschränken, Sie ihm aber auch zusichern, nicht mehr hinter seinem Rücken Spionage zu betreiben. So in etwa könnte eine Vereinbarung aussehen, aber das wird sich im Gespräch unter Begleitung eines Fachmanns entwickeln.
Ich hoffe, Sie können den ein oder anderen Denkanstoß umsetzen und sich vielleicht auch entschließen, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen, und ich wünsche Ihnen, dass sich dadurch wieder ein Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Mann entwickeln kann.

Viele Grüße und alles Gute für Sie,

Ihre Beraterin Susanne B.


Ihr(e) Berater(in)

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