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Mein Leben ist sinnlos: Geldsorgen, keine Arbeit und mir geht es oft nicht gut

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 15.01.16

Ursprungsanfrage
Ich merk schon, dass heute kein besonders guter Tag für mich ist. Innere Unruhe, Druck im Brustkorb, Schwindelanfälle. Das liegt am Stress, bin ich mir sicher. Seit Monaten habe ich finanzielle Sorgen. Gestern sind sie noch akuter geworden, weil ich die SMS einer Mitbewohnerin bekommen habe: Wir - also die WG - haben eine Rechnung der Telekom über 150 Euro erhalten. Ich weiß, dass unser WG-Konto sowieso schon Miese jeden Monat schreibt - seit Dezember letzten Jahres, wenn ich mich nicht täusche. Das hängt damit zusammen, dass ich nicht bemerkt habe, dass unser Energieversorger im letzten Herbst unsere Monatsrate um etwa 50% angehoben hat. Bis ich das korrigiert hatte.... Ganz davon abgesehen, hängen wir bis August auch noch an einem superteuren Telekomvertrag fest, den eine Vormieterin nicht gekündigt hat. Keiner von uns kann es sich leisten, mehr Miete zu bezahlen, darum wird das Minus immer größer - und nur mein Name ist damit verknüpft. Ich habe viele Fehler gemacht. Damals, vor über einem Jahr, als unsere Hauptmieterin ausgezogen ist, hätte ich niemals die Verantwortung für die finanziellen Angelegenheiten der WG übernehmen sollen. Ich war dazu nicht bereit, aber das habe ich nicht begriffen. Konsequenterweise habe ich es versäumt, mich aktiver um die Telekomsache zu kümmern - ich habe es einfach laufen lassen in der Hoffnung, dass sich das Problem von alleine löst, dass sich die Ex-Hauptmietern darum kümmert, wie es eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre. Ich habe die Briefe unseres Energieversorgers lediglich überflogen, weshalb ich die Erhöhung unserer Rate erst Monate später bemerkt habe.
Seit Jahren weiß ich, dass ich Probleme mit depressiven Episoden habe. Ich bin nicht in Behandlung, ich nehme keine Medikamente. Dieses Maß an Verantwortung zu übernehmen, war eine ausgesprochen dumme Idee. Ich schäme mich zu sehr, zum Arbeitsamt zu gehen und mich arbeitslos zu melden oder einen Psychologen aufzusuchen. Momentan hangel ich mich von Tag zu Tag, indem ich hoffnungsvoll in die Zukunft blicke: Im August habe ich ein Praktikum bei einer Konditorei, parallel hoffe ich, als Teilzeitkraft bei einem Café im Service zu arbeiten. Das wäre das erste Mal seit 4 Jahren, dass ich einen Job habe. Wenn ich den Job jetzt doch nicht bekäme... Ich weiß nicht, wie ich das Minus auf meinem Konto ausgleichen soll. Es wird ja leider nicht weniger.
Immer wieder wünschte ich mir, dass es einfacher für mich wäre, mir Hilfe zu suchen. Jemandem, mit dem ich reden kann, auf den ich mich verlassen kann, ohne Angst zu haben, für meine Schwäche verurteilt zu werden. HInzu kommt, dass es mir oft genug auch einfach nicht schlecht geht. Dann sehe ich einfach nicht ein, warum ich mich jetzt unbedingt stärker hinter das Arrangieren einer Therapie für mich klemmen sollte. "Eigentlich ist ja alles in Ordnung, dir gehts da gut."
Vor zwei Tagen bin ich darüber wieder ins Grübeln gekommen. Die Frau des besten Freundes meines Vaters hat am Mittwochabend versucht, Selbstmord zu begehen. Sie hat sich an einem Balken in der Scheune auf dem Grundstück aufgehängt. Aus Gesprächen mit meinen Eltern weiß ich, dass sie manisch-depressiv ist und ihre Behandlung immer wieder abgebrochen hat, wenn sie aus der Depression in eine ihrer manischen Phasen gerutscht ist. Ich bezweifle, dass ich selbst manisch bin - ich kann nicht von mir behaupten, Gefühle "unermüdlicher Betriebsamkeit" zu kennen, Größenwahn, Hemmungsverlust oder enormes Selbstbewusstsein. Eher das Gegenteil. Trotzdem erkenne ich das Muster - wenn es mir schlecht geht, dann so schlecht, dass ich außerstande bin, mir Hilfe zu holen; wenn es mir gut geht, sehe ich die Notwendigkeit gar nicht erst.
Ich sollte einfach etwas TUN. Meistens tue ich nichts. Ich sitze nur rum und surfe im Internet. Höre Musik, lese, zähle Kalorien. Ich versuche zum ersten Mal seit vier Jahren abzunehmen. Aber sonst mache ich buchstäblich nichts. Ich suche nicht nach Jobs, ich hole mir keine Hilfe. Mein Leben momentan ist Sinnlosigkeit in Reinstform.

Ich hab meine Mail noch mal überflogen und möchte mich für den stream-of-consciousness entschuldigen. Ich wollte alles aufschreiben. Tut mir leid wegen der fehlenden Lesbarkeit und dem Durcheinander.
Anne Sievers
Hallo,
ich möchte einen Ihrer Sätze aufgreifen, den Sie bitte beherzigen sollten:
Ich sollte einfach etwas TUN. Ohne Eigeninitiative wird nichts passieren in Ihrem Leben, alles wird so mehr recht als schlecht weiterlaufen.
Sie brauchen sich nicht schämen, weil Sie Arbeitslosengeld beantragen wollen. Solange Sie keine Arbeit finden, ist das doch in Ordnung.
In einer Psychotherapie werden Sie nicht verurteilt, im Gegenteil wird man Sie aufbauen. Dort werden Sie auch Hilfestellung bekommen, um Ihr tägliches Leben zu meistern.
Überlegen Sie doch mal, was Ihnen im Leben am meisten fehlt und ob es einen Weg gibt, es zu bekommen. Dafür muss man meistens aber kämpfen. Würde sich das lohnen?
Alles Gute von Anne

Ihr(e) Berater(in)

Anne Sievers

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