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Mein Freund meint, ich habe mich noch nicht vom Tod meines verstorbenen Mannes erholt

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 12.02.16

Ursprungsanfrage
Hallo,

ich bin irritiert.
Seit dem 03.08.2009 bin ich Witwe. Mein verstorbener Mann und ich haben sechs Kinder. Ich bin oder war die letzten Jahre ziemlich beschäftigt. Schon vor dem Tod meines Mann sind wir offen mit der Krankheit und mit dem Tod umgegangen. Wenn mich jemand fragt, würde ich sagen, es geht mir gut und ich habe den Tod meines Mannes betrauert und ich führe ein schönes glückliches Leben.

Seit einigen Monaten habe ich einen Freund. Leider ist unser beider Zeitplan sehr eng, wir sehen uns also selten. Aber wir schreiben uns täglich mehrere Mails. In diesen Mails schreibe ich gelegentlich über meinen verstorben Mann. In den vergangenen Tagen vielleicht etwas öfter als zuvor. Jetzt kam eine Mail, in der mein Freund schreibt, er wisse ja mittlerweile, dass ich mich noch lange nicht vom Tod meines Mannes erholt hätte.
Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Warum hinterlassen ich einen solchen Eindruck bei meinem Freund? Sollte ich meinen verstorbenen Mann einfach nicht mehr erwähnen. Das scheint mir aber falsch, denn er gehört zu unserem Leben und natürlich sprechen die Kinder auch immer wieder von ihrem Vater.
Ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll.

Vielen Dank fürs Zuhören.

Liebe Grüße,
Gabriele
Susanne Bodin
Liebe Frau Winkelmann,
Sie haben sehr viele Jahre mit Ihrem mittlerweile verstorbenen Mann verbracht, Sie haben gemeinsame Kinder und eine gemeinsame Vergangenheit, und da ist es ganz natürlich und normal, dass Sie sich gerne an diese Zeit erinnern und natürlich auch über ihn sprechen. Gerade wenn man Kinder hat, gehört es einfach dazu, auch über verstorbene Familienmitglieder zu reden, denn schließlich hat man viel miteinander erlebt.
Ich fände es eher auffällig, wenn man nicht mehr über den Verstorbenen reden würde und ihn ausklammert, denn das hätte ja wahrscheinlich auch Gründe.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie bezüglich der Reaktion Ihres Freundes irritiert sind und ich möchte da ein wenig differenzieren.
Sie haben ja sicher schon öfter über Ihren verstorbenen Mann geredet, hatten Sie denn schon einmal das Gefühl, dass Ihren Freund das stört, oder dass er sich zurückgesetzt fühlt ? Es wäre natürlich wichtig zu wissen, wie Sie über Ihren verstorbenen Mann reden, sind es ganz normale und beiläufige Äußerungen, oder stellen Sie eine Eigenschaft, die Sie bewundert haben, in den Vordergrund, so dass Ihr Freund unbewusst das Gefühl haben könnte, er werde verglichen oder er sollte diese Eigenschaft auch haben ? Das ist natürlich schwierig zu beurteilen, denn manchmal geschieht so etwas unbewusst - auf beiden Seiten. Sie denken sich vielleicht nichts bei dieser Äußerung, und Ihr Freund fasst das vielleicht als Aufforderung auf oder als Appell, sich zu ändern, obwohl es einfach nur eine ganz normale Äußerung Ihrerseits war.
So entstehen manchmal Missverständnisse, und ich denke, es wäre gut, wenn Sie ganz offen mit Ihrem Freund darüber reden. Sprechen Sie ihn doch einfach an und fragen Sie ihn, was er genau meint, ob ihn der Inhalt Ihrer Äußerung stört oder dass Sie überhaupt über Ihren verstorbenen Mann reden. Es ist immer gut, ganz offen über so etwas zu reden, und das am besten auch persönlich und nicht per E-Mail.
Ich möchte aber noch etwas anderes ansprechen.
Sie sagen, dass Sie getrauert haben und über den Tod Ihres Mannes hinweg sind. Sind Sie wirklich sicher, haben Sie das Gefühl, es ist alles stimmig und Sie können damit gut umgehen ? Es ist vielleicht ein Denkanstoß, noch einmal Revue passieren zu lassen, denn manchmal bringen einen Außenstehende doch auf etwas, das man bisher noch nicht bemerkt hat oder nicht wahrheben wollte.
Wenn Sie aber wirklich sicher sind, dass Sie zufrieden sind und die Trauerbewältigung erfolgreich war, dann sollten Sie sich nicht durch die Äußerungen Ihres Freundes irritieren lassen, denn dann ist es das Problem Ihres Freundes, nicht ihres ! Ich finde es schön, dass Sie sich Gedanken machen und das gehört ja auch zu einer Partnerschaft, aber wenn Sie ganz normal über ein verstorbenes Familienmitglied sprechen, dann hat derjenige das Problem, der sich daran stößt und muss schauen, warum ihn das stört. Es ist Ihr gutes Recht, auch mit Ihren Kindern über die Vergangenheit und Ereignisse in der Vergangenheit zu reden, und da kommt Ihr Mann nun einmal auch vor, zumal Sie ja auch wohl ein glückliches Familienleben geführt haben. Lassen sie sich da nicht aus der Ruhe bringen, das muss Ihr Freund dann für sich klären und schauen, woran es bei ihm liegen könnte, dass ihn das stört.
Sie schreiben aber auch, das Sie in letzter Zeit vermehr Ihren verstorbenen Mann erwähnt haben - gab es denn einen besonderen Anlass oder haben Sie eine Idee, woran das liegen könnte ?
Vielleicht denken Sie einmal in Ruhe über alles nach und dann klärt sich möglicherweise das ein oder andere. Und ich würde Ihnen dann raten, mit Ihrem Freund zu reden und auch Ihre Irritation deutlich zum Ausdruck zu bringen, vielleicht hat Ihr Freund ja auch ein Problem, von dem Sie bisher noch nichts wussten und erzählt Ihnen davon, so dass Sie in Zukunft wissen, wo die "wunden" Punkte des andern liegen.

Viele Grüße
Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

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