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Mein Freund ist schwerer Diabetiker, trinkt und wird immer unausstehlicher

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 29.02.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich habe mich bisher noch nie in solcher Form geäußert. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bisher noch nie über meine Sorgen gesprochen oder geschrieben. Nur langsam wird mir alles zuviel. Mein Freund ist schwerer Diabetiker, ohne eingestellte Werte. Ich bin mit ihm seit 4 Jahren zusammen. Ich will ihm auch helfen, aber mit seinem Verhalten macht er es mir sehr schwer. Er hat immer gesagt, er sei ein schwieriger Mensch. Aber es wird immer schlimmer. Seit er Langzeit krankgeschrieben ist, ist er zunehmend labiler, sehr depressiv, teilweise aggressiv und trinkt mehr als je zuvor. Teilweise wirklich einen halben Kasten Bier oder mehr und das mittlerweile zweimal pro Woche. Jedesmal, wenn er betrunken ist, redet er von Selbstmord oder dass er sterben will. Öfter war sein neues Hobby, mir verbal eine ins Gesicht zu schlagen. Ich bin ein emotionales Wrack. Ich kann aber auch mit ihm nicht drüber reden, weil er dann entweder sauer wird oder auf stur schaltet und sagt, dass er dann eben gehen muss. Scheinbar will er nichts dran ändern. Ich mache mir große Sorgen um ihn und ich weiß langsam nicht mehr weiter. Ich will ihm helfen und auch bei ihm bleiben, aber ich weiß auch, dass es mich, so wie es jetzt läuft, kaputt machen wird. Vielleicht sollte ich einfach mal mit seinem Hausarzt reden? Ich weiß einfach nicht weiter.
Susanne Bodin
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihr Vertrauen in unser Sorgentelefon und ich finde es sehr gut, dass Sie den Mut gefunden haben, über Ihre Sorgen zu schreiben und sich Rat zu suchen.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie sich in einer emotionalen Zwickmühle befinden - einerseits lieben Sie Ihren Freund und möchten die Beziehung aufrecht erhalten, andererseits werden Sie angegriffen und fühlen sich schlecht behandelt, ohne dass Sie etwas dafür können und ohne dass Sie etwas Schlimmes getan haben.
Ihr Freund ist Diabetiker und wird wahrscheinlich auch nur schwer mit dieser Krankheit klarkommen, man kann natürlich verstehen, dass er dadurch aggressiv ist und wütend auf die Situation, zumal er auch noch arbeitslos ist. Es gibt auch gerade bei Diabetikern oft hormonelle Schwankungen, die zu einer gewissen emotionalen Instabilität und zu Aggressionsausbrüchen führen können, das ist bei jedem Menschen individuell und mehr oder weniger stark ausgeprägt.
Das gibt ihm aber natürlich nicht das Recht, seine Wut an Ihnen auszulassen, nur leider sind Sie wahrscheinlich die nächste Ansprechperson und so lässt er seine Aggressionen an Ihnen aus. Es ist sehr wichtig, dass Ihr Freund sich in Behandlung begibt, damit erstens sein Blutzucker gut eingestellt wird und zweitens seine Gefühlsschwankungen ärztlich begleitet und abgeklärt werden. Der Alkohol ist gerade für Diabetiker ein enormes Risiko, auch da bedarf es einer ärztlichen Intervention, um einen stabilen Zustand Ihres Freundes zu erreichen und um ihm zu helfen, vom Alkohol loszukommen.
Ich würde Ihnen raten, sich einmal einen ruhigen Moment auszusuchen, in dem Ihr Freund emotional in einer ausgeglichenen Stimmung ist, um mit ihm ein Gespräch zu führen, in dem Sie ihm erläutern, dass Sie sich Sorgen um ihn machen, dass Sie aber ebenfalls sehr unter der Situation leiden und das Sie so nicht weitermachen wollen und können. Es bringt nichts, ihm Vorwürfe zu machen, sondern er soll wissen, dass Sie sich sorgen und er muß auch wissen, dass Sie enorm darunter leiden, dass er nichts für seine Gesundheit tut. Ich finde diesen ersten Schritt erst einmal besser, als über seinen Kopf hinweg mit seinem Arzt zu sprechen, das würde vielleicht die Aggressionen noch anstacheln. Vielleicht lässt er sich ja danach alles durch den Kopf gehen und beginnt, sich um seine Gesundheit zu kümmern und auch daran zu denken, dass Sie darunter leiden.
Und dann wär es auch gut, wenn er versucht, wieder eine Arbeit zu bekommen - das würde wahrscheinlich dazu führen, dass er sich wieder gebraucht fühlt, wieder eine Aufgabe hat und einen Sinn im Leben sieht. Auch das könnte dazu beitragen, dass seine Stimmung wieder gleichmäßiger wird und die Aggressionen abnehmen.
Versuchen Sie, mit ihm zu sprechen, und wenn das nicht hilft, wäre es eine zweite Option, mit seinem Arzt zu sprechen und zu schauen, was man sonst für Ihren Freund in die Wege leiten kann.

Was aber auch enorm wichtig ist : Sie kümmern sich um Ihren Freund und das finde ich sehr gut und beachtlich, aber Sie sind auch wichtig. Wenn Ihr Freund alles ablehnt, was Sie ihm an Hilfe anbieten, dann müssen Sie auch sehen, dass Sie einen Weg finden, Ihr emotionales Gleichgewicht wiederzufinden. Es hilft nichts, wenn Sie sich hinten anstellen und nur noch auf Ihren Freund achten - Sie sind auch wichtig und haben das Recht, ein gutes Leben zu führen und an sich zu denken.
Versuchen Sie, einen Ausgleich zu schaffen, tun Sie etwas für sich und vielleicht können Sie auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Sie merken, dass Sie der Belastung nicht mehr standhalten. Es hilft schon enorm, wenn man sich die Sorgen von der Seele reden kann und wenn man von jemandem unterstützt wird. Denken Sie bitte auch an sich und an Ihre Gesundheit, so gut es ist, dass Sie für Ihren Freund sorgen.

Ich hoffe, Sie haben Erfolg mit dem Gespräch und Ihr Freund tut etwas dafür, dass es ihm besser geht - vielleicht können Sie meine Anregungen ja umsetzen. Sie können sich jederzeit wieder per E-Mail oder aber auch über unsere Telefonberatung melden und ich wünsche Ihnen alles Gute, auch für Sie persönlich.

Viele liebe Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 376 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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