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Ich werde seit längerem psychologisch betreut, doch ich stelle keine Besserung bei mir fest

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 24.02.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich bekomme seit ca. einem 3/4 Jahr psychologische Betreuung (erst durch eine Beratungsstelle und seit Winter 2014 durch meinen Psychologen). Meine Frage ist nun, ob ich nicht langsam eine Verbesserung meiner Symptome merken müsste? Ich gehe alle 2 Wochen zu ihm und soll jedes mal erzählen, was so in den letzten Tagen passiert ist. Ab und zu merke ich schon, dass es mich aufbaut, aber ganz oft bewirkt es auch eher das Gegenteil. Und ich würde gerne auch mal wissen, was mit mir nicht stimmt. Einmal musste ich einen Test machen (bei dem ich anscheinend auch über 30 Punkte zu viel hatte), was das mir aber sagen soll, weiß ich bis heute nicht. Ich traue mich aber auch nicht zu fragen, was ich denn nun habe. Das Ziel der Therapie scheint zu sein, dass ich lerne mich abzugrenzen. Allerdings ist das eins der kleineren Probleme, die ich habe und stehen (zumindest für mich) in keinem Zusammenhang zu den Störungen und Problemen, die ich sonst so habe. Meine Frage ist nun, ob es normal ist, keine deutliche Verbesserung zu spüren und keine Diagnostik zu bekommen, dass dieser Mensch nicht zaubern kann, ist mir durchaus bewusst, aber ich bin am überlegen die Therapie abzubrechen und würde vorher doch mal gerne eine neutrale Meinung dazu hören.
Dankeschön schonmal fürs Zuhören! :)
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende / Lieber Ratsuchender,

ich kann verstehen, dass Sie ein wenig verunsichert sind, was Ihre Therapie betrifft.
Ich kann natürlich Ihre Therapie bzw. Ihren Psychologen nicht beurteilen und das wäre auch unseriös, vor allem weil ich Ihre Krankheitsgeschichte und auch Ihre genaue Diagnose sowie Symptomatik nicht kenne.
Grundsätzlich kann ich Ihnen aber folgendes zu bedenken geben :
Zunächst einmal sollten Sie sich fragen, mit welchem Ziel Sie persönlich zu einer solchen Therapie gehen. Wenn Sie dorthin gehen und davon ausgehen, dass der Psychologe irgendetwas macht, das Sie "heilt", dass Sie also nur abwarten müssen und dann geht es Ihnen besser, dann wäre das eine falsche Voraussetzung. Die Sitzungen bei dem Psychologen sollen ja bewirken, dass Sie selbst erkennen, welche Gedankenmuster und Verhaltensmuster Sie verinnerlicht haben, ob und wie Sie diese Muster einschränken und infolge dessen, wie Sie diese Muster verändern können, um Ihr Verhalten künftig in andere Bahnen zu lenken. Wenn das langfristig gelingt, dann merken Sie natürlich auch, dass es Ihnen besser geht. Sie müssen aber selbst aktiv werden und vor allem müssen Sie auch etwas verändern wollen, und der Psychologe hilft Ihnen dabei, indem er die richtigen Fragen stellt und Ihnen aufzeigt, welche Verhaltensmuster ungünstig für Sie sind.
Es ist also nicht so, dass Sie quasi ein Medikament nehmen, und es geht Ihnen besser, sondern Sie müssen aktiv etwas verändern, damit es zu einer Verbesserung kommt. Wenn Sie diesen Willen haben, etwas selbst zu tun und wenn Sie daran interessiert sind zu ergründen, wo die Ursache Ihrer Störungen liegen und wenn Sie daran arbeiten, ungünstige Gedanken- und Verhaltensmuster zu verändern, dann werden Sie auch Erfolge sehen, allerdings dauert das auch seine Zeit.

Ich möchte Ihnen damit aufzeigen, dass vielleicht Ihre Einstellung zur Therapie nicht ganz dem entspricht, was eine Therapie bewirken soll und dass Sie vielleicht deshalb enttäuscht sind, dass nichts "passiert". Es kann aber nur etwas passieren, wenn Sie selbst etwas tun und wenn Sie selbst bereit sind, an sich zu arbeiten und aktiv etwas zu verändern, also zum Beispiel neue Verhaltensmuster einüben.
Insofern ist Ihre Haltung, mit der Sie in diese Sitzungen gehen, enorm wichtig.
Was aber auch sehr wichtig ist, ist das Vertrauensverhältnis zu dem behandelnden Psychologen. Mir scheint, dass das möglicherweise problematisch ist, denn sonst würden Sie ihn ja das fragen, was Sie hier per E-Mail angegeben haben. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie kein Vertrauen zu ihm aufbauen können, dann müssten Sie überlegen, den Behandler vielleicht zu wechseln, denn es muss nicht an der mangelnden Kompetenz des Psychologen liegen, dass kein Vertrauensverhältnis entsteht - es kann auch einfach so sein, dass die Chemie zwischen Ihnen beiden nicht stimmt. So etwas kommt vor, ist aber menschlich und mit jemand anderem wäre es vielleicht für Sie leichter.
Vor allem dürfen und müssen Sie in der Therapie Fragen stellen, nach dem weiteren Vorgehen, nach der Diagnose, nach allem, was Ihnen unklar ist. es geht ja um Sie und Sie möchten ja weiterkommen in der Therapie und möchten sich verändern.
Ich würde Ihnen raten, zunächst Ihre Einstellung zur Therapie an sich zu hinterfragen und dann den Psychologen alles das zu fragen, was Ihnen unklar ist und was Sie bewegt - nur so werden Sie die Bereitschaft haben, Geduld zu zeigen in der Veränderungsphase und nur so werden Sie die Motivation haben, weiterzumachen in der Arbeit an sich selbst.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und ich hoffe, Sie haben den Mut, diese Fragen zu stellen und sich zu überlegen, mit welcher Zielsetzung Sie selber diese Behandlung weiterführen möchten.
Es ist aber - so viel grundsätzlich zu der Behandlung - immer mit Geduld verbunden, etwas an sich zu verändern, und Sie sollten auch kleine Fortschritte wahrnehmen und stolz darauf sein, dass Sie kleine Schritte in die richtige Richtung machen.

Viele Grüße und alles Gute für Sie, wenn Sie weitere Fragen haben, dann können Sie gerne noch einmal schreiben oder sich per Telefon an uns wenden

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

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