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Ich komme mit mir und meinem Leben nicht klar

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 07.01.16

Ursprungsanfrage
Hi.
Ich bin Marie. Ich fühl mich komisch und ich weiß nicht genau warum.
Ich weine die ganze Zeit wegen Gründen, die eigentlich irrelevant sind, aber ich kann damit nicht umgehen und mit mir selbst irgendwie auch nicht. Und ich weiß zwar, was ich machen sollte und machen kann, aber irgendwie ist das nicht so leicht wie alle sagen...
Christian Geinitz
Hallo Marie,
es tut mit leid, dass du dich so schlecht fühlst. Um dir evtl. etwas helfen zu können, müsste ich ein wenig mehr von dir wissen; z.B. wie alt du bist, ob du zurzeit irgendein Problem mit Schule, Beruf, Freunden, Eltern hast und ob du schon mit jemanden über deine jetzige Situation geredet hast. Ganz allgemein rate ich dir in solchen Situationen, sich nicht zurück zu ziehen und zu grübeln, sondern zu Freunden oder Bekannten zu gehen und mit ihnen zu sprechen oder mit ihnen etwas zu unternehmen. Gut ist auch, möglichst mit jemanden anderen zusammen, in der Natur spazieren zu gehen oder Sport zu treiben. Wenn du dich selbst nicht dazu durchringen kannst, sprich eine Freundin darauf an und bitte sie, dich mitzunehmen. Es ist oft nicht leicht, wenn man in einer depressiven Stimmung ist, selbst aktiv zu werden, und deshalb wäre es gut, wenn dich jemand anderes dazu überreden könnte. Erwarte zunächst nicht zuviel von dir, sondern mach erst einmal einen kleinen Schritt - vielleicht nur ganz kurz raus gehen oder eine Lieblingsmusik anhören oder sich in die Sonne z.B. in ein Café setzen oder mit einem netten Menschen telefonieren. Mach dir evtl.mal eine Liste, was dir prinzipiell Freude macht, und denke daran, wie gut dir das ein oder andere früher getan hat; dann versuch' dies - wenn auch nur kurz - zu machen.
Du kannst mich gern mal anrufen, wenn du noch Fragen oder Gesprächsbedarf hast. Oben rechts findest du weitere Möglichkeiten mich telefonisch zu kontaktieren.
Ich hoffe, die paar Tipps können dir schon ein wenig weiterhelfen, ansonsten melde dich einfach nochmal.
Beste Grüße
Christian Geinitz
Ratsuchende(r)
Ich bin 19. Im Moment weiß ich einfach irgendwie nicht, wo mein Platz ist. Sorry, wenn das komisch klingt. Naja, Probleme hab ich momentan eher weniger. Außer mich selbst. Ich hatte es früher nicht so leicht. Da ist ne ganze Menge passiert. Erst hat der Vater meiner Geschwister meine Mutter jahrelang bedroht und geschlagen. Ihr nächster Freund hat mich an Stellen angefasst, an denen man kleine Mädchen nicht berührt. Und ihr nächster Freund hat sich auch wie ein Unmensch verhalten. Und meinem richtigen Vater bin ich egal. Der Rest meiner Familie besteht aus Alkoholikern und mir unbekannten Menschen. Aber ich weiß nicht, ob das mein Problem ist, weil ich glaube, mit diesen Dingen gut umgehen zu können. Wenn ich daran denke, ist es nicht so schlimm.
Ich bin mit 9 nach Niedersachsen gezogen und hatte Probleme mich hier einzufinden. Irgendwie hatte ich nie dieselbe Lebensvorstellung wie die anderen Mädchen. Dann hab ich hier meinen Realschulabschluss gemacht und bin auf eine berufsbildene Schule gegangen. Da hab ich mich nicht gut angestellt. Weil ich mich immer nur aufgeregt hab und irgendwie einen extremen Gesellschaftshass entwickelt hab. Deshalb hab ich mich nicht mehr darauf konzentriert und das Jahr ein wenig versaut... dann wollte ich mein Abitur machen. Ich hab auch damit angefangen. Nur hat die Schule meine Kunstmappe verloren und da waren alle meine Bilder drin. Meine ganze Zeit und das einzige, was mir gezeigt hat, das ich nicht nutzlos bin...dann bin ich in Depressionen gerutscht und hatte, nach der Aussage meines Psychaters, fast einen Burnout und bin nicht mehr zur Schule gegangen. Das war dann nach einem halben Jahr vorbei. Und jetzt mach ich seit fast 1 1/2 Jahren nichts. Also im Moment hab ich einen Job, aber ich kann mich nur so schwer motivieren dahin zu gehen.
Momentan ist es einfach so, dass ich die ganze Zeit traurig bin. Die kleinsten Dinge bringen mich zum Weinen und meistens unterdrücke ich es, weil es eigentlich keinen Grund gibt.
Ich muss sogar weinen, wenn ich an Menschen und Dinge denke, die mich eigentlich glücklich machen sollten. Wie, wenn ich an meine Mutter und Geschwister denke. Die einzigen Familienmitglieder, die ich liebe, aber immer, wenn ich an sie denke, bin ich so traurig, dass ich einen halben Nervenzusammenbruch bekomme...
Und ich schaffe es nicht, mich selbst anzunehmen. Ich hasse mich, was ich bin und was ich aus mir mache.
Ich hab nicht das Bedürfnis, dass alles von mir aus zu beenden oder so, aber ich habe den Gedanken, dass es nicht schlimm wäre zu sterben...
Ich komm da nicht mehr raus. Und meine Musik hilft mir nicht mehr... und in die Sonne setzen auch nicht mehr...
Tut mir leid, wenn das viel und alles ein bisschen verwuselt ist, aber das ist die Kurzfassung von dem, was irgendwie in meinem Kopf passiert... ich möchte das einfach alles akzeptieren können. Mich, andere und die Situation, in der sich jeder befindet...
Christian Geinitz
Hallo Marie,
Sie haben in Ihrem Leben schon einiges Schlechte erfahren - wie Sie schreiben - und auch wenn Sie glauben, damit gut umgehen zu können, so kann es doch sein, dass es an Ihnen haftet, ohne dass es Ihnen vielleicht immer so bewusst ist. Möglicherweise sind Sie deshalb so traurig und mögen sich im Moment nicht. Aber Sie sind noch so jung, dass Sie noch sehr viel aus Ihrem Leben machen können. Im Moment machen Sie scheint's nicht so viel aus Ihrem Leben - wie Sie schreiben - , aber versuchen Sie nach Vorne zu schauen und sich zu sagen, dass man auch aus einem großen Tief wieder heraus kommt. Sehr wichtig finde ich, dass Sie sich professionelle Hilfe suchen. Und den ersten Schritt haben Sie ja bereits gemacht, indem Sie sich ans Sorgentelefon gewandt haben. Dass Sie das gemacht haben, finde ich sehr gut und zeigt mir, dass Sie doch noch Aktivitäten haben. Es wäre aber gut, wenn Sie eine Zeitlang regelmäßig mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten sprechen, der Ihnen helfen kann. Wenn Sie evtl. an Ihren früheren Psychiater herantreten können, dann kann er Ihnen vielleicht helfen, einen geeigneten Psychotherapeuten für Sie zu finden. Außerdem schlage ich Ihnen vor, sich gleich morgen an Ihre Kranken-versicherung zu wenden und zu sagen, dass Sie einen zugelassenen Psychotherapeuten suchen und ob sie Ihnen welche nennen können. Oft haben Krankenkassen Listen oder man kann über ihre Homepage an Adressen kommen. Nehmen Sie sich ein Herz und machen Sie das gleich morgen. Oft haben Psychotherapeuten keinen Platz; lassen Sie sich nicht entmutigen und rufen Sie alle an und fragen Sie, wenn zurzeit kein Platz vorhanden ist, ob man Sie auf eine Warteliste setzen kann. Aber vielleicht haben Sie Glück und Sie erhalten auch schnell einen Termin. Bis Sie jemanden gefunden haben, gehen Sie aber möglichst unter Leute und grübeln Sie nicht allein zu Hause.
Wenn Sie eine Bekannte oder Bekannten haben, mit dem Sie sprechen können, treffen Sie sich mit ihr/ihm oder Ihrer Mutter(?)
Und sagen Sie sich in Ihrer schlechten Zeit immer wieder - ruhig laut -: "Es wird wieder gut." Auch falls Sie im Moment nicht daran glauben, sagen Sie es sich trotzdem mehrmals am Tag ( es ist ein bisschen wie eine Selbstsuggestion).
Selbstverständlich können Sie sich wieder an mich wenden, aber wichtig ist, dass Sie sich vor Ort einen Psychotherapeuten suchen, mit dem Sie direkt sprechen können.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie es schaffen, kleine Schritte nach vorn zu gehen.
Viele Grüße
Christian Geinitz
Ratsuchende(r)
Bei einer Psychologin bin ich schon. Nur habe ich da einen Termin zu spät abgesagt und muss daher die Stunde bezahlen. Und da ich das Geld nicht hatte, war das schwierig. Aber das mach ich am 01.06..
Oft sagen Psychologen und Psychater mir nur meine Diagnosen und wie ich damit umgehen kann, aber immer, wenn ich einen Namen für das bekommen hab, was los ist, hab ich mehr hinein gesteigert. Die vorgeschlagenen Umgangsweisen haben nur kurzzeitig geholfen. Aber dann bin ich immer wieder in diesen Trott gekommen. Und oft wurden mir Tabletten empfohlen, nur glaube ich, dass das genauso wenig hilft und ich damit nur alles unterdrücke. Ich hab oft Freunde bei mir, mit denen ich auch reden kann und einen Freund, der zwar schwierig ist, aber mich auch versteht. Nur weiß ich ja oft selbst nicht genau, was los ist.
Zukunftspläne hab ich. Ich weiß genau, was ich machen möchte. Und wie ich dahin komme auch. Und ich möchte das auch unbedingt machen, aber immer, wenn ich irgendwo anfange, lass ich mich von mir selbst runter ziehen. Ich werde immer unmotivierter und schaffe es morgens nicht aus dem bett, egal, wie oft ich mir sage, dass ich aufstehe und das mache. Dann denke ich immer, ich bin zu unfähig.
Ich sage mir auch oft vor dem Schlafen das Gegenteil und dass alles gut ist und ich das schaffe, aber ich komm nicht zu der Überzeugung.

Tut mir leid, dass ich das erst an die Mailadresse geschickt habe...
Christian Geinitz
Hallo Marie,
gehen Sie auf jeden Fall weiter regelmäßig zu Ihrer Psychologin (Psychotherapeutin?) und haben Sie Geduld. Die Krise, in der Sie stecken, verschwindet nicht ganz schnell, aber wenn Sie dran bleiben, mit Ihrer Psychologin darüber zu sprechen, wird es helfen. Und wichtig ist es auch, dass Sie zuversichtlich sind, dass es besser wird, wenn es im Moment vielleicht auch nicht so scheint. Und lassen Sie sich auch nicht von irgendwelchen Diagnosen herunterziehen, sondern bringen Sie auch dies bei Ihrer Psychologin zur Sprache. Sie muss es wissen, dass Sie auch solche Diagnosen belasten. Machen Sie sich wirklich mal eine Liste von den Dingen, die Sie früher gern gemacht haben und überlegen Sie, ob es das ein oder andere gibt, dass Sie auch heute noch gern tun würden. Denken Sie auch daran, was Sie gut konnten und denken Sie nie, dass Sie unfähig sind, denn Sie haben auch viele Ressourcen, die wieder hervorgeholt werden können. Wenn Sie morgens so schwer aus dem Bett kommen, überlegen Sie sich am Abend vorher, was Sie am nächsten Morgen sehr gern machen würden - es muss nur irgendeine Kleinigkeit sein wie z.B. duschen oder etwas besonders leckeres essen oder jemanden anrufen oder eine Gymnastikübung machen oder einen schönen Fotoband anschauen oder sonst irgendetwas, was Ihnen vielleicht Spaß macht, was aber keine große Mühe erfordert. Versuchen Sie es ruhig immer wieder; häufig wird es wahrscheinlich nicht gelingen, aber wahrscheinlich ab und zu doch und dann freuen Sie sich darüber und loben sich dafür. Wichtig ist wirklich, bei allen Maßnahmen, die evtl. auch die Psychologin mit Ihnen bespricht, Geduld zu haben, dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Und auch nicht den Mut verlieren, wenn es oft nicht klappt. Das ist ganz normal. Sich aber immer und immer wieder gut zureden: Ich bin im Moment in einem Tief, aber ich bin ein prima Mensch und schaffe es auch mit Hilfe wieder aus dem Tief zu kommen. Wenn Ihnen Ihr Arzt nach gemeinsamer Überlegung Medikamente verschreibt, nehmen Sie sie ruhig eine Zeitlang (kein Mensch nimmt Tabletten gern, aber manchmal sind sie doch hilfreich und Sie müssen sie ja auch nicht ewig nehmen, aber setzen Sie sie nur mit Absprache Ihres Arztes wieder ab).
Wenn Sie das Bedürfnis haben, rufen Sie mich ruhig auch mal an, dann können wir noch das ein oder andere besprechen.
Beste Grüße
Christian Geinitz

Ihr(e) Berater(in)

Christian Geinitz

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