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Ich habe sehr große Versagensangst vor dem Examen

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 05.04.16

Ursprungsanfrage
Hallo liebes Team vom Sorgentelefon,
ich schreibe in 14 Tagen das 2.Juristische Staatsexamen und ich habe riesengroße Versagensangst. Ich bin mittlerweile 28 Jahre alt und möchte endlich Geld verdienen, mir eine Zukunf aufbauen und mein Leben leben.
Die Vorstellung, nicht zu bestehen und nochmal für diese Prüfung lernen zu müssen, macht mich volkommen fertig. Ich kann das nicht nochmal.
Aber ich habe auch Angst nicht genug getan zu haben, obwohl ich viel gelernt habe. Es ist einfach eine unglaubliche Stofffülle und ich fühle mich den Anforderungen, an 11 Tagen 11 Klausuren à 5 h zu schreiben, nicht gewachsen. Am liebsten würde ich einfach davon laufen.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,
ich kann mir vorstellen, dass Sie ziemlich aufgeregt sind vor einer solch wichtigen Prüfung, der Druck, der entsteht, ist sehr groß. Aber es ist andererseits auch ganz normal, dass eine gewisse Art von Lampenfieber entsteht, das spornt einen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Motivation an und das ist vom Körper auch so gewollt. Ein erhöhter Adrenalinspiegel verhilft dem Betroffenen bei wichtigen Prüfungen oder Entscheidungen auch zu mehr Wachsamkeit, zu erhöhter Konzentration und dazu, dass die Leistung abgerufen werden kann.
Es ist allerdings ein schmaler Grat zwischen einem "gesunden" Lampenfieber und zu der Situation, dass man sich dort hineinsteigert und die Gedanken sich so aufschaukeln, dass man zu sehr unter Streß steht und sich selber blockiert, wie das bei Ihnen momentan der Fall ist.
Setzen Sie sich einmal hin und bilanzieren Sie ganz rational : Sie haben den Weg bis zum 2. Staatsexamen geschafft, das heißt ja, dass Sie schon einige Prüfungen hinter sich gebracht haben und diese auch bestanden haben. Sie können sich also sagen, dass Sie auf Ihrem Gebiet gut sind, und wenn Sie keine Ahnung hätten, dann wären Sie bestimmt nicht so weit gekommen. Es geht nicht darum, sich in den Himmel zu heben, aber man darf die eigenen Fähigkeiten auch nicht herunterspielen, sondern man kann auch stolz darauf sein, dass man schon einiges bewältigt hat. Das ist zunächst einmal wichtig, um ein realistisches Bild zu bekommen und mit einer positiven Einstellung in die Prüfung zu gehen. Malen Sie sich nicht aus, wie es wäre, wenn Sie versagen, sondern sagen Sie sich ganz rational, dass Sie bisher alle Hürden überwunden haben und in der Lage sind, solche Prüfungen zu bestehen. Gehen Sie von einem positiven Ausgang aus und stellen Sie sich vor, dass Sie es schaffen können Die innere Einstellung ist sehr wichtig, vor allem, eine gute Balance zu finden. Jemand, der nichts gelernt hat, kann nicht einfach sagen, ich schaffe das, so etwas wäre blauäugig und das ist mit der positiven Einstellung nicht gemeint.
Jemand, der aber gute Voraussetzungen hat wie Sie, sollte sich jedoch sagen, dass er alles getan hat, um die Prüfungen zu bewältigen, und dass er in der Lage ist, auch diese Prüfungen zu schaffen.
Als nächstes sollten Sie sich vor Auen führen, dass keiner Ihrer Mitstudenten alles wissen kann. Das ist gar nicht möglich und bei der Fülle des Stoffs ist es ausgeschlossen. Sie haben gelernt, sind gut vorbereitet und haben alle Voraussetzungen, dass Sie die Prüfungen bestehen, und wenn etwas kommt, was Ihnen nicht so geläufig ist, gibt es auch immer noch die Möglichkeit, aus dem vorhandenen Wissen eine Lösungsmöglichkeit zu finden. Außerdem wird an einer Wissenslücke nicht das gesamte Staatsexamen scheitern. Also denken Sie ganz rational, dass Sie einen Schritt nach dem anderen gehen und stellen Sie sich jetzt nicht vor, dass es 11 Prüfungen sind. Gehen Sie am ersten Tag in die erste Prüfung und denken Sie immer nur bis zur nächsten. Wenn Sie vor einem riesigen Berg stehen, können Sie auch nicht glauben, dass Sie ihn jemals besteigen können, aber wenn Sie Etappe für Etappe gehen, dann sind Sie auf einmal oben angelangt.

Versuchen Sie auch, nicht bis zur letzten Minute zu lernen, sondern planen Sie vor den Prüfungen eine Zeit für sich ein, in der Sie sich etwas Gutes tun, vielleicht ein Spaziergang an der frischen Luft, oder machen Sie sich etwas Schönes zu essen, oder treffen Sie sich mit einer Freundin, um mal etwas anderes zu denken.
Leider können Sie jetzt in 14 Tagen kein Entspannungsverfahren mehr erlernen, das hätte ich Ihnen gerne geraten. Haben Sie vielleicht einmal ein solches Verfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung gelernt ? Es ist ganz wichtig, dass der Körper in der Lage ist, sich zu entspannen, aber Sie können auch ohne ein solches Verfahren zu beherrschen versuchen, sich hinzusetzen und auf Ihren Atem zu achten, tief aus- und einzuatmen und vielleicht merken Se, dass der Körper sich entspannt und lockerer wird und dass Sie zur Ruhe kommen. Das machen Sie auch vor den Prüfungen : atmen Sie ganz bewusst tief ein und aus und konzentrieren Sie sich nur auf die Atmung, um entspannt in die Prüfung zu gehen und nicht schon verkrampft dort anzukommen.
Ich würde Ihnen aber raten, nach den Prüfungen einmal einen Psychologen / eine Psychologin aufzusuchen und mit ihm / ihr das Problem der Versagensängste zu besprechen und dort können Sie auch lernen, solche Prüfungssituationen zu simulieren und mithilfe von Entspannungsverfahren einen besseren Umgang mit Ihrem Lampenfieber zu bekommen. Die Versagensängste müssen ja eine Ursache haben, und wenn Sie diese Ursache gefunden haben, können Sie gezielt daran arbeiten und diese überwinden. Sie werden ja auch nach dem Staatsexamen immer wieder in solche Situationen kommen, in denen Sie eine Leistung auf den Punkt abrufen müssen, und deshalb wäre es langfristig gut, wenn Sie dieses Problem mit professioneller Hilfe angehen, auch für Ihre innere Zufriedenheit.

Ich hoffe, Sie können einige der Anregungen für sich nutzen und ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für Ihr 2. Staatsexamen. Sie haben gute Chancen, dass alles zu meistern und ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen.
Sie können sich gerne wieder per E-Mail melden, auch zwischen den Prüfungen, wenn Sie noch einen Rat brauchen, oder Sie können sich auch telefonisch bei unserem Sorgentelefon melden, wenn Ihnen ein persönliches Gespräch lieber ist.

Viele Grüße und alles Liebe

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 092 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

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