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Ich bin rückfällig geworden und verletzte mich wieder selbst

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 08.02.16

Ursprungsanfrage
Hallo,
ich weiß nicht, ob Ihr gerade der richtige Ansprechpartner seid.
Ich würde gerne mit jemandem reden, da ich kurz vor einem Rückfall (SVV= Selbstverletzendes Verhalten) bin.


MfG
Susanne Bodin
Liebe/r Ratsuchende/r,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre Offenheit und es ist wirklich sehr gut, dass Sie sich an das Sorgentelefon gewandt haben. Sie schreiben, dass Sie kurz vor einem Rückfall bezüglich Ihres selbstverletzenden Verhaltens sind und es ist schon einmal ein erster Schritt, dass Sie diese Anzeichen erkennen, Ihre Gefühle wahrnehmen und sich Hilfe suchen.
Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie Ihre Situation genau ist, denn Sie schreiben nur, dass Sie meinen, einen Rückfall zu erleiden. Daraus entnehme ich, dass Sie schon länger mit diesem Problem zu kämpfen haben und wissen, wie Sie die Anzeichen zu bewerten haben. Vielleicht schreiben Sie mir, ob Sie schon in Therapie waren oder in ärztlicher Behandlung sind, damit ich weiß, ob es das erste Mal ist, dass Sie sich Unterstützung suchen oder ob Sie schon eine Diagnostik durchlaufen haben. Beim Sorgentelefon sind alle Ihre Angaben selbstverständlich anonym, egal, ob Sie sich per E-Mail oder per Telefon an uns wenden, insofern können Sie ganz offen über Ihre Situation berichten.
Welchen Anlass gab es denn für Ihre akute Problematik, haben Sie private Probleme, haben sich Ihre Lebensumstände geändert oder sind es berufliche Gründe? Sie sollten diese Anzeichen auf jeden Fall ernst nehmen und sich wieder an uns wenden, indem Sie ein wenig ausführlicher über sich und Ihre Situation erzählen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiter den Mut finden, sich jemandem anzuvertrauen, damit Sie den Ursachen auf den Grund gehen können und einen Weg finden, mit Ihren Gefühlen umzugehen.
Alles Gute für Sie und liebe Grüße
Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Hallo,

Sie haben bereits richtig erkannt, dass ich öfter mit diesen Problemen und Anzeichen zu kämpfen habe. Ich verletzte mich seit 1_1/2 Jahren selber. Ich war bis vor einer Woche für 2 Jahre bei einer Psychologin, mit der ich von Anfang an nicht zurecht gekommen bin. Die einzige, die letztendlich was dagegen gemacht hat, ist der Erziehungsbeistand, den wir seit 9 Monaten haben und der für mich da ist. Sie heißt Kathrin und ist eigentlich meine beste Freundin. Ich komme mit Gleichaltrigen gar nicht zurecht, ich bin 16 und Kathrin 26, deshalb will ich sie auf keinen Fall verlieren, trotzdem, dass ich sie schon so lange kenne, vermisse ich sie fast jeden Tag, wenn sie nicht da ist (ich seh sie 2x die Woche - Dienstag & Donnerstag, manchmal auch öfter)
Gut, zurück zum Thema ;)
Ich habe in der KJP (Kinder- und Jugendpsychatrie) diese Diagnose bekommen: schwere depressive Episode, Essstörung und SVV (Selbstverletzendes Verhalten). Ich war dort auch schon für 1 Woche stationär.
Ich habe jetzt sehr lange gekämpft und bin jetzt doch wieder bei einem Rückfall und bin deshalb sehr sauer auf mich. Ich schneide mich seit einer Woche fast täglich und verletze mich auch anderweitig (z.B. mit einem Deo lange bis eine Brandblase entsteht auf den Arm sprühen...) ich schlafe auch auf dem Boden, weil ich mich in meinem Bett nicht mehr wohlfühle, ich habe da ein schlechtes Gewissen, weil ich denke, ich habe das Bett nicht verdient.
Ich denke, das wars. Entschuldigung wegen dem langen Text.

Liebe Grüße

Julia


P.S.: Am Montag habe ich meinen ersten Termin bei der neuen Psychologin und ich freue mich sehr auf den Termin ;)
Susanne Bodin
Liebe Julia,
es ist verständlich, dass Sie sich ärgern, nach einer Zeit der Stabilität wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen zu sein. Das ist aber ein Teil der Krankheit, d.h. solange die äußere Situation stabil ist, kommen Sie ganz gut klar, und sobald wieder ein Auslöser auftaucht, wird dieses Verhaltensmuster wieder abgerufen und es kommt zu einem "Rückfall". Das darf Sie aber nicht davon abhalten, auf jeden Fall weiterzumachen mit der Therapie, denn gerade dieses Muster können Sie durchbrechen, aber das braucht Zeit und therapeutische Hilfe. Sie schreiben, dass sie mit einer Psychologin nicht zurecht kamen. Das kann es geben, denn Menschen sind sehr individuell und manchmal stimmt die Chemie eben nicht, denn gerade bei diesen Problemen ist ein Vertrauensverhältnis notwendig. Es muss noch nicht einmal an mangelnder Kompetenz der Psychologin liegen, es gibt auch rein emotionale Hindernisse, weshalb es mit der einen Person gut funktioniert und mit einer anderen nicht so gut. Ich bin froh, dass Sie am Montag einen Termin bei der neuen Psychologin haben und hoffe sehr, dass es diesmal zu einer guten Zusammenarbeit und dann auch zu Fortschritten kommt. Bei Ihnen ist eine Diagnose gestellt worden, so dass Sie wissen, dass Sie eine Krankheit haben und Ihr Verhalten eine Ursache hat. Genau wie körperliche Krankheiten sind auch seelische Krankheiten behandelbar, Sie müssen nur Geduld haben und sich vor Augen führen, dass man über lange Zeit erlernte Muster nicht in ein paar Tagen oder Wochen umlernen kann. Deshalb seien Sie zuversichtlich, denn wenn Sie die Therapie weitermachen, haben Sie eine gute Chance, mit der Krankheit umgehen zu lernen und auch wenn es mal wieder einen sogenannten Rückfall gibt, ist das kein Grund, aufzugeben. Es ist ein Zeichen dafür, dass es wieder einen Auslöser gegeben hat und Sie müssen dann gemeinsam mit der Psychologin herauszufinden versuchen, welcher Auslöser das war, warum er dazu führt, dass Sie sich verletzen und wie Sie künftig dieses Verhalten durch ein anderes ersetzen können. Sie werden sehr viel darüber lernen, wie Sie anders mit Frustrationen umgehen können und warum manche Umstände Sie so frustrieren. Nehmen Sie bitte auf jeden Fall weiter Hilfe in Anspruch, denn genauso wie Sie eine Behandlung brauchen, wenn Sie eine körperliche Krankheit haben, brauchen Se auch eine Behandlung bei Ihrer Krankheit, man kann das nicht alleine bewältigen - ein gebrochenes Bein können Sie sich auch nicht selbst schienen !
Ich wünsche Ihnen alles Gute für morgen und schauen Sie nach vorn, es gibt ganz viele andere Menschen, die auch eine seelische Störung bzw. Krankheit haben und behandelt werden, und die danach ein ganz normales Leben führen können. Sie sind nicht die einzige und Sie können das genauso schaffen wie andere auch. Vielleicht suchen Sie sich parallel zur Behandlung eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe - das kann sehr hilfreich sein, weil man sieht, dass man nicht alleine ist und dass es vielen anderen ähnlich geht, man also nicht alleine ist.

Viele Grüße
Ihre Beraterin Susanne B.

Ratsuchende(r)
Susanne Bodin
Liebe Julia,
ich habe noch einmal eine E-Mail Anfrage von Ihnen bekommen, aber leider habe ich keinen neuen Informationen von Ihnen, sondern nur die Anfrage vom letzten Mal.
Deshalb meine Frage an Sie, ob Sie an dem erwähnten Montag den Termin bei der neuen Psychologin wahrgenommen haben und welchen Eindruck Sie hatten. Können Sie sich vorstellen, weiter mit dieser Psychologin zu arbeiten, haben Sie sich wohlgefühlt und haben Sie den Eindruck, dass der Termin Sie weitergebracht hat? Manchmal darf man auch nicht zu ungeduldig sein, denn es erfordert viel Vertrauensarbeit, wenn man eine Therapie beginnt und natürlich kann man Verhaltens- und Denkmuster nicht von heute auf morgen umändern. Lassen Sie sich Zeit und vertrauen Sie Ihrem Gefühl, aber versuchen Sie auf jeden Fall, Unterstützung in Anspruch zu nehmen und eine Therapie zu beginnen. Es ist auch nicht schlimm, wenn Sie mit dieser Psychologin wieder nicht zurechtkommen, es muss dann nicht an Ihnen oder an mangelnder Motivation liegen, manchmal passt es eben einfach nicht und man muss weiter suchen, auch wenn das sehr viel Kraft kostet und manchmal enttäuschend ist.
Wie geht es Ihnen momentan? Konnten Sie einen Weg finden, Ihre Gefühle anders zu kompensieren als durch das selbstverletzende Verhalten? Ein Rückfall darf Sie nicht davon abbringen, weiter an sich zu arbeiten und weiter zu schauen, wie Sie Ihre Gefühle anders ausdrücken können als sie gegen sich selbst zu richten.
Vielleicht schreiben Sie mir, wie es weitergegangen ist und wie es Ihnen momentan geht.

Viele Grüße
Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

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