Das Sorgentelefon

kompetente Lebensberatung und psychologische Beratung

1,79 € / Min. (mobil höher)
min. 1 Berater telefonisch verfügbar!
kostenfrei
derzeit nicht möglich
Das Sorgentelefon ist ein Dienst für psychologische Beratung mit ausgebildeten und qualifizierten Beratern. Eine neutrale Stimme zeigt oft neue Lösungen. Lass dir Mut machen, dich stärken und dir neue Wege aufzeigen. Du hast es dir verdient, dass dir jemand zuhört. Genau in diesem Augenblick stehen ein einfühlsame Berater bereit.

Die Zuneigung zu einer anderen Frau

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 15.04.16

Ursprungsanfrage
Liebes Team vom Kummerkasten,

ich (weiblich, verheiratet, 2 Kinder) erlebe gerade ein Gefühlschaos in Verbindung mit einer Frau, die ehemalige Klassenlehrerin meines Kindes. Sie war mir sofort sympathisch, allerdings ist ein persönlicher Kontakt aufgrund des besonderen schulischen Verhältnisses zunächst nicht möglich gewesen. Mittlerweile hat sie die Klasse aus dienstlichen Gründen abgegeben und seitdem stehen wir, auf meinen schriftlichen Wunsch hin, in Mailkontakt, ich sehe sie auch ab und zu bzw. rede mit ihr. Aus der Sympathie ist nach und nach, noch zu ihrer Zeit als Klassenlehrerin, von meiner Seite her große Zuneigung geworden. Mir gefällt einfach alles an ihr, sie hat Charisma und ist ein ganz herzlicher und besonderer Mensch. Sie hat einen Lebensgefährten, mit Sicherheit bin auch ich ihr sympathisch, allerdings nicht mehr. Das geht aus ihren Briefen hervor und alles andere glaube ich auch nicht. Ich bin heterosexuell, aber diese Frau hat ein derartiges, oft schmerzliches Gefühlschaos bei mir ausgelöst, das ich bis dahin nicht kannte. Ist es eine Schwärmerei, weil ich sie bewundere? Warum ist aus dieser Sympathie tiefe Zuneigung geworden? Wie kann ich das rausfinden, ist das überhaupt sinnvoll? Soll ich mein "heimliches Glück" vielleicht einfach nur genießen? Ich habe Angst, dass ich noch mehr Gefühle für sie entwickele, soweit dies nicht schon geschehen ist, ich weiß es nicht.
Ich lebe in gesicherten, glücklichen Verhältnissen.
Natürlich weiß weder sie, noch meine Familie von diesem Gefühlschaos, das muss auch so bleiben. Sie würde Konsequenzen ziehen, die nicht in meinem Sinne wären, nämlich wohl ein gänzlicher Kontaktabbruch. Ich schreibe ihr hin und wieder Zuneigungsbekundungen, die sie teils ignoriert, aber auch nicht abblockt. Ich bin sehr glücklich über unseren persönlichen Kontakt, aber manchmal weine ich auch, weil es eine schwierige Situation ist. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wie kann ich am besten damit umgehen, damit meine Familie (wieder) an erster Stelle steht und ich nicht so oft an sie denke? Denn natürlich fühle ich mich nicht gut dabei, meine Familie hat das nicht verdient, dass sie so "in den Hintergrund" gedrängt wird. Es geht auch nicht um ein Liebesverhältnis, auch wenn ich ab und zu schon den Wunsch verspüre, ihr auch körperlich nah zu sein, z.B. durch Umarmungen oder "freundschaftliche" Berührungen. Generell ging bzw. geht es nicht um Frauen im allgemeinen, es ist allein sie, die mich tief im Herzen berührt hat, noch nie hatte ich Gefühle für eine Frau in diesem Ausmaß.

Viele Grüße
Sommerwind

Ich hoffe, es funktioniert auch wirklich alles auf anonymer Basis, daher auch kein Name von mir.
Wie geht eine schriftliche Beratung weiter?
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Offenheit und Ihr Vertrauen in das Sorgentelefon. Und vorab: natürlich sind Sie bei uns anonym, Sie müssen niemals einen Namen nennen und es kann niemand einen Rückschluss auf Ihre Identität ziehen.

Sie schreiben, dass Sie sich in einem Gefühlschaos befinden, und das ist verständlich. Jeder Mensch muss sich klarmachen, dass in ihm unterschiedliche Gefühle und auch unterschiedliche Neigungen stecken, dass wir aber im Normalfall nicht alle diese Neigungen ausleben oder auch oft gar nicht wahrnehmen. Meistens ist das der Fall, wenn wir zu wenig Zeit haben oder auch wenn wir glücklich und mit der aktuellen Situation zufrieden sind.
Bei Ihnen sind diese Gefühle für eine Frau in letzter Zeit entstanden, und es ist gut, dass Sie sich damit auseinandersetzen. Solche Gefühle sind ja zunächst einmal nichts Schlimmes, aber Sie empfinden ein gewisses Unbehagen oder auch Schuldgefühle, weil Sie ja eigentlich in einer intakten Beziehung leben.
Und genau da sollten Sie ansetzen. Vielleicht sollten Sie sich momentan nicht fragen, wie Sie mit diesen Gefühlen der Frau gegenüber umgehen, sondern eher, warum gerade jetzt eine solche Situation auftritt. Es spricht vieles für einen Mangel, den Sie vielleicht unbewusst haben, sich aber nicht eingestehen wollen, denn Sie meinen ja, dass Sie in Ihrer Beziehung glücklich sind.
Gibt es denn etwas, das Ihnen fehlt in Ihrer Beziehung, wünschen Sie sich irgendwelche Dinge, die Sie vielleicht dem Partner gegenüber nicht äußern möchten oder die aufgrund von Alltagsstress auf der Strecke bleiben ? Oder möchten Sie in Ihrem Leben etwas Neues anfangen, trauen sich aber nicht, eine Veränderung in Gang zu setzen ?
Solche Fragen könnten Sie möglicherweise weiterbringen, und Sie müssen ganz ehrlich zu sich selbst sein.
Diese Fragen werden Sie bestimmt nicht ad hoc beantworten können, aber Sie können einmal in sich hineinhorchen und schauen, was Ihnen momentan fehlen könnte oder mit welchen Lebensumständen Sie unzufrieden sind.
Es könnte sein, dass Sie etwas erstreben, das Sie nicht verwirklichen können und dass Sie diese Sehnsüchte nun in eine andere Richtung lenken und dort ausleben. Da Sie genau wissen, dass Sie diesen Gefühlen niemals nachgeben werden, weil Sie Ihre Beziehung nicht aufs Spiel setzen wollen, lassen Sie diese Gefühle unbewusst zu, weil sie so keine "Gefahr" darstellen und weil Sie so Ihre Sehnsüchte ausleben können.
Wenn Sie diese Gedanken einmal aufnehmen, kommen Sie vielleicht auf irgendetwas, was Ihnen bisher noch nicht aufgefallen ist oder was Sie sich nicht getraut haben, weiterzudenken, und es ist ja auch eine Chance, dort anzusetzen und in der Beziehung etwas zu ändern oder auch dem Leben einen neuen Aspekt zu geben.
Natürlich besteht andererseits auch die Möglichkeit, dass Sie sich wirklich in diese Frau verliebt haben, das ist ja nichts Verwerfliches und dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen. Das ist natürlich aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber versuchen Sie doch einmal selbst, herauszufinden, in welche Richtung Ihre Gefühle eher gehen könnten.
Schreiben Sie mir doch einmal, was Sie meinen, und welcher Ansatz Ihnen weiterhelfen könnte.

Bis dahin alles Gute für Sie und liebe Grüße
Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

vielen Dank für ihre ratgebende Antwort und die Ansätze, die ich sofort aufgegriffen habe.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich dieses Gefühl der Zuneigung für diese Frau schon seit 1 1/2 Jahren habe. Damals war sie noch die Klassenlehrerin meines Kindes und ich hatte nur rein schulischen Kontakt zu ihr. Dieses Gefühl hat sich durch den jetzigen außerschulischen Kontakt noch etwas verstärkt, aber ich bin ja einerseits glücklich über diese Gefühle. Auch dass sie dieser Mailverbindung zugestimmt hat. Ich möchte beides nicht verleren. Und meine Familie auch nicht!

Mein Mann und ich (Mitte 40) sind seit 13 Jahren verheiratet. Da ist man in einem Alter, wo man nicht mehr - wie Teenager - von realfremden Personen schwärmt. Daher trifft es das wohl auch eher nicht.

Ich fühle mich oft in der Kindererziehung alleingelassen, auch die Zweisamkeit kommt durch den Alltag oft zu kurz, die Situationen sind eingefahren, da kommt eine gewisse Unzufriedenheit schon auf. Dennoch bin ich glücklich mit meinen Lebensumständen (allerdings werde ich nochmal in mich hineinhorchen...). Daher frage ich mich ja, warum ich diese Gefühle gerade auf diese eine Frau projeziere.
Sie fasziniert mich auch optisch, groß und schlank, ein hübsches Lächeln, schöne Haare, die gesamte Ausstrahlung in Verbindung mit ihrem zauberhaften Wesen. Wenn ich sie sehe, denke ich oft spontan "wie süß sie wieder ist bzw. aussieht".
Es hätte ja auch ein Mann sein können oder sonst wer, aber es geht mir um diese eine Lehrerin, wobei der Beruf natürlich keine Rolle spielt.

Ich weiß nicht, was wäre, wenn sie offen schreiben würde, dass sie ähnlich fühlt wie ich und es zu einem privatenTreffen käme. Dem würde ich wohl zustimmen, ob ich allerdings auch meinen Gefühlen dann nachgeben würde, kann ich aus jetziger Sicht nicht sagen, dazu müsste ich wirklich erst in dieser Situaton sein.
Es wäre schon schön, sie umarmen oder berühren zu können, das gebe ich zu und ich könnte mir es auch irgendwie vorstellen. Ich denke, ein stückweit habe ich mich tatsächlich in sie verliebt (ein Gedanke, denn ich vielleicht auch noch nicht wirklich zulassen kann/will), wobei mir hier der sexuelle Aspekt völlig fremd und unrealistisch erscheint und der Gedanke daran auch total abwegig ist. Schließlich liebe ich meinen Mann und das auch körperlich.
Wenn man so etwas äußert, wird man schnell in eine Schublade gesteckt. Aber ist man deswegen wirklich gleich lesbisch? Ich stehe nicht auf Frauen, das kann ich ausschließen, Aber diese Frau hat mich - aus welchen Gründen auch immer - ins Herz getroffen.

Sollte ich ihr von meinen Gefühlen schreiben? Sie wäre sicher geschockt und denkt nicht im Entferntesten an so etwas. Dann würde ich wohl sie und den Kontakt zu ihr verlieren. Ich schreibe ihr ja in gewissem Maße und "schön verpackt" (also zwar einerseits direkt, aber nicht verliebt) immer Zuneigungsbekundungen, die sie teils ignoriert, aber auch nicht abblockt und die ihr nicht unangenehm sind. So hat sie z.B. schon mal erwähnt, dass ich ein Geschenk für sie bin und ich in ihren Augen ein wertvoller, sehr freundlicher Mensch. Sie drückt sich oft so aus, dass ich Spekulationen über ihre Worte anstellen kann, wie sie wohl gemeint sind (allerdings bringt dies auch ein gewisses Kribbeln mit sich) . Daher weiß ich nicht, ob sie nicht vielleicht etwas ahnt. Bei schulischen Veranstaltungen suche ich - wenn möglich und nicht zu auffällig - ihre Nähe und es kommt dann auch meist zu dem ersehnten Zusammentreffen, oft mit Gespräch. Dabei kann ich mich allerdings unauffällig verhalten, mich ganz normal mit ihr unterhalten. Muss ihr mein Verhalten, gepaart mit meinen Worten in den Mails, nicht schon längst aufgefallen sein? Sie schreibt immer eine Mischung aus persönlich distanziert, wobei ich mich frage, ob es vielleicht ihre Art ist, mit dem Geahnten umzugehen. Innerhalb dieser schulischen Veranstaltungen behandelt sie mich natürlich wie alle anderen Mütter auch, lediglich manche Themen des Gespräches sind persönlicher als bei anderen Elternteilen, mit denen sie rein schulisch zu tun hat.
Somit hat sich mein großer Wunsch nach einer persönlichen Verbindung erfüllt, im Gegenteil, es ist mehr geworden, als ich am Anfang angenommen habe. Unser Kontakt ist kontinuierlich und ich habe die Gewissheit, dass auch sie ihn schön findet. Und darüber sollte/könnte ich sehr glücklich sein, ich bin es ja auch. Und doch bin ich traurig, dass ich nicht "mehr von ihr haben kann" und sie "so weit weg" ist. Dem gegenüber steht mein intaktes Familienleben. Und diese Welten prallen aufeinander, wobei ich diesen Aufprall als einerseits schön, aber auch als schmerzhaft empfinde. Und ich fühle mich auch mies, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, aber zwischendurch an SIE denke. Da kommen Gefühle des "Betrügens" auf.

Ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal antworten kann, aber ich werde auf jeden Fall wieder schreiben.
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

Sie haben mir ziemlich schnell zurückgeschrieben und sagen, dass Sie mit Ihrer Situation zufrieden sind, so dass es eigentlich nicht daran liegen kann, dass Sie etwas vermissen. Ich denke, das ist eine gewisse Abwehrhaltung, weil Sie es von vornherein ausschließen, dass es einen solchen Mangel bei Ihnen geben könnte. Ich hatte Ihnen ja geschrieben , dass Sie bestimmt nicht ad hoc Antworten auf diese Fragen geben können und ich denke, Sie müssen sich langsam an dieses Thema herantasten und vielleicht mit der Zeit ergründen, dass Sie vielleicht doch etwas vermissen, was Sie sich nicht eingestehen können. Vielleicht wünschen Sie sich von Ihrem Partner mehr Umarmungen oder körperliche Nähe ? Sie schreiben ,ja auch, dass Sie sich in der Kindererziehung alleingelassen fühlen und das wäre schon mal ein Ansatzpunkt.
Lassen Sie sich einfach Zeit und wehren Sie den Gedanken an diese Möglichkeit nicht völlig ab, seien Sie offen für das Weiterdenken dieser Theorie.
Sie fragen mich, ob Sie dieser Frau von Ihren Gefühlen schreiben sollen. Was möchte Sie denn, es geht ja um Sie und Ihre Gefühle! Möchten Sie ihr schreiben? Fragen Sie sich wirklich ehrlich und dann entscheiden Sie aus dem Bauch, was Sie persönlich möchten. Wenn Sie ihr davon schreiben möchten, dann tun Sie das.
Es ist ja auch nichts Verwerfliches, wenn eine Frau für einen andere Frau Gefühle hat, die so sind, wie Sie sie schildern. Wenn Sie sicher sind, dass keine sexuellen Hintergründe eine Rolle spielen, dann gestehen Sie sich diese Gefühle doch ruhig zu ! Vielleicht spiegelt diese Frau ja auch eine Person wider, die Sie selbst gerne sein wollen oder sie hat gewisse Eigenschaften, die Sie selbst gerne hätten. Es gibt viele Frauenfreundschaften, in denen sich die beiden Freundinnen umarmen oder berühren, und das hat nichts damit zu tun, dass diese Frauen ihre Männer betrügen. Liebe gibt es in unterschiedlichen Varianten, ich kann einen Menschen sehr mögen oder auch für ihn schwärmen, ohne dass es um sexuelle Neigungen geht.
Überlegen Sie noch einmal ganz in Ruhe, was Sie möchten und schämen Sie sich nicht für Ihre Gefühle. Schauen Sie einfach, was Ihnen guttut und vielleicht können Sie ja auch ganz offen mit der Frau über Ihre Gefühle reden. Sagen Sie ihr einfach, was Sie mir geschrieben haben und dass Sie sie einfach gut finden - ohne dass man das missverstehen sollte. Wenn Sie selbst damit offen umgehen, wird auch Ihre Umgebung damit kein Problem haben.

Alles Gute für Sie.

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

ich wollte mit meiner schnellen Antwort hauptsächlich zum Ausdruck bringen, dass ich an einer Mailberatung ernsthaft interessiert bin und auch mit Ihnen in Kontakt bleiben möchte. Denn die momentane Situation, dieses Gefühlschaos, belastet mich schon sehr - und überfordert mich auch teilweise.
Die Zeilen sind mir spontan eingefallen, aber natürlich ist ein genaueres Hinsehen und Hineinhorchen - gerade was die eigene Beziehung anbelangt - ganz wichtig und auch notwendig, das weiß ich.

Auch wenn ich erstmal nicht zurück antworte (Familienurlaub), ich melde mich wieder, wenn ich die Zeit für tiefere Gedanken gefunden habe. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn eine kleine zeitliche Lücke entsteht?

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

selbstverständlich ist für mich eine zeitliche Lücke kein Problem - Sie können jederzeit schreiben und auch sonst sind Sie zeitlich niemals gebunden. Es geht ja um Sie und Sie entscheiden, wann Sie in Kontakt treten möchten!
Ich denke, es ist vielleicht sehr gut, dass Sie nun Urlaub machen und so ein wenig Abstand bekommen. Sie haben nun etwas Zeit und können in Ruhe Ihren Gedanken nachgehen und es ergibt sich ja möglicherweise auch das ein oder andere Gespräch mit Ihrem Mann oder in der Familie. Manchmal entdeckt man in solchen Zeiten auch Aspekte, an die man vorher nicht gedacht hat, oder man trifft Entscheidungen, weil man einfach Muße hat, einen Gedanken zu Ende zu denken. Lassen Sie sich Zeit und denken Sie auch ruhig in die Richtung, die ich Ihnen vorgeschlagen habe - es ist immer gut, alle Möglichkeiten mit einzubeziehen. Und vielleicht sehen Sie nach dem Urlaub manches klarer oder können ein paar Aspekte verwerfen, die Sie vorher noch mit einbezogen hätten.
Und Sie müssen sich immer vor Augen führen, dass es nichts Schlimmes ist, einen Menschen anziehend zu finden oder von einem Menschen fasziniert zu sein, es hat auch oft mit Eigenschaften zu tun, die wir selbst gerne hätten oder die wir einfach schön finden. Daran ist nichts Negatives, es wird nur dann zum Problem, wenn Sie wirklich in ein solches Gefühlschaos kommen, dass es Sie auf Dauer belastet.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall einen schönen, erholsamen Urlaub und schreiben Sie mir doch gerne, was sich ergeben hat und ob Sie den Knoten ein wenig lockern konnten.
Wir können dann, wenn Sie möchten, gemeinsam überlegen, welchen Schritt Sie gehen können, um herauszufinden, was gut für Sie ist. Ich kann Ihnen niemals raten, was Sie tun sollen, aber ich kann Ihnen helfen herauszufinden, was Sie selber gerne möchten.

Viele Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne Bodin,

einen Ihrer letzen Sätze fand ich sehr schön, dass wir gemeinsam überlegen können, welchen Schritt ich gehen kann, um herauszufinden, was gut für mich ist.
Dieses Angebot nehme ich natürlich an, denn sonst hätte ich Ihnen ja nicht geschrieben.

Ein Gespräch mit meinem Mann bzw. der Familie über dieses Thema scheidet allerdings aus.

Aber ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, die so vielseitig sind, dass ich mich hier mal "zwischenmelden" muss. Natürlich werde ich an diesen Gedanken weiter dranbleiben.

Den Ansatz, dass ich mich bei der Kindererziehung alleingelassen fühle, habe ich weiter aufgegriffen. Wir sind diesbezüglich mehr Mama und Papa als denn Eltern. Wir unterscheiden uns in den ein oder anderen Prinzipien und ich habe es mittlerweile aufgegeben, dagegen zu steuern, denn ich werde da "nicht gehört". Ich bin strenger als mein Mann, möchte mehr "Zug" in der Erziehung. Aber auch wenn ein gewisses Maß an Übereinstimmung fehlt, völlig unterschiedlich sind wir natürlich nicht.
In manchen Situationen nennt er ein "Ich" auf mich bezogen, statt mal ein "wir" zu sagen. Natürlich bin ich da diesbezüglich unzufrieden, aber nicht unglücklich. Denn diese Zeiten vergehen ja auch wieder und man hat schöne Zeiten. Wie in jeder Beziehung ein gut und weniger gut. Ich habe mich mit der Situation arrangiert, mein Mann ist sehr engagiert im Naturschutz und dadurch ist manchmal geballt viel zu tun. Ich fühle mich dann schon mit den Kindern so manches mal alleingelassen, aber er schafft dann auch einen Ausgleich, indem er Aktivitäten nur mit den Kids macht, z.B. ins Schwimmbad fahren oder solche Dinge.
Wie überall verbringen die Mütter die meiste Zeit im Alltag mit den Kindern, so auch ich.

Es fehlt mir auch so manches Mal die "romantische Zeit", einfach mal abends draußen beisammensitzen, wenn die Kinder im Bett sind.
Aber auch hier gibt es einen Ausgleich, fast regelmäßig machen mein Mann und ich mal ein paar Tage Urlaub alleine ohne die Kinder. Zu tieferen Gesprächen, was Wünsche oder Bedürfnisse betreffen, kommt es allerdings nicht, es ist dann eher die gemeinsame Zeit, die wir haben.
All diese Dinge lassen mich aber nie über eine Trennung oder dergleichen nachdenken, das ist ausgeschlossen. Ich bin auch nicht auf der Suche nach einem Seitensprung. Vielleicht hört sich das alles jetzt zu negativ an, aber natürlich ist es das nicht.
Sie werden jetzt warscheinlich schreiben, ich soll doch mit meinem Partner über meine Wünsche und Bedürfnisse reden, ist ja nun auch naheliegend, aber leider ist das nicht immer so simpel wie gesagt. Eine gewisse Hemmschwelle besteht da, denn so manches Mal endet so etwas auch in einer Diskussion und einem Rückzug, so ab und zu habe ich das schon versucht.

Meine Gedanken über meine Gefühle zu dieser Frau, die übrigens Anfang 50 ist:
Herz und Gefühl sagen da was anderes als Kopf und Verstand. Ist es ein "Kick" als Ausgleich zum Alltag?

Und da es ja eine einseitige Empfindung ist, wovon ich stark ausgehe, besteht auch keine "Gefahr" für mehr und ich lebe sie daher aus, wie Sie sagen. Daher kann/will ich aber diese Gefühle vielleicht auch nicht zulassen, da mir mein Kopf und Verstand etwas anderes sagt, nämlich dass es "nichts bringt", in sie verliebt zu sein, mein Herz mir aber etwas anderes deutet.
Ich habe noch nie solch einen Menschen kennengelernt, der diese Gefühle je in mir ausgelöst hat, abgesehen von meinem Mann. Es ist ein Zauber, der mich jedes Mal trifft, wenn ich ihr begegne.
Ich habe schon diese Gedanken, dass ich mir "mehr" vorstellen könnte, der Wunsch nach einer gewissen körperlichen Nähe ist dann und wann schon vorhanden. Aber wo hören freundschaftliche Berührungen auf und fangen andere an (erst bei sexuellem Hintergrund)? Es ist ein gewisser Reiz dabei, dieses Neugierige auf was Unbekanntes, vielleicht auch die Frage an mich selbst, wie weit ich gehen kann bzw. gehen würde, wie ein Flirt. Einfach mal mit einer Frau.
Der Gedanke an ihr Lächeln, ihre Haare, ihre Augen und ihr Wesen, ihr allgemeines Aussehen und Auftreten, rufen in mir ein solches wohlig-warmes Gefühl hervor, das man durchaus mit verliebten Gefühlen vergleichen kann, schließlich kennt man sie.

Es ist für Sie vielleicht auch interessant, dass ich eine Art Fantasiegeschichte geschrieben habe, in der ich diese Frau zu Hause aufgrund ihrer Einladung besuche und es dann im Laufe des Gespräches zu Zärtlichkeiten in Form von Streicheleien im Nacken kommt, die auch sie nicht abblockt, ich berühre ihre schönen Haare, liege in ihren Armen und wir beide genießen diesen Augenblick, obwohl jede weiß, wo sie hingehört, nämlich zum männlichen Partner. Ich fühle mich schon wohl mit dieser Vorstellung und gibt mir ein gewisses Kribbeln und warmes Gefühl im Herz.

Auf der einen Seite würde ich ihr auch gerne schreiben, was ich fühle und wie ich denke. Allerdings tue ich dies schon mehr oder weniger regelmäßig in doch recht direkten "Zuneigungsbekundungen" , Anspielungen mache ich jedes Mal, die sie eigentlich nicht übersehen kann. Leider erhalte ich selten eine direkte Reaktion darauf, oft spricht sie "in Rätseln", so dass ich nicht weiß, wie es gemeint ist. Meine Bekundungen machen ihr offentsichtlich nichts aus, sie müssen ihr gefallen (nie wehrt sie ab oder schreibt etwas in der Art, dass ich es lassen soll) und meine Briefe und "netten Worte", wie sie es umschreibt, bereiten ihr immer wieder Freude, wie sie sagt. Sie lässt mich dann aber auch auf der anderen Seite nicht wirklich wissen, was sie diesbezüglich denkt bzw. fühlt. Für sie sind es nur nette Worte, für mich ist es so viel mehr. Aber diese netten Worte sind widerum schon auch sehr persönlich und privat. Das kann sie nicht emotionslos überlesen. Und dennoch ignoriert sie es in gewisser Weise. Warum?
Erst wenn ich weiß, wie sie zu mir steht, eher oberflächlich mit nur einem Mailaustausch oder schon eher freundschaftlich, würde ich ihr noch direkter von meinen Gefühlen und Wünschen schreiben. Aber wie soll ich das anstellen, wenn ich doch schon die ganze Zeit Anspielungen diesbezüglich schreibe? Vielleicht ist es dafür auch noch zu früh. Man kann Freundschaft nicht erzwingen und so etwas braucht auch Zeit, um zu wachsen. Gerade bei ihr, denke ich. Ich wäre sehr, sehr gerne richtig mit ihr befreundet, ein Mailkontakt ist mir sozusagen zu wenig, aber da sind ja auch noch die anderen Gefühle, die - wie mir mein Herz sagt - über eine Freundschaft hinausgehen. Davon würde ich ihr allerdings nichts schreiben, um den Kontakt nicht zu verlieren.
Ich habe ihr in den Ferien geschrieben und hoffe, dass sie mir noch vor Schulbeginn antwortet. Ich gehe nicht davon aus, dass sie auf meine "Zuneigungsbekundungen" großartig eingeht, aber ich werde erstmal abwarten. Geschriebene Worte kann man nicht mehr zurücknehmen und ich sollte da gut überlegen, ob ich diesen Schritt, noch direkter und genauer zu werden, wirklich gehen sollte.
Ich weiß auch nicht, ob sie nicht etwas ahnt, dass sie für mich viel, viel mehr ist als ein sympathischer Mensch. Und vielleicht deshalb nicht so wirklich auf meine persönlichen Sätze reagiert und es so erstmal für sie besser ist, damit umzugehen.
Direkt nachfragen möchte ich zum jetzigen frühen Zeitpunkt aber auch nicht, ich möchte sie nicht bedrängen, sich dazu äußern zu müssen.
Allerdings denke ich auch manchmal, dass ich früher oder später nicht darumkomme, ihr "reinen Wein" über meine Empfindungen einzuschänken. Dieser Gedanke hat auch etwas Befreiendes.Wenn ich doch nur wüßte, was sie über unsere Verbindung denkt, wie sie zu mir steht.

Ich werde an beiden Gedankenansätzen weiterarbeiten, sowohl was meine Beziehung, als auch meine Gefühle dieser Frau gegenüber betreffen.
Aber mir schwirrte jetzt so viel im Kopf herum, dass ich Ihnen erstmal doch zwischendurch schreiben musste. Ich hoffe, Sie konnten mir gedanklich folgen in Bezug der "richtigen Reihenfolge". Es ist mancfhmal schwierig, dies alles in die richtigen Worte zu fassen, damit Sie mir helfen können, herauszufinden, was ich selber gerne möchte bzw. was gut für mich ist.

Nach wie vor ist es eine sehr belastende Situation für mich, dieses Gefühlschaos in mir zu haben. Es besteht ja auch nicht erst seit ein paar Wochen, sondern trage es schon eine Weile mit mir herum. Ich verstehe mich selbst nicht.

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende,

schön, dass Sie mit meinen Anregungen etwas anfangen konnten.
Ich konnte Ihnen gedanklich sehr gut folgen, ich kann mir auch vorstellen, wie es gedanklich in Ihnen aussieht und das muß erst einmal geordnet werden. Manchmal hilft es auch schon, das alles aufzuschreiben, denn auch dadurch wird einem manches klarer. Insofern kann ich nur begrüßen, dass Sie solche Fantasiegeschichten schreiben, genauso könnten Sie auch tagebuchmäßig Ihre Gefühle und Gedanken aufschreiben und dann nach einiger Zeit durchlesen, um festzustellen, ob sich etwas verändert hat.
Nun zu Ihrer Situation:
Sie überlegen ja, ob Sie dieser Frau Ihre Gefühle offenbaren sollen oder nicht.
Ich schlage Ihnen vor, beide Varianten einmal zu Ende zu denken und konsequent durchzuspielen.
Wie wäre es, wenn diese Frau Ihre Gefühle erwidern würde und positiv auf Ihre Zuneigung reagierte? Denke Sie das einmal zu Ende. Wie würden Sie sich dann fühlen, wären Sie froh, oder würden Sie dann eher Panik bekommen, weil Sie Sorge hätten um Ihre Ehe?
Sie müssen bedenken : Sie kennen die Frau ja nicht im Alltag, Sie wissen ja überhaupt nicht, wie sie so lebt, ob es überhaupt passen würde, wenn Sie zusammenkämen.
Könnte es vielleicht auch sein, dass Sie sich ein Bild von dieser Frau machen und sich in dieses Bild verliebt haben, um dem Alltag zu entfliehen? Man kann ja generell einen Menschen oder ein Bild oder eine Region der Erde oder irgendetwas toll finden, und wenn man manchmal in der Natur irgendwo ist, berührt einen das auch mitten im Herzen, man ist fasziniert und möchte nie mehr wider dort weg.
Ich möchte nur, dass Sie überlegen, ob es sich vielleicht um eine solche Schwärmerei handelt, denn dann könnte es dabei bleiben, dass Sie diese Frau einfach bewundern und ein gutes Gefühl dabei behalten, ohne dass Sie an Ihrer Situation etwas ändern müssten.

Dann gehen Sie die zweite Variante einmal durch, nämlich dass diese Frau sich von Ihnen abwenden könnte, wenn Sie von Ihren Gefühlen erfährt. Wie wäre das für Sie, wie würden Sie sich dabei fühlen, welche Gedanken hätten Sie?

Lassen Sie sich Zeit dabei und versuchen Sie einfach mal, zu spüren, wie sich das eine oder das andere innerlich anfühlt, wenn Sie das weiterdenken und sich die Situation vorstellen. So kommen Sie vielleicht dem auf die Spur, was dahintersteckt. Ist es die Schwärmerei für einen Menschen, den Sie bewundern, ist es die Unzufriedenheit in der Partnerschaft, der Sie unbewußt entfliehen wollen, oder was steckt dahinter ?

Und zu Ihrer Partnerschaft : Sie sagen, es gäbe nicht mehr so viele romantische Momente. Da könnnten Sie sich fragen : Vermissen Sie diese Momente eigentlich wirklich ? Möchten Sie, dass es wieder solche Stunden zu zweit gibt, sehnen Sie sich danach?
Das wäre ein Ansatzpunkt, an der Beziehung zu arbeiten: Nehmen Sie sich vielleicht einen Tag der Woche, der nur für Sie beide reserviert ist. Unternehmen Sie etwas zusammen,, oder genießen Sie die Zeit einfach nur zu Hause, aber wirklich auch bewußt. Und wenn Sie miteinander reden, dann können Sie sich vornehmen, dass jeder 10 Minuten reden darf, ohne dass der andere ihn unterbricht. Und jeder darf sagen, was ihm an dem anderen gefällt, und dann, was ihn stört, und weiterhin, was er sich wünscht. Es sind manchmal auch Kommunikationslücken oder Mißverständnisse, die dazu führen, dass man sich voneinander entfernt. Überlegen Sie, ob Sie das überhaupt möchten, oder ob diese Entfernung Ihnen ganz recht ist.

Ich hoffe, es waren nicht allzu viele Anregungen, und wenn Sie möchten, können Sie mich auch hier am Sorgentelefon erreichen, manchmal ist ein Telefonat auch ganz hilfreich, weil man dann sofort reagieren kann.

Liebe Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne,

als ich Ihnen von der Fantasiegeschichte erzählt habe, habe ich vergessen zu schreiben, dass ich in der Tat eine Art Tagebuch führe. Vor einem Jahr habe ich begonnen, so etwas wie eine Chronik zu schreiben, die damit beginnt, dass ich diese Frau als Klassenlehrerin meines Sohnes kennengelernt habe. Sie geht dann in die Geschehnisse bis heute über, dass aus Sympathie Zuneigung geworden ist, mein Schock, als ich erfahren habe, dass sie als Klassenlehrerein aufhört bis zu allen Begegnungen und Mailaustauschen mit ihr im Laufe der Zeit und den sich steigernden Gefühlen für sie. Auch all meine Gedanken und Gefühle schreibe ich auf, quasi als "erste Hilfe". Es tut gut und ist schön, wenn ich es immer wieder mal lese. Außerdem bringe ich diese Chronik ja auch - wenn sich Begegnungen ergeben oder gegenseitige Mails - immer auf den neuesten Stand und es ist ein schönes Gefühl beim Lesen.

Nun aber zu meinen Gedankengängen rund um beide Varianten:
Die zweite Variante, nämlich, dass sie sich von mir abwendet aufgrund meines Gestäntnisses, kann ich schwer ertragen, bei diesem Gedanken habe ich ein schlechtes Gefühl. Ich möchte ja schließlich den Kontakt zu ihr nicht verlieren, da ich daraus und aus den Gedanken und Gefühlen für sie auch viel gute Laune und Kraft schöpfe. Ich freue mich riesig über ihre jeweiligen Reaktionen und bin glücklich, dass es zu diesem außerschulischen Kontakt gekommen ist und sie diesen auch erwidert.
Daran knüpft sich jetzt die erste Variante, wenn sie meine Gefühle erwidern würde. Einerseits reagiert sie ja schon positiv auf meine Zuneigung, da sie meine Worte nie zurückweist oder eine Abwehrhaltung dazu einnimmt. Finde ich kurios, auch wenn das lange nicht heißt, dass sie meine Gefühle auch nur annähernd erwidert, Es ist schwer für Sie, aber wie schätzen sie diese Reaktion ein?
Sie ignoriert diese persönlichen Zuneigungsbekundungen meist, da sie nie direkt darauf eingeht, bedankt sich immer dafür und dass es ihr nicht unangenehm ist oder sie sich dadurch belästigt fühlt, weiß ich, den dies hat sie auf meine direkte Frage danach klar verneint.
Wie ist Ihre Meinung dazu? Zum Beispiel schreibt sie dann im Februar so einen Satz wie "Sie sind auch für mich ein Geschenk." oder erwähnt erst kürzlich, dass mein Sohn ihr immer mit einem herzlichen Lächeln auf dem Schulhof begegnet und sie hinter diesem Lächeln mich sieht.
Kommt das alles bei mir anders an als sie es schreibt und meint?
Wüßte sie von meinen Gefühlen, würde sie sicherlich so etwas nicht schreiben, sondern sich eher zurückziehen. Auch wenn ihr das alles unangenehm wäre, würde sie eher negativ reagieren und von mir Abstand nehmen. Ich denke, da sind Sie mit mir einer Meinung oder was denken Sie darüber?

Also, Sie haben mich gefragt, ob ich bei der ersten Variante froh wäre. Ja, das wäre ich. Und so verrückt es auch klingt, ich würde mich wahrscheinlich wirklich erstmal darauf einlassen und abwarten, was passiert. Diese Vorstellung löst ein kribbeliges Gefühl aus und ist einerseits abstößig, der anderen Seite auch anziehend zugleich. Es fühlt sich gut an, wüßte ich, dass sie in meine Richtung denkt. Ja, es wäre eher schön als abschreckend.
Panik wegen meiner Ehe würde ich nicht bekommen, da ich sie durch eine dauerhafte Liebesbeziehung generell nicht zerstören würde und dies ja auch nicht vorhabe. Es ginge vielmehr eher ein stückweit um ein "Ausprobieren", wie es sich anfühlt, diesen gewissen Reiz auf etwas Neues (so wie auch in meiner Fantasiegeschichichte aufgeschrieben, dieser Austausch von Zärtlichkeiten, mehr als bei einer Freundschaft, aber weniger als in einer Liebesbeziehung, dieses Gewisse dazwischen), ohne dabei detailliert in das Sexuelle zu gehen. Es geht wirklich nur um diese eine Frau, nicht um ein Ausprobieren mit dem gleichen Geschlecht an sich und auch nicht um einen Seitensprung generell.

Aber wie sollte ich das überhaupt schreiben (was ich doch zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht gut fände, obwohl es auch verlockend ist)? Direkt, dass ich mich wohl in sie verliebt habe? Eher durch die Blume? Aber wie gesagt, Worte der Zuneigung schreibe ich ihr eigentlich immer mal. Nicht zu plump oder abstoßend, aber immer ehrlich und was ich fühle. Dass sie z.B. mehr für mich ist als ein sympathischer netter Mensch, dass sie etwas ganz Besonderes ist, sie mir sehr am Herzen liegt, mir unser Kontakt ganz viel bedeutet etc.. Also es sind schon sehr persönliche Schilderungen, die man nun wirklich nicht jedem schreibt, der einem "nur" sympathisch ist.

Es ist auch richtig, dass ich diese Frau nicht wirklich kenne, wenig von ihr weiß. Aber man verliebt sich ja generell zunächst einmal in das Äußere und in das Wesen, wie einem der andere begegnet. Das andere entsteht ja eh erst bei näherem, besseren Kennenlernen (oder auch nicht).
ich würde sie ja auch gerne privat näher kennenlernen, sie treffen oder etwas mit ihr unternehmen. Generell, um sie als Mensch besser kennenzulernen, nicht nur als Lehrerin. Immerhin gelingt das teilweise durch die persönlichen Mails.
Und natürlich weiß ich auch, dass sie negative Eigenschaften und Fehler hat.

Ich frage mich, ob eine solche Schwärmerei, die Sie mir auch als Möglichkeit aufgezeigt haben und evtl. auch sein kann, mit derart tiefen Gefühlen der Zuneigung einhergeht.
Sicher bewundere ich sie und schwärme für sie, aber wieso sind dann diese Gefühle der Verliebtheit entstanden und warum -wenn ich sie sehe-, kommen mir die Gedanken, wie "süß und hübsch" sie wieder einmal aussieht? Manchmal möchte ich sie einfach in die Arme nehmen und festhalten und ihr all das sagen, was ich fühle. Oder meine Fantasiegeschichte Wirklichkeit werden lassen.

Ich weiß einfach nicht, wo die Grenze ist zwischen Schwärmerei und dem sich-verliebt-haben, diese Grenze geht im Moment fließend über und ich schwanke hin und her, mal mehr zu dem einen, dann zu dem anderen und beides ist wohl ein "Ausbruch" aus dem Alltag.
Ich habe auch schon oft Momente einer Art "Liebeskummer" erlebt, wenn Augenblicke der Begegnungen wieder viel zu schnell vergangen waren oder Zusammentreffen mit ihr besonders schön waren. Oder auch wenn sie solche schönen Sätze wie oben erwähnt schreibt. Dann fließen schon mal heimlich ein paar Tränen und Sentimentaitätsgefühle stellen sich ein. Ich habe auch ein paar Fotos von ihr hier zu Hause.

Nun noch zu Ihrer Aussage meine Partnerschaft betreffend:
Mir fehlen diese romantischen Momente schon. Diese Idee mit den 10 Minuten finde ich gut und werde sie im Hinterkopf behalten, auch den Ansatzpunkt, an der Erziehung zu arbeiten. Ich weiß nur nicht, wie ich das praktisch umsetzen soll, denn bisher haben mein Mann und ich darüber ja noch nie gesprochen und das käme jetzt doch "ziemlich plötzlich" und aus dem Nichts.
Es ist andererseits auch schön, dass wir nicht aneinanderhängen wie Kletten und jeder seine Freiräume hat. Aber ich möchte nicht, dass man sich so weit voneiander entfernt, dass man nur noch nebeneinander her lebt.
Dass ich - was die Kinder anbelangt - mich oft alleingelassen fühle, das ist wohl der größte Punkt. Ich habe das auch schon mal erwähnt, aber es verläuft immer im Sande.

Übrigens, ich hätte nichts gegen ein persönliches Telefonat einzuwenden, wie funktioniert die Bezahlerei, das ist meine wichtigste Frage und auch Sorge, dass es dann "auffliegt". Denn nach wie vor muss und soll ja alles im Verborgenen bleiben und geschehen und niemand soll/darf etwas mitbekommen.
Noch mehr Chaos brauche ich wirklich nicht.

Viele Gedanken sind wieder einmal schriftlich zusammengekommen....

Liebe Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende "Sommerwind",

ich freue mich, dass Sie einige der Anregungen für sich nutzen konnten und dass Sie die verschiedenen Möglichkeiten einmal gedanklich durchgegangen sind. Auch das Aufschreiben Ihrer Gedanken ist gerade langfristig hilfreich und das sollten Sie auf jeden Fall beibehalten.
Sie fragen mich, wie ich gewisse Reaktionen Ihrer Bekannten einschätzen und bewerten würde.
Sehen Sie, eine Reaktion eines Menschen entspringt erstens immer einer speziellen Situation und zweitens ist sie von vielen anderen Faktoren abhängig ( momentane Stimmung usw ).
Und die Interpretation einer solchen Reaktion ist noch einmal mehr sehr individuell, denn sie ist von der Einstellung und Erwartung desjenigen abhängig, der sie empfängt und außerdem würde der eine Mensch vielleicht eine positive Deutung vornehmen, ein anderer hingegen würd sie wieder völlig anders interpretieren.
Deshalb ist es für Sie keine Hilfe, wenn ich meine Meinung oder Interpretation der Reaktion Ihrer Bekannten vornehme und außerdem geht es ja nicht um mich, sondern um Sie, außerdem muss man vieles immer im Gesamtzusammenhang sehen.
Ich kann in ein und derselben Aussage "Der Baum ist grün" eine bloße Faktenschilderung sehen, ich kann die Aussage so deuten, dass derjenige meint, der Baum müsse aber doch eigentlich schon herbstlich gefärbt sein, also im Grunde "warum ist der Baum nicht schon längst rot oder gelb" oder ich kann etwas anderes in diese Aussage hineindeuten - je nachdem, welche Stimmung ich gerade habe oder welche Erwartungshaltung demjenigen gegenüber, der die Aussage macht.
Es geht also darum, was Sie persönlich meinen und was Sie möchten, ich möchte und werde Sie auf keinen Fall in eine bestimmte Richtung drängen, denn davon haben Sie rein gar nichts.
Ich denke aber, Sie haben ja jetzt sehr viel über die gesamte Situation und über Ihre Gefühle nachgedacht und auch geprüft, ob es wirklich nur eine kurzzeitige Emotionslage ist oder nicht. Das Ganze lässt Sie aber nicht los, wie ich Ihren Aussagen entnehme, und daher ist es wirklich zu überlegen, ob Sie versuchen, diese Frau näher kennenzulernen und ob Sie es wollen, dass sie von Ihren Gefühlen erfährt.
Sie schreiben ja, dass Sie Ihre Ehe nicht gefährdet sehen dadurch.
Das wundert mich ein wenig, aber wenn Sie das meinen, dann sollten Sie ernsthaft überlegen, ob Sie Ihrem inneren Drang, das Ganze nicht im Sande verlaufen zu lassen, nachgehen.
Es wird Sie wahrscheinlich immer wieder verfolgen, wenn Sie das einfach so stehenlassen, denn man merkt ja, dass Sie es innerlich möchten, den nächsten Schritt zu gehen, um auch Klarheit zu haben.
Trotzdem sollten Sie nichts überstürzen und wirklich auf Ihr Bachgefühl hören. Was möchten Sie wirklich, ist es wirklich so, dass Sie Ihre Ehe nicht gefährden, die Ihnen ja - wie Sie schreiben - sehr wichtig ist ? Möchten Sie wirklich Ihrem Drang nachgeben oder wollen Sie es bei einer guten Freundschaft mit dieser Frau belassen ?
Das müssen Sie ganz alleine entscheiden, ich kann Ihnen da nicht zum einen oder anderen raten. Sie müssen aber langfristig zufrieden und glücklich werden, und wenn Sie merken, dass Ihnen das keine Ruhe lässt, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie den nächsten Schritt gehen und wie Sie das tun.
Lassen Sie sich Zeit und irgendwann werden Sie merken, dass Sie eine Entscheidung treffen können und dann ist diese Entscheidung auch richtig und gut so - egal, wie es dann weitergeht.

Liebe Grüße,

und wenn Sie telefonieren wollen:
Sie haben recht, auf normalem Weg wird das Gespräch über die Festnetznummer abgerechnet und ist dann auf der Abrechnung sichtbar.
Wenn Sie auf unserer Homepage aber die Startseite aufrufen, dann sehen Sie oben eine Leiste "Sorgentelefon Nummer, dies klicken Sie bitte an und es erscheint etwas darunter rechts Telefonnummer und darunter eine kleine Leiste "Vom Handy anrufen? Anders zahlen?". Wenn Sie das anklicken, dann kommen Sie zu der Seite, auf der Sie ein Guthabenkonto einrichten können, d.h. Sie können einen gewissen Betrag einzahlen per Sofortüberweisung ( die kaufbare Mindestmenge beträgt 10 Minuten ) und diesen dann "abtelefonieren". Das wäre eine Möglichkeit für Sie, und meine Nummer lautet dann : 09001- 445 457 380 - 125.

Ihre Susanne B.


Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

immer wieder überlege ich hin und her, aber ich komme auch immer wieder zu der Erkenntnis, dass es sich nicht um eine kurzfristige Emotionslage handelt. Dafür dauert das Ganze auch schon zu lange und ist zu intensiv, im Gegenteil, es hat sich in der letzten Zeit eher verstärkt, da neben ihrem herzlichen Wesen auch zunehmend ihr Aussehen in den Fokus geraten ist (ihr hübsches Lächeln, die lieben blauen Augen, ihre schönen Haare, die Art, wie sie sich kleidet und eben "süß" ist).

Ich verstehe, dass Sie sich zu meiner Frage Ihre Meinung betreffend der Reaktion meiner "Bekannten" nicht äußern möchten. Das geht auch völlig in Ordnung.
Es macht mich halt nur stutzig, dass sie wohl von meinen Gefühlen keine Ahnung hat, obwohl ich ihr doch immer wieder eine Art "Liebeserklärung" schreibe. Oder will sie es nicht sehen bzw. versteht sie es anders als ich es meine? Fragen, die wohl nur sie ganz allein beantworten kann.

Ich verstehe auch, dass Sie mir keinen direkten Rat geben können, das Eine oder Andere zu tun oder eben nicht zu tun.

Ich habe in meiner letzten Anwort u.a. auch sagen wollen, wie hin und hergerissen ich von meinen tiefen Gefühlen zu dieser Frau bin und ich diese Gefühle auch nicht einfach zu ausschalten und wegpacken kann.
Ich werde für sie weiterhin mehr empfinden als es üblich ist.
Die Vorstellung, in ihren Armen zu liegen, sie einfach nur zu berühren und ihre Nähe genießen zu können, ist wunderschön und ich würde diesen emotionalen Moment auch gerne erleben.
Aber über allem steht, dass diese Frau offensichtlich nicht die gleichen starken Gefühle hat wie ich und dieses Weiterdenken doch eher sinnlos und unrealistisch ist. Oder?
Das alles wäre wie ein Ausflug in eine andere, unbekannte Welt, ein Reiz, dem ich mit dieser Frau - würde sie meine Gefühle erwidern - erliegen würde (aber das hatte ich ja erwähnt) .
Vielleicht sehe ich auch deshalb keine ernsthafte Gefahr für meine Ehe, da es ja doch unrealistisch ist, dass es zur Wahrheit wird und ich "nach einem Ausflug" vermutlich wieder auf den rechten Weg kommen würde. Ich liebe ja meinen Mann und habe deshalb auch ein großes schlechtes Gewissen, weil ich mit derart liebevollen Gedanken an diese Frau denke und nach und nach Gefühle des Verliebtseins entstanden sind.
Können Sie nachvollziehen, wie ich es meine?

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich eine Entscheidung treffen kann, ihr von meinen Gefühlen zu erzählen oder nicht.
Aber sie haben recht, das Ganze lässt mich nicht los, meine Gefühle für sie lassen mich nicht los und diese Frage wird mich mit Sicherheit weiter verfolgen und mir wohl auch keine Ruhe lassen.
Können Sie mir denn einen Rat geben, wie ich solch ein Schreiben anfangen könnte? Ich möchte sie mit meiner Äußerung ja nicht überfallen oder schockieren. So kann ich ja z.B. auch nicht schreiben, dass ich mich mal gerne mit ihr treffen und sie näher kennenlernen möchte, um mir meiner Gefühle klarer zu werden.
Und selbst wenn ich ihr meine wahren Gefühle (noch) nicht offenbare, so möchte ich doch herausfinden, was ich für sie bin. Ob es in eine zumindest freundschaftliche Richtung bei ihr geht, wie mein Stellenwert bei ihr ist.

Bleibt auch die Frage, wie ich am besten mit meinen einseitigen Gefühlen umgehen kann. Ich habe ja weder in die eine, noch in die andere Richtung eine Aussage von ihr. Was ich schreibe, muss ihr gefallen, aber sie lässt mich nicht

Ratsuchende(r)
Liebe Susanne, ein Fehler, ich bin aus Versehen auf den Senden-Button gekommen....

Also, was ich schreibe, muss ihr gefallen, sonst hätte sie anders reagiert, aber sie lässt mich nicht wirklich wissen, was sie darüber denkt, wenn sie meine Zuneigungsbekundungen liest.

Ich habe schon oft geweint wegen ihr, habe gezweifelt an mir und eine Achterbahn der Gefühle erlebt und es ging mir manchmal gar nicht gut, habe sie auch schon vermisst. Und dann gibt es immer wieder diese vielen Momente der Dankbarkeit, dass sie in mein Leben getreten ist und die unzähligen Augenblicke des Glücks, wenn ich ihr begegne, mit ihr rede und durch den außerschulischen Kontakt zu ihr. Es ist schön, dass es sie gibt. Auch das habe ich ihr schon geschrieben...

Liebe Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

ich denke, wenn Sie sich wirklich entscheiden haben, dieser Frau zu schreiben, dann sollten Sie das auch tun.

Ich bin zwar etwas skeptisch, aber natürlich müssen Sie selber merken, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wenn Sie das für sich jetzt so entscheiden haben, ist es richtig.

Ich möchte Ihnen nur noch sagen, was mir aufgefallen ist.
Sie schreiben, dass Sie sich insgeheim wünschen, dass Sie eine positive Reaktion erhalten, sagen aber gleichzeitig, dass Sie Ihre Ehe nicht in Gefahr sehen, weil es unrealistisch sei, dass Ihr Wunsch, mit der Frau zusammenzukommen, erfüllt und zur Wahrheit wird.
Könnte es sein, dass Sie sich sehr an diese für Sie reizvollen Gefühle klammern, um sich nicht mit den Gefühlen bezüglich Ihres Mannes und bezüglich Ihrer Ehe auseinanderzusetzen ? Es könnte auch eine Verlagerung des Problems sein, denn so sind Sie davor geschützt, sich dieser Beziehungsproblematik zu stellen. Und etwas Neues im Leben ist manchmal reizvoll, um dem Trott zu entkommen, dem man im Alltag ausgesetzt ist.
Wenn Sie nämlich schreiben, dass Sie eigentlich gar keine Chance sehen, dass Ihr Wunsch nach einer Beziehung zu dieser Frau Wirklichkeit wird, dann ist es vielleicht für Sie ein Abtauschen in eine Traumwelt, um der Wirklichkeit und den eigentlich bestehenden Problemen in Ihrer Beziehung zu entfliehen und um der Einförmigkeit und vielleicht auch manchmal Langeweile zu entkommen.

Denken Sie mal in Ruhe darüber nach, denn in einer der ersten E-Mails haben Sie geschrieben, diese Schwärmerei habe nichts mit sexuellen Gefühlen zu tun - ich bin mir da nicht so ganz sicher und ich bin mir auch nicht sicher, ob es - wie ich gerade beschreiben habe - nicht vielleicht eine Problemverschiebung ist.
Denn wenn Sie ehrlich sind : Sie müssen ja auch in Erwägung ziehen, dass diese Frau positiv reagiert und Ihre Gefühle erwidert. Was machen Sie denn dann ? Sehen Sie da keine Gefahr für Ihre Partnerschaft ? Und nun stellen Sie sich mal den Fall vor, dass Ihr Mann eine solche Beziehung zu einem Mann oder auch einer anderen Frau beginnen würde, auch wenn es vielleicht nur platonisch wäre - wie würden Sie das denn aufnehmen. Würden Sie das nicht als Gefährdung der Partnerschaft sehen ?
Ich glaube, dass Sie das wirklich in Ihre Überlegungen mit einbeziehen müssen und ich würde Ihnen auf jeden Fall raten, sich mit den Gefühlen bezüglich Ihres Mannes auseinanderzusetzen, denn sonst kommen Sie in ein noch größeres Gefühlschaos.

Ich gebe das nur zu Bedenken, aber wenn Sie sicher sind, dann schreiben Sie ihr. Ich kann und möchte Ihnen nicht raten, was und wie Sie schreiben sollten, das können nur Sie alleine wissen und entscheiden. Was möchten Sie ihr denn schreiben ? Was möchten Sie ihr sagen ? Genau das sollten Sie formulieren, und zwar möglichst ehrlich und authentisch. Sie sollten Sie selbst sein, denn nur so erreichen Sie auch das, was Sie möchten, nämlich ihre Gefühle ehrlich darzustellen.
Zum jetzigen Zeitpunkt wäre vielleicht wirklich ein Telefonat ganz hilfreich, konnten Sie mit der Anleitung etwas anfangen und haben Sie alles gefunden ? Ich denke, ein persönliches Gespräch könnte einiges noch vertiefen, wenn Sie das möchten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und formulieren Sie den Brief so, wie Sie es gerade fühlen, denn so wird es dann auch bei der Empfängerin ankommen.

Viele Grüße

Ihre Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

dass ich der Frau zum jetzigen Zeitpunkt von meinen Gefühlen schreiben möchte, haben Sie missverstanden. Vielleicht habe ich mich da undeutlich ausgedrückt, das tut mir leid.
Ich möchte es zwar auf der einen Seite, aber wann bzw. ob es dazu überhaupt kommt, da bin ich mir im Bauchgefühl noch zu unsicher. Wichtig ist für mich hingegen, herauszubekommen, wie ihre allgemeine Sichtweise auf unsere Verbindung ist, eine Art rantasten. Das könnte bzw. würde ich so formulieren, ohne dass ich zunächst meine tiefen Gefühle offenbahren müsste. Was halten Sie davon? Wenn es für sie nur ein oberflächlicher Mailaustausch ohne die Möglichkeit auf eine sich anbahnende normale Freundschaft wäre, würde bzw. sollte ich ihr meine Gefühle besser verschweigen. Wenn nicht, wäre eine Offenbahrung evtl. später in Erwägung zu ziehen. Aber erstmal ist das tabu, dessen bin ich mir zum jetzigen Zeitpunkt sicher.

Ich bin mir selbst nicht sicher, wie das alles zusammenhängt, sexuelle Gefühle ja oder nein. Einerseits sehne ich mich auch nach einem körperlichen Zärtlichkeitsaustausch (wie beschrieben), andererseits kann ich mir z.B. einen Kuss oder eine direkte sexuelle Handlung jetzt zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen (aber ich denke, das allein sollte keine Rolle spielen, es gibt ja noch andere Arten der Zuneigung). Ich bin aufgeregt wie ein Teenager und hätte am liebsten nur Augen für sie, wenn ich sie sehe. Das Bedürfnis, ihr nah zu sein, sie auch mal zu berühren. All diese Emotionen sind da, ich fühle sie im Herzen.
Wenn sie meine Gefühle erwidern würde, wäre ich wohl erschrocken, denn damit rechne ich ja nicht. Nein, ich wäre dann so weit gekommen, dass ich auch noch einen Schritt weiter gehen würde, um zu sehen, "wie das so ist", ob sich dieses herrliche Gefühl einstellt, wie ich es mir in meiner Fantasie vorstelle. Oder würde ich letztendlich "kneifen"? Ich weiß es einfach nicht und kann die Frage so nicht klar beantworten. So weit vorausschauen kann ich einfach nich und es käme auf mehrere Faktoren an. Es ist so chaotisch.
Und dann wäre es natürlich eine Gefährdung meiner Ehe, ganz klar, denn so fände ja auch alles real statt und ich müsste mich dieser Realität stellen, so oder so.
Auch wenn mein Mann in diese Richtung handeln würde, sähe ich darin eine große Sorge um unsere Ehe, das stimmt wohl. Gute Gefühle sind das auf keinen Fall. Was nicht heißt, dass ich mich skrupellos mit dieser Frau einlassen würde.
Mir ginge es auch nicht um eine dauerhafte Liebesbeziehung, sondern eher um eine Art " kurze Affäre", oder um "ein einziges Mal", um danach wieder "zurückzukehren" (aber das ist jetzt nicht abwertend, rücksichtslos oder berechnend gemeint, ich weiß ja nicht, wie ich mich bzw. was ich danach fühlen würde!!) Wie gesagt, vielleicht würde ich auch einen Rückzieher machen.

Auch ihre Argumentation, es könne sich um eine Problemverschiebung handeln, ist nicht abwegig und auf jeden Fall eine Auseinandersetzung mit dieser Möglichkeit bzw. den Gefühlen zu meinem Mann wert und sinnvoll. Auch Ihren Rat mit dem 10-Minuten-Gespräch habe ich immer noch im Auge. Eine Unterhaltung mit meinem Mann wird früher oder später unumgänglich sein, sollte sich herausstellen, dass es zu dieser Problemverschiebung tendiert - trotz oder gerade wegen meiner Gefühle zu ihr.

Und ich kann bzw. darf mich wohl auch nicht der Möglichkeit verschließen, das dies alles dem Zweck, dem Alltag entfliehen zu können, dient.
Aber - die Gefühle für sie sind da, die sind ja keine Einbildung.

Die Sache mit dem Telefonat gestaltet sich leider auch über Handy eher schwierig, dennn durch ein Vertragshandy bei sowohl mir als auch meinem Mann laufen beide Kosten aus finanziellen Gründen (gleiches Netz) über ihn. Aber vielleicht gibt es dafür eine Lösung, ich denke ja auch, dass eine direkte Kommunikation hilfreicher ist. Auch eine Vertiefung wäre sinnvoll.
Aber auch auch diesem Wege sind Sie mir eine große Hilfe und es tut gut. Dass ich Ihnen immer zeitnah schreibe, liegt auch daran, dass ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandersetze und das Bedürfnis habe, Ihnen auch schnell meine Gedanken/Gefühle mitzuteilen und darüber zu schreiben.
Vielleicht sollte ich auch mal eine längere Gedankenpause darüber machen, Abstand gewinnen erstmal alles so lassen wie es ist und sehen, ob sich nach einiger Zeit etwas geändert hat bzw. ob ich etwas mit anderen Augen sehe.

Viele Grüße, Sommerwind


Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

ich glaube auch, dass eine Gedankenpause, wie Sie es nennen, zum jetzigen Zeitpunkt eine gute Idee wäre, wobei es wahrscheinlich keine Gedankenpause sein wird, sondern eher eine Pause in der Entscheidungsfindung, in welche Richtung Sie tendieren. Ihre Gedanken können Sie weiterhin beobachten, und vor allem Ihre Gefühlslage und Gefühlsveränderungen, ohne jedoch den Druck zu haben, etwas unternehmen zu müssen.
Lassen Sie die ganzen Möglichkeiten einmal in Ruhe auf sich wirken und schauen Sie, ob sich etwas verändert und was sich verändert. Auch in der Beziehung zu Ihrem Mann können Sie genauer in sich hineinhorchen, ob Sie etwas für die Stabilisierung der Ehe tun wollen und was Sie überhaupt noch empfinden.
Sie schreiben, dass Sie mir im Hinblick auf die Möglichkeit einer Problemverschiebung zustimmen, dass Sie sich aber die Gefühle doch nicht einbilden. Das ist genau der Punkt bei einer solchen Verschiebung. Das läuft ja unbewusst ab und selbstverständlich sind diese Gefühle echt - die Frage ist nur, warum Sie diese Gefühle entwickeln. Der Körper ist da ganz einfallsreich und Sie empfinden diese Gefühle natürlich genau wie andere Gefühle, nämlich als echt, aber die Ursache ist vielleicht diejenige, dass Sie sich unbewusst vor der Auseinandersetzung mit Ihren Beziehungsproblemen schützen wollen und in diese Gefühle "flüchten"..
( Ein Beispiel : Wenn man psychische Verletzungen erlitten hat, kann man auch körperliche Schmerzen entwickeln als Ausdruck des seelischen Schmerzes - und diese körperlichen Schmerzen sind auch echt und überhaupt nicht eingebildet, nur haben sie die Ursache eben nicht in körperlichen Zuständen, sondern sind Ausdruck eines seelischen Schmerzes - das nur als Beispiel, dass der Mensch Umwege entwickeln kann, um irgendetwas auszudrücken, das ihn bewegt. )

Kommen Sie erst einmal zur Ruhe ( und wenn Sie telefonieren möchten : über den Button, den ich Ihnen genannt habe, können Sie ein Guthaben erwerben und dieses dann über eine Festnetznummer abtelefonieren, so dass es niemand bemerkt ) und warten Sie ab, wie sich Ihre Gefühle und Ihre Stimmung in nächster zeit verändern, und gönnen Sie sich ein wenig Abstand.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie für sich herausfinden, was gut und richtig für Sie ist. Und setzen Sie sich nicht unter Druck, manches braucht auch ein wenig Zeit und man wundert sich, was sich verändert, ohne dass man etwas in die eine oder andere Richtung getan hat. Sie müssen diese ganzen Gedankengänge, die wir besprochen haben, auch erst einmal verarbeiten und der Mensch ist nun mal kein Roboter und keine Maschine ( zum Glück ! ), sondern hat seine eigenen Gesetze und braucht seine individuelle Zeit.

Liebe Grüße

Ihre Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

eine Pause der Gedanken wird es wohl eher nicht, ich glaube, da haben Sie recht. Dies war wohl auch falsch formuliert. Ich denke ja weiterhin sowohl an meine Situation als auch an diese Frau. Aber einfach mal alles auf sich wirken lassen, Gedankengänge und Gefühle, und - wie Sie sagen - nichts sofort entscheiden zu müssen, das ist es, was jetzt zunächst im Vordergrund steht. Ist alles ein bißchen viel auf einmal. Beschäftigen tut mich das Ganze dann ohnehin mehr oder weniger immer im Unterbewußtsein und manchmal auch nicht ohne Tränen.

ich habe auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass ich mich - trotz aller Zweifel an dieser Theorie - tief in meinem Inneren doch auch zu Frauen hingezogen fühle und eben diese Frau dies jetzt sozusagen "an die Oberfläche befördert" hat - quasi als Idealbild mit ihrem Wesen, Aussehen und ihrer Ausstrahlung (sie oder keine). Dieser Gedanke ist schon sehr befremdlich, denn bisher gibt es keinerlei Anzeichen. Dafür sprächen die - wenn auch geringen - sexuellen Gefühle, die ich ja nun doch in gewissem Maße zu ihr habe (die vielleicht auch nur vorübergehend sind ). Aber ohne diese Gefühle wäre ich wahrscheinlich doch gar nicht in der Lage, überhaupt diese Vorstellung an Zärtlichkeitsaustausch allgemein bzw. den Wunsch danach zu haben?
Aber auch diese Möglichkeit kann vielleicht in eine Problemverschiebung bzw. in einen Ausgleich zum Alltag münden, da müsste ich später nochmal näher hinschauen, ich denke, das sehen Sie genauso.

Zwischen Ihren Zeilen lese ich auch, dass Sie vielleicht skeptisch sein könnten, ob ich mich wirklich ernsthaft und mit allen Konsequenzen in diese Frau verliebt habe, rein ohne die anderen Möglichkeiten. "Verliebt" ist so ein großes Wort und ich bin mir selbst nicht sicher, ob es tatsächlich der richtige Ausdruck für meine Gefühlslage ist. Die Symtome sind zumindest im Herzen die gleichen, darauf komme ich doch immer irgendwie wieder zurück zum jetzigen Zeitpunkt. Und auch, wenn es nur ein wenig so ist.

Zur Zeit ist mein Mann mit unseren Kindern im Kurzurlaub, Tage, in denen ich mich intensiv mit dem ganzen Gefühlschaos auseinandersetzen kann bzw. konnte - aber auch Zeit, um mal die Seele baumeln zu lassen und locker den Gedanken nachzuhängen ohne Druck, sofort handeln zu müssen. Und auch Zeit, um Abstand von diesem Gefühlschaos zu bekommen und es mal nicht so nah an mich ranzulassen, durch Besuche bei meinen Eltern Ablenkung zu bekommen und unbeschwerter sein können.
Das alles heißt aber nicht, dass ich Ihre Hilfe bzw. Ihre Denkanstöße (vielen Dank dafür!) nicht mehr brauche bzw. möchte! Und auch ein evtl. Telefongespräch ziehe ich weiter in Betracht (unsere Festnetznummer kann ich nicht nehmen). Ich hoffe, ich kann mich auch weiterhin während dieser selbst gewählten Auszeit einer Entscheidungsfindung an Sie wenden, zum Beispiel, wenn mir dies nicht so recht gelingt und sich weiterhin mein Chaos im Kreis dreht oder ich Gefühlsveränderungen aller Art bemerke - oder sogar das Eine oder Andere klarer sehe.

Im Herbst werden mein Mann und ich ein verlängertes Wochenende alleine wegfahren. Diese Gelegenheit sollte ich für ein allgemeines Gespräch (nicht über die Frau) nutzen. Natürlich muss der Zeitpunkt passen, so was geht ja nicht immer und überall. Aber es wäre ein Anfang. Ich hoffe, ich schaffe diesen Beginn, wenn nicht dort, dann auf jeden Fall in der nächsten Zeit danach.

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

schön, dass Sie einige Anregungen und Denkanstöße aufnehmen und weiterführen konnten, es wird auch eine Zeit dauern, bis Sie wirklich alles gedanklich ordnen und auf sich wirken lassen können.
Ich meine auch, dass Sie nun erst einmal in Ruhe und ohne Druck die nächste Zeit beobachten sollten, was sich gedanklich und gefühlsmäßig verändert oder in die eine oder andere Richtung manifestiert.
Sie sollten sich auch nicht ständig Gedanken machen, um eine "Lösung" zu finden, denn meistens endet das damit, dass die Gedanken sich im Kreis drehen. Man kann da nichts erzwingen und muß manches abwarten. Fahren Sie in Ruhe mit Ihrem Mann in Urlaub und dann sehen Sie mal näher hin, welche Gefühle Sie ( noch ) haben und welche Gespräche Sie führen können.
In einer Hinsicht haben Sie meine Skepsis nicht ganz richtig gedeutet. Sie schreiben, Sie hätten den Eindruck, dass ich skeptisch wäre, ob Sie sich in diese Frau verliebt haben.
Ich kann mir da gar kein Urteil erlauben, weil ich Ihre Gefühle zwar aus Ihren Beschreibungen kenne, aber das ist ja sehr subjektiv. Ich bin skeptisch in der Hinsicht, dass ich glaube, dass Sie sich - wenn Sie sich verliebt haben sollten - das nicht wirklich eingestehen. Sie haben nämlich immer wieder betont, das habe nichts mit Ihrem Mann zu tun und Ihre Ehe sei nicht in Gefahr, ebenso seien keine sexuellen Gefühle im Spiel. Das habe ich mit etwas Skepsis gesehen, denn es könnte sein, dass Se sich da etwas vormachen.
Es ist ja auch die Frage, ob Sie diese Gefühle zu der Frau entwickelt haben, weil Sie in Ihrer Ehe nicht zufrieden sind oder sich vernachlässigt fühlen - oder ob Sie Ihrem Mann gegenüber diese Gefühle nicht mehr haben, die Sie früher hatten, weil Sie sich verliebt haben und merken, dass in Ihnen auch noch andere Neigungen schlummern. Das ist schwer zu beurteilen, und da wären wir wieder bei der Frage der Problemverschiebung.

Ich denke, der Ansatzpunkt wird sein, herauszufinden, was in Ihrer Beziehung los ist und dann werden Sie auch dem auf die Spur kommen, das dazu geführt haben könnte, dass Sie einen "Ausbruch" aus der Ehe oder vielleicht der Langeweile suchen oder gesucht haben.
Darauf gründete sich meine Skepsis und vielleicht bringt der Urlaub mit Ihrem Mann da ein wenig Klarheit - oder auch nur, dass Sie wirklich sich mal vornehmen, die nächste Zeit ohne Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen, gestalten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie einen Weg für sich finden, zufrieden zu sein. Natürlich können Sie sich immer melden und vielleicht ist ja auch ein Telefongespräch möglich, wenn Sie Gesprächsbedarf haben.

Viele Grüße und alles Liebe

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

es ist schön, dass Sie mich zu dieser Pause der Entscheidungsfindung und dem gedanklichen Abstand ermutigen. Es geht mir damit auch ganz gut.

Es ist nicht einfach vor Augen zu haben, dass ich mich offensichtlich doch verliebt habe. Noch schwerer ist dabei die Tatsache, dass es sich um eine Frau handelt. Und auch einen sehr großen Anteil hat dabei die Erkenntnis, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt und dies wahrscheinlich dazu geführt hat (Problemverschiebung, nur als Ausgleich zum Alltag etc.). Mir dies alles einzugestehen, ist verdammt schwer. Und tut auch weh.

Sicher wäre es es gut, diese Frau näher kennenzulernen, mich mit ihr zu treffen und Zeit mit ihr zu verbringen, auch um mir meiner Gefühle noch klarer zu werden. Das lässt sich allerdings ncht in die Realität umsetzen, da ich ihr das so ja nicht sagen kann und sie offentsichlich auch keinen Anlass für ein Treffen sieht. Aber durch den Mailkontakt erfahre ich ja auch etwas über sie.

Ja, ich kämpfe gegen meine Gefühle an und wenn man die sexuellen Gefühle nicht nur auf den reinen Geschlechtsakt bezieht, sind eben auch diese Gefühle im Spiel, schon allein wegen meiner Vorstellungskraft. Da war Ihre Skepsis wohl nicht ganz unbegründet. Auch nicht, was ein "mir etwas vormachen" und "Gefühle nicht eingestehen" anbelangt. "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf" und umgekehrt. Sie werden mir zustimmen, dass es ja nun auch Überwindung kostet, mir einzugestehen, für wen ich all diese starken Gefühle habe - nämlich für eine Frau. Diese Frau. Der Gedanke, diese Vorstellung ist so wunderschön und tief erschreckend zugleich. Ich glaube nicht, dass es sich um eine allgemeine Neigung zu Frauen handelt. Aber weiß ich es? Alles, was ich für sie empfinde, ist neu in Bezug auf eine Frau.
Meinen Kopf an ihre Schulter zu lehnen, mit der Hand durch ihre schönen Haare zu gehen, die so dick wie meine sind, ihr einfach nur auch körperlich nah zu sein, zumindest etwas. Dass sie mich umarmt und festhält. Sie ist so wundervoll und zauberhaft.

Und der Verstand ist ja auch noch da. Schließlich beruhen meine Gefühle nicht auf Gegenseitigkeit und somit stecken sie in einer Sackgasse. Auch ein Grund, warum ich versuche, sie nicht zuzulassen. Und doch sind sie ja da und lassen sich nicht verleugnen oder verdrängen und erwecken dieses tolle Gefühl in mir.

Und es ist ja auch nicht so, dass ich für meinen Mann keine Gefühle mehr habe. Ich liebe ihn noch immer, auch wenn es einige Punkte gibt, in denen ich unzufrieden bin, nicht unglücklich. Ich sehe zwar nach wie vor trotz allem keine direkte Gefahr für meine Ehe an sich, aber es stimmt, es macht mir natürlich Sorge und Angst, dass ich mich aufgrund des Gefühlschaos, was in mir stattfindet, weiter weg von ihm entferne - ein Ziel, das ich eigentlich nicht anstrebe.
Dieses Hineinhorchen in mich selbst, eine Beobachtung meiner Gefühle zu beiden, meine Gedanken und weiterhin die Einbeziehung einer Problemverschiebung bleibt ein Augenmerk. Auch der noch etwas dauernde bevorstehende Kurzurlaub alleine mit meinem Mann sowie eine gewisse Zeit ohne Druck und Handeln.

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,
ich wünsche Ihnen alles Gute dabei und ich wünsche Ihnen dazu auch ein wenig Gelassenheit.
Wenn Sie sich ein Bild ansehen und wirklich etwas erkennen möchten, dann müssen Sie auch einen Schritt zurücktreten und sich das Bild aus der Entfernung anschauen, erst dann bekommen Sie einen Gesamteindruck und nehmen das Bild wirklich wahr. So ähnlich ist es auch bei Ihnen : nehmen Sie etwas Abstand und verstricken Sie sich nicht in die Einzelheiten der unterschiedlichen Probleme, denn dann wird der Knoten noch größer und fester, sie sehen immer nur Einzelheiten und nicht das Ganze. Seien Sie auch ein wenig stolz auf sich, dass Sie sich bewusst den Gefühlen gestellt haben, und seien Sie etwas nachsichtig mit sich selbst, denn Gefühle lassen sich nun einmal nicht steuern - Sie setzen sich aber damit auseinander, was lange nicht jeder macht. Vielleicht sehen Sie mit etwas Abstand, wo das wirkliche Problem oder die Probleme liegen, und über die Partnerschaft nachzudenken, ist bestimmt ein guter Ansatz und vielleicht brauchten Sie einen kleinen Anstoß, um das zu tun.

Viele Grüße, und sagen Sie sich immer, auch jetzt schon haben Sie eine Menge über sich erfahren und diese Erfahrung kann Ihnen nur helfen!

Ihre Beraterin Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

es ist mit Sicherheit von allem ein kleiner Teil dabei, was diesen Knoten so groß und fest werden lässt.
Schade, dass Sie sich nicht zu meinen jüngsten Gedanken bzw. Erkenntnissen geäußert haben.

Vielleicht ist es auch besser, wenn ich Ihnen eine kleine Weile nicht mehr schreibe (ich kann es ja versuchen), denn wenn ich dies tue, setze ich mich ja auch wieder mit dem Ganzen auseinander - etwas, was ich ja erst einmal vermeiden möchte bzw. sollte. Manchmal aber ist der Druck so groß, dass ich mich einfach mit Ihnen in Verbindung setzen muss. Natürlich werde ich weiterhin das eine und andere Mal darüber nachdenken, das bleibt nicht aus, dafür stecke ich zu sehr in diesem Gefühlschaos drin - und belastet mich sehr. Manchmal fleißen auch Tränen, wenn ich an sie denke bzw. Fotos von ihr ansehe oder meine Aufzeichnungen bzw. ihre Briefe (die ich alle ausdrucke und abhefte) lese. Das heißt nicht, dass ich mich gar nicht mehr melde, denn dann würde eine wichtige Hilfe wegbrechen. Es ist ja noch keine "Lösung" oder eine Lockerung dieses Knotens in Sicht. Es tut so weh und kostet viel Kraft. Und es ist zermürbend, dass sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen und es nicht so aussieht, als käme eine schnelle Entwirrung zustande.

Ich habe auch auf Ihrer Homepage nachgesehen bezüglich eines Telefonates. Ich werde die Möglichkeit eines Anrufes von meiner Arbeitsstelle aus abchecken und mich dann für eine gewisse Minutenzahl an Gesprächseinheiten eintragen. Hoffentlich geht die Kostenabwicklung sehr einfach und komplikationslos, ich werde mich "durchklicken". Handy und die eigene Festnetznummer scheiden aus, aber ich möchte auch gerne mit Ihnen darüber reden. Zu groß ist dieser Tunnel, in dem ich festzustecken scheine. Ich fühle mich zu allem Überfluss auch schrecklich meiner Familie gegenüber, wie ein Verrat an ihrer Liebe - und meiner.
Noch sind Ferien und so sind Begegnungen mit dieser Frau nicht gegeben. Aber dann wird es wieder zu Zusammentreffen kommen, die ich ja auch herbeisehne bzw. manchmal absichtlich dafür sorge, dass wir uns begegnen. Es ist jedes Mal wunderbar und herrlich, allein von ihrem Anblick bin ich hin und weg und wie verzaubert, geschweige denn, wenn wir uns unterhalten. Dass sie in mein Leben getreten ist, gibt mir so viel Kraft für den allgemeinen Alltag ( sehr, sehr oft und fast überall denke ich ja an sie) und setzt diese ganzen liebevollen und tiefen Gefühle in mir frei, wie ich sie Ihnen immer beschrieben habe.

Ich habe mich letztendlich und nach und nach in diese Frau verliebt (auch mit Einbeziehung aller Ihrer aufgezeigten Möglichkeiten, die dazu geführt haben) , ich denke, diese Erkenntnis kann ich so stehenlassen, aber mein wahres Leben ist mein Familienleben, das es in der nächsten Zeit zu "beleuchten" gilt - insbesondere meine Partnerschaft.
Ich möchte niemanden verlieren - meine Familie nicht und auch sie bzw. den Kontakt zu ihr nicht
Ich habe Angst, dass ich mich ständig widerspreche und große Gedankensprünge mache, aber dies ist dann wohl auch ein Zeichen, wie chaotisch meine Gefühlslage ist und ich darunter leide.
Trotz dem und gerade deswegen sollte ich aber wirklich das Alles jetzt mal aus der Ferne betrachten und auch weiter nichts tun, als die Situation zu beobachten, die Gefühle und das, was mein Herz mir letztendlich sagt. Ich habe Angst, das nicht zu schaffen, weil es mich im Unterbewußtsein ständig begleitet...
Entschuldigung, jetzt habe ich das alles wiederholt, was ich Ihnen ohnehin schon geschrieben habe.

Liebe Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

in Ordnung, dann verbleiben wir so, dass Sie versuchen, eine Zeitlang ohne Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen, Ihre Gefühle wahrnehmen, aber vielleicht nicht immer sofort bewerten.
Ich habe bewusst nichts mehr zu Ihrer letzten E-Mail geschrieben, weil ich denke, dass Sie mittlerweile so viele Gedankenanstöße haben, dass zusätzliche Sie noch mehr verunsichern würden.
Machen Sie in Ruhe Urlaub mit Ihrem Mann und dann können Sie sich ja, wenn Sie mögen, per Telefon melden.
Wir können hier im E-Mail Bereich ja auch keine ständige Begleitung leisten bzw. eine Therapie vor Ort ersetzen, es ist ja nur als erste Hilfestellung gedacht, um zu sehen, in welche Richtung es gehen könnte und was der Ratsuchende unternehmen könnte. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum merken, dass Sie doch keine zufriedenstellende Lösung finden, dann könnten Sie vielleicht über eine Eheberatung nachdenken oder an eine längerfristige Therapie vor Ort. Aber schauen Sie zunächst einmal, ob die Hintergründe nicht wirklich in der Partnerschaftsproblematik liegen und dann können Sie dort ansetzen.
Versuchen Sie auch, nicht sofort jedes Gefühl zu "bewerten", sondern es einfach wahrzunehmen und so stehen zu lassen. Wenn man bei Gefühlen sofort über Konsequenzen nachdenkt, dann steht man sich manchmal selbst im Weg.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie einen guten Weg finden.

Liebe Grüße

Ihre Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

nach einer kleinen ? Phase des Selbst-in-mich-Gehens und Beobachtens? muss ich mich heute wieder bei Ihnen melden, denn ich habe versucht, in Ruhe einiges zu ordnen. Ich weiß, dass dies für eine komplette Aufarbeitung und Entwirrung der Situation nicht reicht und ich werde auch weiterhin alle Gefühle beobachten und "mit mir arbeiten". Der Urlaub mit meinem Mann steht ja auch noch aus, das ist noch eine Weile hin.
Ich denke, dass alles ?wenn, würde, könnte? mich nicht aus diesem schrecklichen Chaos holt. Aber bei meinen Gedankengängen und Ihren aufgezeigten Möglichkeiten haben diese Worte mir geholfen.
Es geht wohl eher um die Tatsachen, mit denen ich zurechtkommen muss, was schwer genug ist, denn ein Ende des Gefühlschaos ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass es sich intensiviert, statt zu klären.
Also, Fakt ist, dass es keine kurzzeitige Emotionslage ist, das ist mir durch meine schon zu lang anhaltenden und jetzt noch bestehenden Gefühle klar geworden. Die Erkenntnis, dass es mehr als eine bloße Schwärmerei ist, hat sich gefestigt. Auch erotische Gefühle spielen dabei eine Rolle, dieser Wunsch nach dem Austausch von Zärtlichkeiten, die Fantasien, die ich aufgeschrieben habe und das prickelnde Gefühl dabei, dies kann ich nicht leugnen. Eine Schwärmerei war es zu Beginn, ist es mit Sicherheit auch immer noch, aber dann sind mehr und mehr Gefühle dazugekommen, die nicht unbedingt zu einer Schwärmerei gehören. Plötzlich habe ich nicht nur ihre herzliche, wunderbare Ausstrahlung und ihr Wesen gesehen, sondern auch ihre Attraktivität und ihr hübsches weibliches und liebliches Aussehen, was in mir diese Gefühle geweckt hat, mehr von ihr zu wollen als einen Briefkontakt.
Aus dem Kopf geht mir dabei allerdings nicht Ihre Beschreibung, ob ich mich vielleicht in ein Bild, das ich mir gemacht habe, verliebt habe. Wie meinten Sie das genauer? Ich möchte nochmals versuchen, diese Möglichkeit zu hinterfragen.
Hin und hergerissen bin ich zwischen diesen beiden Möglichkeiten der tiefen Schwärmerei (für die aber einerseits meine Gefühle doch zu groß sind) und einer Verliebtheit. Weil ich auch nicht weiß, wie ich das herausfinden kann. Geht das überhaupt?
Vielleicht muss ich diese zweite Erkenntnis aber auch ehrlich an mich ranlassen, um sie verarbeiten zu können? Statt dagegen anzukämpfen, sie wegzuschieben.
Ob es auch noch mit einer anderen Neigung zusammenhängt, da bin ich mir nicht sicher, denn bisher habe ich mich nicht für Frauen interessiert. Tue ich auch jetzt nicht wirklich. Und kann man überhaupt als Hetero plötzlich in eine Frau verliebt sein, Gefühle für einen Menschen des eigenen Geschlechts entwickeln, die man doch zum eigenen Mann hat bzw. für Männer generell?
Fakt ist auch, dass sie meine Gefühle nicht erwidert, das zeigt mir eindeutig ihre Reaktion in den Briefen und generell ihr Verhalten mir gegenüber.
Eine Entscheidungsfindung ist insoweit erfolgt, dass ich ihr von meinen tiefen Gefühlen nicht offen schreiben werde, es hätte sicher zur Konsequenz, dass sie sich von mir abwendet, was ich ja auf keinen Fall möchte.
Zuneigungsbekundungen schreibe ich ihr ja immer schon indirekt, die sie zwar nicht kommentiert, aber auch nicht als unangenehm zurückweist oder dergleichen.
Allerdings weiß ich nicht, ob meine quälende Unzufriedenheit, die mit ihr zu tun hat, nicht auch damit zusammenhängt, dass ich nicht weiß, wie sie mich sieht bzw. unsere Verbindung. Dass ich nicht weiß, was sie denkt, wenn sie meine persönlichen Zeilen liest, was ich für sie bin. Diese Fragen nagen an mir, immer und immer wieder. Aber auch das kann ich sie wohl nicht fragen, ohne meine ehrlichen Gefühle offenbaren zu müssen, oder?
Das ist die eine Seite.

Auf der anderen Seite, der Partnerschaft, stehen die Fakten, dass ich in einigen Punkten, insbesondere dem Umgang mit der Kindererziehung, unzufrieden ich, ich aber auch an der Stabilisierung meiner Ehe arbeiten möchte (hier kann ich versuchen, Ihre diesbezüglichen Vorschläge aufzugreifen). In welchem Ausmaß dies dazu geführt hat, überhaupt diese Gefühle entwickeln zu können, darüber bin ich mir noch nicht ganz im Klaren, Stichwort Problemverschiebung.
Ich muss mich irgendwie mit den Gegebenheiten, meine einseitigen tiefen Gefühle zu dieser Frau auf der einen Seite, auf der anderen Seite meine Familie, arrangieren. Aber wie geht das am besten, so dass ich aus diesem Gefühlschaos rauskomme? Dadurch, dass meine Gefühle nicht erwidert werden, bewegt sich ja nichts, aber dieser wunderschöne Kontakt besteht, der mir so unendlich wichtig ist und mich trotz aller Umstände sehr glücklich macht.
Kann ich vielleicht darauf hoffen, irgendwann diese Gefühle des Verliebtseins loszuwerden und in unserem Kontakt nur eine normale Freundschaft zu ihr zu sehen? Verstehen Sie, was ich meine?
Ich hege verliebte Gefühle für diese Frau, die sie aber wiederrum nicht erwidert. Ich liebe aber auch meinen Mann und habe mein reales Leben in der Familie. Es ist nicht so, dass ich für ihn nichts mehr empfinde, so was verschwindet ja nicht abrupt. Ich bin manchmal ungerecht zu meiner Familie, weil mich die ganze Situation oft überfordert und sich dieser Teufelskreis von Gefühlschaos weiter fortsetzt. Dann hasse ich mich selbst für mein Verhalten, gerade wenn ich meinen Kindern gegenüber überreagiere und ? für alle scheinbar grundlos - schlecht gelaunt bin. Dazu kommt, dass ich mir Vorwürfe mache, denn ich bin ja diejenige, die mit diesen Gefühlen aus dem Alltag "ausbricht".

Bezüglich des Telefonierens habe ich mich eingeloggt und auch meine Dienstnummer angegeben. Aber die Zahlungsart muss ich mir nochmal genauer ansehen, es wäre die Lastschrift der beste, weil von allen unbemerkte, Weg, aber dies ist zur Zeit Ihrerseits noch nicht möglich. Online-Banking habe ich nicht und auch die anderen Arten kommen nicht in Frage, da ich meinerseits die Möglichkeiten nicht habe. Können Sie mir sagen, wann ich diese Zahlungsart wählen kann? Kann ich Sie denn vormittags überhaupt erreichen? Denn dann bin ich an der Arbeit. Ansonsten müsste ich mir eine andere Möglichkeit ausdenken, um mit Ihnen telefonieren zu können, was ich sehr gerne möchte. Es ist für mich schwer, dies im Geheimen und unbemerkt machen zu können.

Viele Grüße, Sommerwind

Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

ok, wenn Sie möchten, dann kann ich mich gerne morgens einloggen, Sie sehen dann, wenn ich freigeschaltet bin.

Viele Grüße

Susanne B.
Ratsuchende(r)
Susanne Bodin
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne,

über die Leitung des Sorgentelefons bin ich nun schlauer geworden, was die Möglichkeit eines Telefonates mit Ihnen und den Kauf der Gesprächsminuten anbelangt. Es wird darauf hinauslaufen, dass ich mich gerne von Ihnen anrufen lassen würde, wenn das Lastschriftverfahren möglich geworden ist.

Es gibt aber auch eine kleine Gedankenänderung bei mir. Ich hatte erwähnt, dass ich die Möglichkeit ausgeschlossen habe, dieser Frau von meinen Gefühlen zu erzählen, dies ist nicht mehr ganz zutreffend. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, die Situation so wie sie ist, nicht mehr lange aushalten zu können und etwas tun zu müssen. Ich frage mich ja auch ständig, ob sie weiß oder ahnt, dass ich für sie mehr empfinde. Und hier möchte ich in den nächsten Tagen ansetzen. Ich möchte sie eher nebenbei gerne fragen, ob sie weiß, dass ich sie "sehr gerne habe" und anschließend "normale Dinge" erwähnen, Daher soll es auch nicht theatralisch klingen. Es wäre vielleicht ein Rantasten, ohne gleich mit den großen Gefühlen ins Haus zu fallen, aber ich habe auch Angst davor. Es kostet Mut und ich bin hin und hergerissen. Ich weiß, dass sie mir weder zu- noch abraten werden, aber können Sie mir Mut machen, ihr wirklich diese Frage zu stellen. Vielleicht weiß sie es ja und übergeht daher in ihren Briefen zum größten Teil meine Anspielungen, möchte aber auf einen Kontakt auch nicht ganz verzichten. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Eigentlich ist an dieser Frage doch nichts Schlimmes oder? Sie ist nicht weder anmaßend noch schockierend.

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Ratsuchende(r)
Susanne Bodin
Ratsuchende(r)
Susanne Bodin
Ratsuchende(r)
Liebe Frau Bodin,

sicher erinnern Sie sich noch an mich (Mutter und verheiratet) und mein Gefühlschaos, da ich mich etwas in eine Frau verliebt habe.
An meinen starken Gefühlen für sie hat sich nichts geändert und auch die häusliche Situation ist nach wie vor die gleiche. Es geht nicht mehr darum, ob ich dieser Frau von meinen Gefühlen erzählen soll oder sie ebenfalls etwas für mich empfindet. Ich habe für mich den Entschluss gefasst, ihr nicht die Wahrheit zu sagen. Sie weiß, dass ich sie "sehr gerne habe", dies habe ich ihr direkt geschrieben. Ihrer Reaktion habe ich entnommen, dass sie auf keinen Fall so fühlt wie ich.
Es geht nun vielmehr darum, mit meinen Gefühlen umgehen zu können, wie ich es schaffe, trotz meiner (unerwiderten) Gefühle ein "normales Leben" innerhalb meiner Familie leben zu können und die Gedanken an diese Frau in mein Leben zu integrieren, ohne dass sie mich lähmen. Ich weiß nicht, wie ich mich richtig ausdrücken soll. Ich habe mich in diese Frau verliebt, diese Gefühle sind einseitig, aber ich liebe ehrlich nach wie vor meinen Mann. Auch wenn ich gewisse "weitergehende" Gedanken in Bezug auf die Frau habe.

Das Lastschriftverfahren wird ja demnächst möglich sein und ich hoffe sehr, dass wir dann auch endlich telefonieren können. Bis dahin wäre es allerdings sehr schön, wenn Sie mir schriftlich nochmals antworten würden.

Viele Grüße, Sommerwind
Susanne Bodin
Susanne Bodin
Sehr geehrte Ratsuchende "Sommerwind",

vielen Dank für Ihre Rückmeldung und natürlich können Sie gerne wieder Kontakt aufnehmen. Es ist nun möglich, per Terminvereinbarung einen telefonischen Termin mit mir zu vereinbaren, und Sie haben auch die Möglichkeit der Bezahlung, so dass man das Gespräch auf Ihrer Rechnung nicht sieht, denn das hatten Sie sich ja gewünscht.

Ich freue mich auf Ihren Anruf !

Viele Grüße

Susanne Bodin
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne B.,

momentan ist das Team vom Sorgentelefon damit beschäftigt, einen Gesprächstermin zwischen Ihnen und mir zu finden, entsprechende Daten habe ich schon in die Wege geleitet. Ich hoffe, dass ein Gespräch zeitnah (nur vormittags und in der Woche) stattfinden kann.
Bis dahin möchte ich Sie gerne auf den neuesten Stand bringen, damit wir bei einem Gespräch gleich "einsteigen" können.

An meinen Gefühlen zu dieser Frau hat sich nichts geändert, im Gegenteil. Ich habe mich in sie verliebt, dessen bin ich mir nun sicher. Auch, weil doch gewisse sexuelle Gefühle vorhanden sind. Diese Vorstellungen und Wünsche nach dem Austausch von Zärtlichkeiten sind sehr konkret. Es geht aber nicht um die sexuelle Erfahrung an sich mit einer Frau. Den "letzten Schritt" kann ich mir generell nicht vorstellen.
Es ging und geht auch nicht darum, mit dieser Frau zusammenzukommen. Ich weiß, dass sie keinerlei Interesse an mir als Frau hat und offensichtlich auch keine engere normale "Frauenfreundschaft" möchte. Gegen einen gegenseitigen Briefverkehr hat sie aber wohl nach wie vor nichts einzuwenden. Sie weiß, dass ich sie sehr gerne habe, dies habe ich ihr direkt so geschrieben, worauf sie aber nicht eingegangen ist. Ich habe den Wunsch nach "mehr" (Telefonieren usw.) geäußert, dem sie aber aufgrund von vielen persönlichen Lebensumständen nicht nachkommen kann (und möchte?). Vielleicht auch, weil sie weiß, dass ich mehr als Sympathie für sie empfinde.
Es geht darum, meinerseits mit der Sehnsucht nach dieser Frau umzugehen. Dieser Typ Frau ist es auch, der mich so fesselt. Groß, schlank, die Art, wie sie ihre Haare trägt und sich kleidet, ihre Ausstrahlung und das Charisma, ihr Lächeln und ihre Augen. Sie als Frau eben auch. Auf eine gewisse Art und Weise liebe ich sie. Würde ich nicht so empfinden, könnte ich es nicht schreiben.

Es geht mir schlecht, auch weil ich meiner Familie gegenüber ein schlechtes Gewissen habe. Ich versuche, den Grund für dieses Verliebtsein in meiner Partnerschaft aufzuspüren (was wir ja auch besprochen hatten, Problemverschiebung usw.). Ich habe Angst, dass aufgrund meiner Gefühle zu dieser Frau, die einseitig und ja auch in einer Sackgasse stecken, was die Auslebung anbelangt, die Gefühle zu meinem Mann leiden. Es ist eine nicht realisierbare Wunschvorstellung, aufgrund der ich ja doch nicht mein realistisches Leben riskieren möchte. Ich werde ein "Mehr" von dieser Frau nicht bekommen, egal in welcher Form, nur den schrittlichen Kontakt werden wir zumindest beibehalten, was für mich auch schon ganz viel ist. Den möchte ich nicht verlieren!
Es wäre eine große Hilfe, wenn sie mir bis zu einem Telefongespräch nochmal per Mail zur Seite stehen können. Ich hoffe, Sie können meine Informationen nun richtig einordnen und ich habe vermitteln können, um was es jetzt geht.

Liebe Grüße, Sommerwind


Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,

ich hatte Ihre E-Mail ja leider erst nach unserem Telefonat einsehen können und deshalb habe ich Ihnen auch inhaltlich nicht mehr geantwortet, denn wir hatten in unserem Gespräch genau analysiert, wo die Problematik liegt und welche Möglichkeiten Sie nun haben, damit umzugehen. Lassen Sie sich ein wenig Zeit, um all diese Optionen zu überdenken und wenn Sie einen neuen Gesprächstermin wünschen, dann schreiben Sie mir nur kurz eine Nachricht und wir finden eine Möglichkeit.
Bis dahin alles Liebe und denken Sie in Ruhe über alles nach, ich denke, unser Gespräch hat Ihnen einige neue Möglichkeiten eröffnet.
Ihre Susanne B.
Ratsuchende(r)
Liebe Susanne,

vielen Dank für das gestrige Telefongespräch. Ich werde sicherlich noch einmal diesbezüglich auf Sie zukommen.

Es stellt sich für mich als erstes aber jetzt die Frage, wie (in welcher Art und Weise) ich es mir eingestehen und zulassen kann, dass ich mich offensichtlich nun in diese Frau verliebt habe (darüber hatten wir ja auch gesprochen, Oft zweifele ich meine Situation an, tue/denke dann aber immer wieder Dinge, die man nicht aus bloßer Schwärmerei macht/denkt). Kann ich das konkret steuern? Immer wieder kommt mir der Gedanke "es kann nicht sein was nicht sein darf" und ich sage mir, dass ich sie nicht "so lieben" darf. Zumal meine Wünsche ja auch nicht Realität werden und es - vom Verstand her - ohnehin sinnlos ist. Aber das Herz fragt nicht nach Sinn...
Es geht ja auch nicht darum, eine dauerhafte Liebesbeziehung mit ihr aufzubauen, obwohl gewisse Zärtlichkeiten in meinen Gedanken rumspuken. Auch das kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Ich habe keine Neigung zu Frauen. Aber diese eine bringt mich um den Verstand. Kann es so etwas geben?

Viele Grüße, Sommerwind



Susanne Bodin
Liebe Ratsuchende Sommerwind,
ich kann mir gut vorstellen, dass Sie diese Gefühlsschwankungen haben, und wir haben ja die Frage der Schwärmerei in unserem Telefonat ausführlich besprochen - vielleicht ist ja gar nicht die Frage, wie man diese Gefühle bezeichnet, sondern wie Sie damit umgehen können, welche Konsequenz Sie ziehen möchten.
Wir hatten ja einige Optionen und Wege zusammengestellt, denken Sie in Ruhe darüber nach, lassen Sie sich Zeit und dann entscheiden Sie, zu welchem Ergebnis Sie kommen. So etwas kann man nicht ad hoc entscheiden, es wird sich entwickeln.
Wenn Sie noch Unterstützung brauchen, können Sie sich gerne wieder wegen eines Telefontermins melden, ich bin selbstverständlich für Sie da. Schreiben Sie mir einfach kurz Ihren Terminwunsch, und wir werden kurzfristig einen Weg finden.
Viele liebe Grüße
Ihre Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 092 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

Möchtest du auch eine kostenlose, schriftliche Beratung? Psychologische Beratung kostenlos nutzen
Oder möchtest du lieber anrufen?
Tel.: 09001 - 445 400 092
ODER wähle einen Berater von dieser Liste
1,79 € / Min. (mobil höher)
Oder ohne 0900 ab 1,20€/Min. auf Festnetz anrufen
(empfohlen wenn du vom Handy anrufst):