Das Sorgentelefon

kompetente Lebensberatung und psychologische Beratung

1,79 € / Min. (mobil höher)
min. 1 Berater telefonisch verfügbar!
kostenfrei
derzeit nicht möglich
Das Sorgentelefon ist ein Dienst für psychologische Beratung mit ausgebildeten und qualifizierten Beratern. Eine neutrale Stimme zeigt oft neue Lösungen. Lass dir Mut machen, dich stärken und dir neue Wege aufzeigen. Du hast es dir verdient, dass dir jemand zuhört. Genau in diesem Augenblick stehen ein einfühlsame Berater bereit.

Der Mann meiner Freundin ist plötzlich verstorben. Ich mache mir nun Sorgen um sie

aus unserer kostenlosen, öffentlichen Beratung
veröffentlicht am 23.02.16

Ursprungsanfrage
Sehr geehrte Damen und Herren,

einer Freundin ist im April überraschend der Ehemann verstorben. Sie ist seitdem völlig interessenlos und möchte am Liebsten sterben. Ich versuche zu trösten, fühle mich aber überfordert. Ich möchte, dass ihr professionelle Hilfe zu Teil kommt und bitte um Info, an wen wir uns wenden können.

Danke für Ihre Hilfe

Freundliche Grüße A.
Susanne Bodin
Sehr geehrte Ratsuchende / sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst einmal möchte ich Ihnen sagen, dass ich es unheimlich gut finde, dass Sie sich um das Wohl Ihrer Freundin kümmern und ihr in dieser schweren Situation beistehen, allein das ist schon sehr wichtig für Ihre Freundin und wird ihr sicherlich auch schon enorm helfen.
Es ist klar, dass Ihre Freundin nach dem Tod eines so nahestehenden Menschen erst einmal in einer Ausnahmesituation ist, zumal der Tod des Ehepartners ja auch sehr plötzlich kam, wie Sie schreiben. Aber Sie haben recht, es ist nun ein paar Monate her und Ihre Freundin ist immer noch emotional in einem Tief und schafft es offensichtlich nicht aus eigener Kraft, wieder Lebensfreude zu gewinnen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie wirklich akut in Gefahr ist, also akut suizidgefährdet ist, dann ist es möglich, sich in der örtlichen Psychiatrie-Ambulanz vorzustellen, dort ist immer jemand ansprechbar und dort wird man Ihrer Freundin sicherlich in der akuten Phase helfen.
Langfristig wäre es aber wichtig, dass Sie Ihre Freundin davon überzeugen, doch einmal professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, also vielleicht zunächst zum Hausarzt zu gehen, der dann entscheidet, ob eine psychotherapeutische Intervention sinnvoll ist oder - wenn sie einen solchen Vertrauensarzt nicht hat - einen Termin bei einem Psychologen / Psychologin oder Psychotherapeuten / Psychotherapeutin zu machen. Manchmal ist es so, dass man vorübergehend auch mit Medikamenten intervenieren kann, um eine Basis dafür zu schaffen, das Erlebte in Gesprächen zu verarbeiten. Es sind Medikamente, die nicht abhängig machen und es ist auch nur eine vorübergehende Lösung, aber es hilft einem Menschen in einer solchen Situation, innerlich zur Ruhe zu kommen und wieder Kraft sammeln zu können. Das bedarf aber immer einer ärztlichen Begleitung.
Ihre Freundin braucht keine Angst zu haben, als verrückt abgestempelt zu werden, wenn sie einen Psychologen aufsucht, denn diese Sorge haben ja viele Leute, - es ist in dieser Situation einfach sinnvoll und hilft ihr sicherlich, aus diesem Tief herauszukommen.
Langfristig wäre auch zu überlegen, ob Ihre Freundin sich einer Selbsthilfegruppe anschließt - es gibt in jeder Stadt solche Selbsthilfegruppen für verwitwete Menschen oder Personen, die einen lieben Menschen verloren haben. Auf diese Weise käme sie mit Leuten zusammen, die ähnliches erlebt haben und merkt, dass sie nicht alleine ist mit ihrem Schmerz und dass andere es auch schaffen, wieder am Leben teilzuhaben. Das Reden über die Trauer hilft auch schon sehr viel, gerade wenn es Personen sind, die ebenfalls vor kurzem den Partner oder einen nahestehenden Verwandten verloren haben. Beim örtlichen Gesundheitsamt bekommen Sie eine Liste mit Selbsthilfegruppen, und Ihre Freundin kann sich das ja einmal ansehen.
Wenn sie einen Bezug zur Kirche hat, wäre vielleicht da auch eine Möglichkeit, einen Trauerkreis aufzusuchen, dort mal nachzufragen, ob Gesprächskreise angeboten werden.
Wichtig wäre aber nun erst einmal, dass Ihre Freundin in ärztliche Behandlung kommt - vielleicht können Sie sie ja davon überzeugen und sie möglicherweise auch beim ersten Besuch begleiten.
Ihre Freundin kann auch jederzeit hier beim Sorgentelefon anrufen, wenn sie Gesprächsbedarf hat, das gleiche gilt natürlich auch für Sie, denn auch für Sie ist es wichtig, dass Sie über Ihre Sorgen reden. Den ersten Schritt haben Sie mit Ihrer E-Mail ja schon getan und es ist wirklich schön, dass Sie Ihre Freundin jetzt nicht allein lassen.

Ich hoffe, Sie können einige Anregungen umsetzen und ich wünsche Ihnen alles Gute - Ihrer Freundin natürlich auch. Sie können sich selbstverständlich jederzeit wieder melden.

Liebe Grüße

Ihre Beraterin Susanne B.

Ihr(e) Berater(in)

Susanne Bodin

Tel. 09001 - 445 401 092 (1,79 € / Min. (mobil höher)); Der kostenfreien Ansage folgen, bei Aufforderung die Berater-Nummer 125 eingeben.

Möchtest du auch eine kostenlose, schriftliche Beratung? Psychologische Beratung kostenlos nutzen
Oder möchtest du lieber anrufen?
Tel.: 09001 - 445 400 092
ODER wähle einen Berater von dieser Liste
1,79 € / Min. (mobil höher)
Oder ohne 0900 ab 1,20€/Min. auf Festnetz anrufen
(empfohlen wenn du vom Handy anrufst):